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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fergusson (Sir James) - Ferienkolonien
des Niniveh-Court im Krystallpalast in Sydenham.
Ferner erschien ein illustriertes "Ulmädook ol ^rclii-
t6cwr6" (2 Bde., 1855; 3. Aufl. 1875), sodann "11i6
MÜ.N30I6UM Ht 1Ill.IicHI-NH88U3 rkLWlScl" (Lond.
1862), "lliLtoi^ ol aroliit6l)tui'6 in 3.11 couutriks"
(3 Bde., ebd. 1865-70; 2. Aufl. 1873-76). Auf-
sehen erregte das glänzend ausgestattete Werk "^i-L"
iz.ii(l L6rp6iit^v0i8iiip, or i11u8ti'lUioii8 ol invtdoidF^
aml ilrt in Inäw' (Lond. 1868; 2. Aufl. 1873), dem
noch mehrere andere Werke folgten, darunter "Das
Erechtheion und der Tempel der Athene Polias in
Athen", hg. von Schliemann (Lpz.1880). Er starb
9. Jan. 1886 in London.
Fergusson (spr. förgeß'n), Sir James, engl.
Staatsmann, geb. 1832 in Edinburgh, wurde in
Rugby und Oxford herangebildet, 1851 Offizier und
nahm am Krimkrieg teil, nach dessen Beendigung
er seinen Abschied nahm, um sich dem polit. Leben
zu widmen. Er wurde ins Unterbaus gewählt, wo
er sich den Konservativen anschloß, war 1866 - 67
Unterstaatssekretär für Indien, 1867-68 Unter-
staatssekretär im Ministerium des Innern. 1868-
73 war er Gouverneur von Südaustralien, 1873
-75 von Neuseeland, 1880-85 von Bombay.
1885 kehrte er nach England zurück, wurde von
Manchester ins Unterhaus gewählt und von Lord
Salisbury Aug. 1886 zum Unterstaatssekrctär im
Auswärtigen Amt, Sept. 1891 zum Generalpost-
meister ernannt. Mit dem ganzen Ministerium trat
er Aug. 1892 zurück; er vertritt jetzt noch Manchester
im Unterhause.
Fergusson (spr. förgeh'n), Nob., schott. Dich-
ter, geb. 5. Sept. 1750 zu Edinburgh,^bildete sich
auf der Universität zu St. Andrews, ^eine engl.
Gedichte sind unbedeutend; dagegen weht durch alle
seine in schott. Volksmundart geschriebenen Lieder
ein innig-poet. Geist. Ein ausschweifendes Leben
verhinderte feine Entwicklung; er starb 16. Okt. 1774
im Irrenhause. Seine gesamten Dichtungen er-
schienen als "I'oeticHi >voi'k8" (Edinb. 1773; mit
Biographie von T. Rudiman, 1779; in 2 Bon.,
Perth 1785). Spätere Ausgaben der Werke be-
sorgten: Dav. Irving (Glasg. 1800), A. Peterkin
(Lond. 1807), R. Chambers (1840) und A. V. Gro-
sart (1851). F. gilt als Vorläufer von Nob. Vurns.
- Vgl. Fiedler, Geschichte der volkstümlichen schott.
Liederdichtung (2 Bde., Zerbst 1846).
Fergusson (spr. förgeß'n), Sir William, engl.
Chirurg, geb. 20. März 1808 in Prestonpans in
Schottland, studierte in Edinburgh Medizin und
wurde dann 1826 Gehilfe am chirurg. College zu
Edinburgh. Nachdem er 1839 Chirurg an der 1<o^1
luürmarx daselbst geworden, kam er 1840 als Pro-
fessor an das Xin^'8 O0II6F6 zu London und wurde
1870 zum Präsidenten des Noval ^oiieZL 0t' 3ur-
ß60N8 erwählt, war auch Leibchirurg^der Königin.
Er starb 10. Febr. 1877 zu London, ^eine wichtig-
sten Arbeiten betreffen die Aneurysmen, die Re-
sektionen und die Steinoperationen, auch hat er
zahlreiche chirurg. Instrumente erfunden. Sein
Hauptwerk ist das "8^8tein ol pi^cticiii 8ni'Z6i-v"
(5. Aufl., Lond. 1870); seine "I^cwi-63 011 tlie pro-
AI-688 0l HUHtOIN^ Hiiä 8Nr^6r^ älii'iuA tk6 pr636Iit
ceutui'^') erschienen 1867. - Sein Leben beschrieb
H. Smith (Lond. 1877).
I'si-ia.O, s. Ferien.
Feriana, Dorf im südl. Tunis, am Wadi Vu-
Haja, zähtt600E. In der Nähe Medinet el-Kedima,
. die "alte ^tadt", das sind die ausgedehnten Ruinen
(Theater, Mauern und Straßenzüge) der röm. Kolo-
nie Thclcpte oder die von Thala.
Ferid eddin Attar, pcrs. Dichter, s. Attär.
Ferien (I^eriae), bei den alten Römern die Tage,
an denen keine Geschäfte vorgenommen, sondern
gottesdienstliche Handlungen verrichtet, Opfer dar-
gebracht, auch wohl Festmahle gehalten wurden.
Sie zerfielen in solche, die nur Einzelne oder Fa-
milien betrafen (t'kriae private), wie Geburtstage
u. s. w., und in folche, die vom Staat angeordnet
wurden (lerias pudlicae); die letztern wiederum in
stehende, bewegliche und außerordentliche, von Kon-
fuln oder Senat befonders festgefetzte, wie die Vitt-
und Dankfeste. Später ging das Wort in den röm.
Kirchenkalender über, in welchem man den Montag
leria 860uuäa, den Dienstag lei-ia tertia u. s. w.
nannte, teils um die heidn. Namen zu verdrängen,
teils auch um die Christen daran zu erinnern, daß
ein jeder Tag zum Gottesdienst bestimmt sei. -
^6lia6 8tn1t<)!'uiii, s. Fornar; I^eriHk I^tinas, s.
I^tinas I^ermo; ^6ri^6 roZationuin, s. Vettage.
Bei Lehranstalten bezeichnet man, wie auch
schon im Altertum, mit F. oder Vakanzen den
Zeitraum, wo keine Unterrichtsstunden (Vorlesun-
gen u. s. w.) stattfinden (s. Schulferien), bei Ge-
richtsbehörden den Zeitraum, während desfen,
abgesehen von bestimmten Ausnahmen (s.Ferien-
sachcn und Gerichtsfcrien), weder Termine abge-
halten, noch Entscheidungen erlassen werden.
Ferienkammern, bei den Landgerichten Kam-
mern zur Erledigung der sscricnsachcn is. d.).
Ferienkolonien, zweckmäßiger auch Anstal-
ten zur Sommerpflege genannt, Einrichtungen,
die dazu bestimmt sind, die Gesundheit armer, kränk-
licher und schwächlicher Stadtkinder durch geeigneten
Landaufenthalt während der Sommermonate, und
zwar in der Hauptsache während der Ferienzeit, zu
kräftigen. Als ihr Begründer wird der Pfarrer Vion
in Zürich angesehen, der 1876 zum erstenmal eine
Anzahl armer schwächlicher Kinder aus Zürich in
die Appenzeller Alpen entsandte. Indessen hat schon
im gleichen Jahre auch der Schulvercin in Hamburg
arme Kinder zur Erholung aufs Land geschickt. Ein
ähnlicker Versuch war 25 Jahre früher bereits in
Kopenhagen unternommen worden. In Deutschland
bat Sanitätsrat Varrentrapp in Frankfurt a. M.,
der diese Einrichtung 1877 in der Schweiz kennen
gelernt hatte, sofort für die Errichtung von F. ge-
wirkt und auch in Frankfurt a. M. schon 1878 die
Entsendung von 97 Schulkindern erreicht. Dem
Vorgange von Hamburg und Frankfurt sind nach
und nach eine große Anzahl deutscher Städte ge-
folgt. Auch in Österreich-Ungarn, Frankreich, Ita-
lien, Belgien, England, Nordamerika und andern
Ländern haben diese Bestrebungen Fuß gefaßt. In
Deutschland werden die aus der Entsendung und
Verpflegung der Kinder erwachsenden Kosten zu-
meist durch Vereine aufgebracht, die zu diesem Be-
bufe regelmäßige Sammlungen veranstalteten. Auf
Anregung der Kronprinzessin, nachmaligen Kaiserin
Friedrich, hielten diese im Nov. 1881 unter dem
Vorsitze des Ministers Falk die erste, 1885 eine
zweite Konferenz (in Bremen) ab. Letztere führte
zur Erricktung einer "Centralstelle der Vereinigun-
gen für Sommerpflcge" mit dem Berliner Verein
für häusliche Gesundheitspflege an der Spitze, welche
periodische Konferenzen abhält und Jahresberichte
herausgiebt, auch die Dresdner Wochenschrift "Volks-
wohl" als ihr Organ an die Mitglieder versendet.