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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fedia - Féerie
Fedkovic (spr. -köwitsch), Ios. Horedencuk, tlein-
russ. (galizischer) Dichter, geb. 1834 in der Buko- ,
wina, war österr. Offizier, 1867-72 Kreisfchul-^
inspektor in feiner Heimat, später Redacteur und
Herausgeber der kleinrusf. Zeitung "Iwkoving." in
Czernowitz, wo er 11. Jan. 1888 starb. Er dichtete
anfangs deutfch, dann in feiner Muttersprache, und
schrieb "Gedichte" ("?(i6/ii", 3 Bde., Lemb. und Ko-
lomea 1862-67) und "Erzählungen" ("lovi8ti",
Kiew 1876; mit Biographie und Vorwort von M.
Dragomanow über galiz. Litteratur), deren Stoffe
dem Volksleben entnommen sind.
Fedötow, PaulAndrejewitsch, russ. Genremaler,
geb. 1811, gest. 1852 in Petersburg. Er diente
anfangs im .Heer und befuchte schon als Offizier
die Kunstakademie in Petersburg, wo Al. Sauer-
weid sein Lehrer war. Unter dessen Leitung wid-
mete er sich anfangs der Schlachtenmalerei, ging
aber bald, vom Fabeldichter Kryllow beeinflußt,
zum Genre über und wurde der erste russ. Künstler,
der es wagte, dem akademischen Klassicismus ent-
gegenzutreten und Scenen aus dem Volksleben in
derber, oft farkaftifcher, aber realistisch wahrer
Weise zu schildern. Seine vom I. 1849 an in Pe-
tersburg ausgestellten Bilder, insbesondere: Der
erste Orden, Die wählerische Braut, Der Major auf
Freiersfüßcn, Die Witwe u. a. waren von großem
Einfluß auf die Entwicklung der russ. Malerei.
Fedtfchenko, Alerej Pawlowitfch, russ. Natur-
forfcherund Reifender, geb. 7. Febr. 1844 in Irkutsk,
studierte in Moskau die Naturwissenschaften und
machte 1868 - 71 die erste größere Reise nach
Turkestan und nach dem untern Syr-darja; nach-
dem er den Serafschan bis zu seinen Quellen ver-
folgt hatte, begab er sich nach Samarkand. Eine
zweite größere Forschungsreise machte F. 1871 im
Frühjahr nach der Sandwüste Kisil-kum und im
Sommer nach Kokan; er erreichte als erster Euro-
päer den Westfuß des Terekdawanpasses und ge-
langte südlich über das Alaigebirge in das Thal des
Kisil-su. Die Unsicherheit des Landes nötigte ihn,
nach Europa zurückzukehren. Er begab sich nach
Leipzig, um die Resultate seiner Forschungen zu be-
arbeiten, verunglückte aber 15. Sept. 1873 bei einer
Besteigung des Mont-Vlanc. Das naturhistor. Ma-
terial seiner Reisen wurde von mehrern Gelehrten
bearbeitet und herausgegeben u. d. T.: "F.s Reise in
Turkestan" (russisch, 13 Hefte, Petersb. 1873-76).
Aus F.s Briefen wurden veröffentlicht: "Aus Ko-
kan. Mitteilungen über die Reife F.s im Chanat
Kokan im 1.1871" (russisch, Taschkent 1871; deutsch
in "Petermanns Mitteilungen", 1872). - Vgl. Frau
Fedtschenko, A. F.s Reisen in Turkestan 1868-71
(in "Petermanns Mitteilungen", 1874; mit Karte).
I'sv Vrant (engl., spr. sih grännt), s. Englisches
Schul- und Universitätswesen (S. 141 d).
Feen, geisterhafte weibliche Wefen der roman.
und kelt. Voltssage, in denen sich verschiedene my-
thische Gestalten mischen. Sie sind ebenfalls in die
deutsche Volksdichtung eingedrungen. Sie erschei-
nen in älterer Zeit bald als Feie, bald als Feine.
Zu den F. gehören: 1) Die alten drei röm. ^chicksals-
göttinnen, die tri". lata, von denen die F. auch den
Namen haben (lata., altfrz. tsis; span. k^da.; frz.
t'öe). Mit diesen mischten sich die drei ina.ti-68 oder
ui3.trou3,6, mütterliche Schutzgöttinnen kelt. Ur-
sprungs. In den Besucken, welche die F. namentlich
in der Neujahrsnacht den Häusern der Menschen
abstatten, sowie in ihrer Teilnahme an dem Ge-
schicke der Kinder leben die Erinnerungen dieser
Klasse fort. 2) Weibliche Elementargeister, die vor-
züglich gern im Walde, in Hügeln und Felsen und
an Gewässern leben. Sie lieben den Tanz, dessen
Spur die Feenringe (corei68 ä68 t'668), gleich den
deutschen Elben- und Hexenringen, verraten, und
werden oft wafchend gefehen, wonach sie ihr Linnen
an den Steindenkmälern trocknen, in denen sie auch
wohnen (Frott68 oder di3,mdi'68 aux t'668). Ver-
schiedene Orte, namentlich alte Schlösser, wurden
als Feenorte genannt. Berühmt war besonders der
Wald Brecheliant (Brezilian) in der Bretagne und
die sagenhafte Insel Avalon im Ocean. Als Königin
der F. wird im 13. Jahrh, die Ooiniiig. lladuuäia
(Oani6 ^douäe) genannt, die schon im Namen auf
die Segensfülle deutet, die sie spenden kann. Franz.
Namen der F. sind auch äiv68868, äa.ui68 1)lHiic1i68,
doiiQ68 äam68, dollN68 6t lraiic1i68 PU061168. End-
lich 3) standen menschliche Weiber im Rufe, F. zu
sein; diese unterste Art berührt sich mit den Hexen.
Schon frühzeitig bemächtigte sich die Poesie des
reichen Stoffs, der in den Feensagen liegt. Be-
reits in den breton. Lais und den franz. Fabliaux
tritt das hervor. Bedeutender erscheint dieses Ele-
ment in einigen Romanen: dem "I^ncsiot au lac",
dem "^8^16 16 ^vi8t6" und der "N6iu8iii6". Die
ital. Dichter des 15. und 16. Jahrh, benutzten die
F. reichlich. Auch das eigentliche Feenmärchen ist
in Italien ausgebildet, durch Straparola und
Giamb. Bastle, den Verfasser des "?6utam6i'0N6".
Daraus schöpften die franz. c0nt63 5mxke63; außer-
ordentlich beliebt und verbreitet waren namentlich
Perraults "lÜ0nt68 äe ma ni6r6 1'0)'6" (1697) und
Madame Aulnoys "Oont68 ä<33 t663" (1698). Eine
Sammlung von Feenmärchen giebt "1^6 ca.1)iii6t ä68
t668, 0U coliLotiou ä68 cont68 ä68 l663" (41 Bde.,
Amsterd. 1785 - 89). Was über span.-arab. und
pers. Ursprung der F. gesagt wird, ist falfch. Unter
ital. Einfluß ist auch das deutsche Feenmärcben ent-
standen. Eine geistreiche Satire auf das bis zur
franz. Revolution beliebte Feennlärchen ist Wielands
"Don Sylvio de Rofalva" (1764). - Vgl. Keightley,
I^aii-^ m^tkolo^ (neue Ausg., Lono. 1851; deutfch
von Wolff, 2 Bde., Weim. 1828); Schreiber, Die
F. in Europa (Freiburg 1842); Maury, 1.68 l668
äu in0)?6Q k^6 (Par. 1843); Halliwell, I11u8trati(M3
ol lair^ ui^tlioloA^ (Lond. 1845).
Feer-Herzog, Karl, fchweiz. Politiker und Na-
tionalökonom, geb. 23. Okt. 1820 zu Rixheim im
Elsaß, war Industrieller in Aarau und seit 1852
Mitglied, zweimal auch Präsident des Großen Rats
daselbst. Er leitete als Generalkommissar die Or-
ganisation der Schweizer Abteilung auf der Pariser
Weltausstellung von 1867 und war seit 1865 Ver-
treter der Schweiz in den Konferenzen der Staaten
des lat. Münzbundes, wo er für den Übergang
zur Goldwährung wirkte. F. starb als Präsident
der Bank von Aarau 16. Jan. 1880 daselbst. Er
schrieb: "Die aargauische Bank" (Aarau 1868),
"I^'uliiiicittion 1n01i6tg.i16 interuHtioiiHiE" (Genf
1869), "1^3. I?1'HIic6 ^ 8ß8 3.11168 I110I16t3.ii'63 611
1)l686Iie6 (16 1'uniiil)I.ti()Q univ6r86ii6 (168 111011'
HH168" (Par. 1870), "Gold oder Silber?" (Aarau
1873), "Bericht an den schweiz. Handels^ und In-
dustrieverein über den gegenwärtigen ^tand der
Münzfrage" (Zür. 1878). '
Fcerie (frz., spr. ferih), eine Gattung des Aus-
stattungsstücks, in der übernatürliche Wesen han