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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gallophil - Gallus (Cornelius)
von den gegenwärtigen und frühern engl. Kolonien,
an vielen andern enrop. und auftereurop. Handels-
plätzen (z. B. in Konstantinopel, Ost- und West-
indien) im Großverkehr als Verkaufsnorm der
Spirituosen dient, enthält nur 231 engl. Kubikzoll
^ 3,7853 1; das alte engl. Viergallon aber 282
engl. Kubikzoll ^- 4,621; man rechnet im Verkehr
stets 5 Imperial FHlionZ -^ 6 alte Weingallons.
Das Impei'WI ^Ilon hat 4 Quarts oder 8 Pinten
(Pints) oder 32 Gills. Beim Getreidemaß machen
2 G. ein Peck, 8 G. ein Bushel (s. d.), 32 G. ein
Coom oder Comb, 64 G. ein Quarter, 460 G. eine
Last. Beim Flüssigkeitsmaß machen 18 G. ein
Rundlet oder Runlet (bei Bier ein Kilderkin zu
2 Firkins), 42 G. ein Tierce (bei Bier 36 G. ein
Barrel), 63 (bei Vier 54) G. ein Hogshead oder engl.
Orhost, 84G.einPuncheon, 126 G. eine Pipe oder
ibei Bier) 108 ein Butt, 252 (bei Bier 216) G. ein
Tun. Im franz. Vorderindien ist der G. von 12
Marcals zu 2 Packas ein Getreidemaß mit 35,8951
Inhalt. 125 solcher G. machen ein Garce (s. d.).
Gallophll (lat.-grch.), Franzosenfreund.
Galloromänifch, aus der Verbindung des
Gallischen und Romanischen entstanden.
Galloway (spr. gällöwe), gebirgige Landschaft
in der Südwestecke Schottlands, jetzt die Graffchaf-
ten Wigtown und Kirkcudbright umfassend, endigt
im SW. mit einer von N. nach S. an den Nord-
tanal gestreckten Landzunge, die Nhinns of G.,
deren Südspitze, Mull of G., das Südwestkap von
ganz Schottland, einen Leuchtturm (99 m) trägt.
Man zieht in der Landschaft vorzügliche Pferde und
Rindvieh. Gewerbthätigteit fehlt fast ganz. Die
Bewohner sind durchschnittlich die größten auf den
brit. Inseln. G. gehörte ehemals norweg. Grafen;
erst 1160 vereinigte es Malcolm IV. mit Schottland.
Gallowaykefsel, Gallowayrohre, s. Dampf
kcssel (Bd. 4, S. 724d).
Gallünus, Heiliger, s. Gallus.
Galluppi, Pasquale, ital. Philosoph, geb.
2. April 1770 zu Tropea in Calabrien, studierte zu
Neapel Rechtswissenschaft, wurde Advokat, uahm
aber später eine Anstellung im Finanzfache an,
wobei er feiner Neigung für mathem., theol. und
philof. Studien folgen konnte. Besonders beschäf-
tigten ihn Descartes, Leibniz, Wolf, Condillac,
Reid, Kant und Fichte. 1831 erhielt er den Lehr-
stuhl für Logik und Metaphysik an der Universität
zu Neapel, den er bis zu seinem 13. Dez. 1846 er-
folgten Tode innehatte. G. hat hauptsächlich die
Ertenntnislehre mit kritischer Rücksicht auf Kant,
wie andererseits franz. und fchott. Philosophen (be-
sonders mit Rücksicht auf Reid) bearbeitet. Auch in
der Ethik lehnt er sich vorzugsweise an Kant an.
Die wichtigsten Werke G.s sind: "8HFF10 üIoLoüco
8u11a critica dsiia. con08ckN2a" (6 Bde., Mail. 1847),
"I^6tt6r6 üi080Ül)k6 8n1i6 vicenäe äeiill. Ü1080ÜH
intorno ai principii deiia conoLceiiöN. imia.iiN da.
(^ai-t68i0 ÜQ0 3. kHQt" (Messina 1827), "Ni6ni6iiti
äi üi080tiH)) (2 Bde., Mail. 1840), "1.6210111 äi
lo^ica 6 äi in6taii8ie^)) (3 Bde., Livorno 1854),
"^ii08oii3. äeiia volontH" (Mail. 1832-40), "(^011-
8^61^210111 Ki080Üc1i6 8U 1'iä6a1i8IN0 trÄN8 ckiilieil-
tiÜ6 6 3u1 ra2i0iia1i8iii0 a880ilit0)) (5 Bde., ebd. 1845).
Gallus, indischer, s. Bablach.
Qa.11us (lat.), der Hahn.
Valius, Priester der Kybcle (s. d.).
Gallus, Gajus Vibius Trebonianus, röm.
Kaiser (252-^5Z), em Römer aus Perusia, war
249 n. Cbr. als röm. Legat an der untern Donau
mit dem Schutze Mösiens gegen die Goten betraut
und wurde nach des Kaisers Decius Untergang in
der Schlacht bei Abritum (im Nov. 251) mit dem
Purpur geschmückt, worauf er, um den Verdacht,
an dem Tode des Kaifers schuld zu sein, von sich
abzulenken, einen Sohn des Decius und seinen
eigenen zu Cäfaren erhob. Der schimpfliche Friede,
den er sofort nach seiner Thronerhebung mit den
Goten schloß, erschütterten von Anfang an sein An-
sehen gewaltig. Als er 252 sich von der Donau nach
Rom begeben hatte und nun sein Nachfolger in
Mösien, der Legat M. Amilius Amilianus, zu An-
fang des I. 253 einen neuen Einfall der Goten
glücklick abgewiesen hatte, erhoben in der Mitte
dieses Jahres die Legionen des Amilianus diesen
zum Gegenkaiser. Amilian rückte nach Italien vor,
und als es Ende 253 bei Interamna (Terni) zwi-
schen ihm und G. zur Schlacht kommen sollte, wurde
G. von seinen eigenen Offizieren getötet, die nun
dem Gcgentaifer huldigten.
Gallus, Flavius Claudius Constantius, der
ältere Sohn des Julius Constantius (eines Stief-
bruders Konstantins d. Gr.) und der Galla, ent-
rann nach Konstantins Tode nur durch zufällige
Umstände famt feinem Stiefbruder Iulianus (dem
spätern Kaiser) der Septembermetzelci des 1.337 zu
Konstantinopel. G. stand damals im Alter von
13 I. Unter der Erziehung, die ihm sein argwöhni-
scher Vetter und Schwager, Kaiser Constantius II.,
angedeihen ließ, entwickelte sich G. zu einem jähzor-
nigen, eigensinnigen und grausamen Charakter.
Als ihn 351 sein Vetter als Cäsar nach Antiochia
schickte, führte er im Verein mit feiner Gattin, des
Kaisers Schwester Constantia, die von den eigenen
Zeitgenossen eine "Megäre m Menschengestalt" ge-
nannt wird, eine blutgierige Mißrcgierung. In-
folgedessen wurde G. auf Veranlassung des Kaisers
nach Pola in Istrien gelockt und hier gegen Ende
des I. 354 n. Chr. enthauptet.
Gallus, Cornelius, röm. Feldherr und Dichter,
Freund des Virgil und Ovid, geb. 69 v. Chr. in
1^0i'um ^nlii (Frejus), wurde durch Augustus aus
niedrigen: Stande emporgehoben. Er befehligte
eine Heeresabteilung in der Schlacht bei Actium,
focht dann in Ägypten glücklich gegen Antonius
und erhielt zuletzt 30 v. Chr. die Statthalterfchaft
des eroberten Landes. Übermütig gemacht durch
sein Glück, ließ er im ganzen Lande, das er oben-
drein als eine Quelle seiner eigenen Bereicherung be-
trachtete, Bildsäulen von sich errichten, seine Thaten
sogar an den Pyramiden verewigen und sich zu
Äußerungen gegen Augustus hinreißen. Er wurde
mit Verlust des Vermögens zur Verbannung ver-
urteilt und endete 26 v. Chr. durch Selbstmord. G.
hat zuerst Alerandrinische Elegiker, darunter nament-
lich Euphorion (s. d.), in lat. Elegien übersetzt und
nachgeahmt. Für ihn schrieb Parthenius (s.d.) seine
Schrift "über Liebesabenteuer". Seine Gedichte,
an denen Quintilian eine gewisse Härte rügt, feierten
die Schaufpielerin Lycöris; sie sind sämtlich unter-
gegangen. Die unter seinem Namen zuerst von
Pomponius Gauricus (Vened. 1501) bekannt ge-
machten sccks Elegien sind im 6. Jahrh, von einem
gewissen Marimianus gedichtet. Die von dem
jüngern Aldus Manutius 1590 zuerst heraus-
gegebenen , G. zugeschriebenen Distichen und Epi-
gramme, abgedruckt in Werndorfs "I^oetas I^atini
miQ0l68", Bd. 3 (Altenb. 1782) und m Rieses