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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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False Bay - Falster (Insel)
strafbar: nach österr. Recht wird nach den hierüber
bestehenden besondern Vorschriften bestraft. Wäh-
rend eines Krieges begangen wird die F. als Kriegs-
verrat (s. d.) bestraft.'
Falfe Bay (spr. sahls beb), s. Falsche Vai.
Falfen, Encvold de, norweg. Staatsmann nnd
Dramatiker, geb. 17. Okt. 1755 in Kopenhagen,
wurde 1789 Öberrichter im Amt Nordland, 1791
Mitglied des dä'n. höchsten Gerichts, 1807 Mitglied
der provisorischen Negiernngskommission. Von den
Unglücksfällen, die sein Vaterland betrafen, tief
erschüttert, nahm er sich 16. Nov. 1808 das Leben.
Als Dramatiker zeichnete sich F. aus durch die Lust-
spiele "Dragedukken" (1797), "De snurrigeFoettere"
und "Kunstdommeren". 1808 gab er die Zeitung
"Bndstikken" heraus. Eine Sammlung seiner Schrif-
ten erschien 1821 in zwei Bänden.
Falsen, Kristian Magnus, norweg. Jurist und
Politiker, Sohn des vorigen, geb. 14. Sept. 1782 zu
Oslo bei Kristiania, trat in Staatsdienste und war
1808Sorenskriver(Bezirtsrichter). Nach dem Frieden
zu Kiel 1814 trat F. als einer der eifrigsten norweg.
Patrioten hervor, wollte nichts von einer Vereini-
gccttg mit Schweden wissen und arbeitete zusammen
mit dem Privatsetretär des Statthalters, des spätern
Königs Christian VIII. von Dänemark, einen Ver-
fassungsentwnrf aus, der der norweg. Konstitution
von Eidsvold zu Grunde liegt. (S.Norwegen.) Nach
der Konvention von Moß (Aug. 1814) söhnte er
sich allmählich mit den neuen Verhältnissen aus,
wurde 1814 Amtmann in Nordre Vergenhus-Amt,
1825 Stiftsamtmann in Bergen und starb 13. Jan.
1830 in Kristiania als Iustitiarius (Präsident) des
"Hoieste ret" (Oberappellationsgerichts) Norwegens.
Von seinen Schriften ist hervorzuheben die "Ge-
schichte Norwegens" (4 Bde., Krist. 1823-24).
Falfet, Hauptort des Distrikts F. in der span.
Provinz Tarragona (Catalonien), 46 kni im W. von
Tarragona, südlick vom Mont-Sant (1071 m), hat
(1887) 3952 E. Man gewinnt hier berühmte Hasel-
nüsse; in der Umgegend staatliche Blei- und Man-
ganbergwerke. Das Land erzeugt berühmte rote
Prioratweine, die besten in ganz Catalonien.
Falsett, auch Kopf- oder Fistelstimme, die-
jenigen höchsten Register der menschlichen Stimme,
bei deren Erzeugung nicht vorzugsweise die Brust-
und Bauchhöhle, sondern vielmehr die Höhlungen
oberhalb des Stimmorgans die Resonanz bilden.
Hiernach unterscheidet man die Stimme in Vrust-
und Kopfstimme. In der Gesangskunst sind sie
gleich wichtig, und die Ausbildung und Ver-
schmelzung beider Stimmweisen bildet eine der
Hauptaufgaben der Gesangschule bei der Aus-
bildung von Frauenstimmen und von Tenören.
Aber auch den tiefern Männerstimmen ist die Be-
herrschung des F. unentbehrlich, wenn sie Gesangs-
tünstler sein wollen. In neuerer Zeit ist das F.
hauptsächlich bei dem Frauensopran ausgebildet,
weil die Komponisten hoch aufsteigende Koloraturen
fast ausschließlich für diese stimme geschrieben ha-
ben. Hieraus ist die Meinung entstanden, das; das
F. sich vorzugsweise für Sopran eigne und dieser
Stimme besonders natürlich sei. Die Musikgeschichte
lehrt aber, daß sie zuerst bei Männerstimmen aus-
gebildet wurde und dort eine Bedeutung erlangt
hat, welche die der jetzigen Sopranfistel noch über-
wiegt. Als im Kunstgcsange nur Männer und Kna-
ben zur Verwendung kamen, was bis zum 1.1600
ausschließlich und im Kirchengesange noch mehr als
hundert Jahre später geschah, bildete sich im Tenor
ein hohes Register mit Hilfe der Kopfstimme aus,
das deshalb auch den Namen Alt (^1w8, ^1w,
d. i. hoch) erhielt; die Singart, in dcr iolckes ge-
schah, hieß F., und die Sänger desselben, also die
Alt-Tenoristen, wurden Falsettisten genannt.
Noch Händel schrieb die Altpartien seiner Oratorien-
chöre für solche Falsettisten. Von diesen rührt daher
sowohl die Kunst wie der Name des Falsettgesang^
her. Aus diesem Ursprünge solgt auch, daß die
Unterschiede, die man zwischen F. und männlicher
Kopfstimme angenommen hat, auf Irrtum beruhen.
Falsetts, ital. Form für Falfett (s. d.).
Falsifizieren (lat.), verfälschen; Falsifika-
tion, Fälschung; Falsifikat, etwas Gefälschtes;
Falsifikätor, Fälscher.
I'a.iso boräons (ital., "falscher Baß"; frz. taux
doui-llon), bei den ältern Gesangskomponisten ein
dreistimmiger (^atz über Melodien der Psalmodie,
bei dem der Sopran den lÜHntu? iii-inng hatte und
der Tenor eine Quarte, der Bah eine Serte tiefer
ihn begleitete. - Vgl. Guido Adler, Studie zur Ge-
schichte der Harmonie (Wien 1381).
Falstaff (spr. fahlstäff), Sir John, bei Shake-
speare der stete Begleiter des ausschweifenden
Prinzen Heinrich von Wales, nachmaligen Königs
Heinrich V. (gest. 1421), ist die originellste dramat.
Person, die Shakespeare in "Heinrich IV." und (an-
geblich auf Verlangen der Königin Elisabeth) in
den "Lustigen Weibern" gezeichnet hat. F. ist ein
Heros der Taugenichtse, dabei unterhaltend, unver-
wüstlich an Laune und Witz, er ist ein ebenso feiger
Soldat als lügenhafter Prahler, im Wohlleben
ergraut und noch im Alter lüstern und liederlich.
Unter einem plumpen Äußern verbirgt er den ge-
wandtesten Schalk, der geschickt einlenkt, sobald die
Dreistigkeit seiner Späße übel empfunden wird,
zumal er das Leben und die Anstandspflichten genau
kennt. Zuerst hieß die Figur, welche später F. ge-
nannt wurde, Öldcastlc. Darauf deutet noch jetzt
ein Wortspiel in Heinrich IV., Tl. 1, I, 2, ^, und
daß in einer Quartausgabe des 2. Teils von Hein-
rich IV. Old (d. h. Oldcastle) vor einer Rede F.s stehen
geblieben ist. Sir John Oldcastle, Lord Cobham,
war eifriger Anhänger Wiclifs und wurde als Ketzer
1417 verbrannt. Seine Feinde stellten ihn als feig
und prahlerisch dar, daher stammt die Gestalt bei
Shakespeare. Später sah der Dichter sein Unrecht
ein (vgl. Epilog zu Heinrich IV., Tl. 2) und änderte
den Namen in F. in Anlehnung an Sir John Fa-
stolf (vgl. Heinrich VI., Tl. 1,111, 2 und IV, 1), dem
er aber gleichfalls unrecht gethan zu haben scheint.
Oldcastle war der Held eines psendoshakespeareschen
Stückes. F. bildet auch den Mittelpunkt von mehrern
neuern Opern, z. V. von Dittcrsdorf (1796), Salicri
(1798), Valfe (1838), Nicolai (1849), Adam (1850),
Verdi (1892) u. a. - Vgl. Halliwell, 0n tlio cli^-
rll(:t6r ot 8ir <!. ^. (Lond. 1841); Morgann, ^333,7
011 tlio ärainatie okai-Hotei- ol 8ir "I. I?. (ebd. 1777;
neue Aufl. 1825) und besonders Hairdner, 'II16
liistoric^i 6i6in6nt in Zi^kßpei'L'" I^ZtaK', in der
"^orwiM^ I56vi6n", März 1873.
Falster, dän. Insel in der Ostsee, südlich von See-
land, durch den Grönsund von Möen, durch den über-
brückten Guldborgsund von Laaland getrennt, hat
nebst dem durch Dämme rnit ibm verbundenen Eiland
hasselö und fünf kleinen Holmen 474 ^kin, ist nie-
drig und steigt nur im NW. im Bavneböj zu 44 in
auf. F. ist überaus fruchtbar und gut angebaut.