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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gefrittete Sandsteine - Gefühl (physiologisch)
bei die umhüllende Schicht noch immerhin aus-
reicht, den Wasserandrang zurückzuhalten. Tie nach-
stehende Figur zeigt das Verfahren, wie dasselbe
auf einer Grube bei Königs-Wusterhausen zur Ver-
wendung kam. Jede Röhre ist unten geschlossen und
enthält im Innern eine zweite engere: durch eine
Pumpe wird die in einer Eismaschine auf W^ unter
Null abgekühlte Lösung durch die Leitung ^ und
das obere Verteilungsrohr den Einströmungsröhren
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2 2. und dadurch den Kühlröhren zugesührt. In den
innern engern Röhren sinkt sie abwärts, um in den
gröhern Mantelröhren von ^ aus wieder hoch zu
steigen und dei den obern Kopfstücken I< in die
engen Abflußröhren 3 8 überzugehen, aus welchen sie
von neuem in den Kühlapparat gelangt, um bier-
auf denselben Kreislauf abermals durchzumachen.
Die Chlorcalciumlösung sriert erst bei -40° 0. Die
Ausführung von Arbeiten in den bisher gefürchtet'
sten Schachten wird hierdurch möglick, die Fundie-
rung von Brückenpfeilern, die Aushebung von Tun-
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. VII.
l nels in Schwimmsandschichten wesentlich erleich-
! tert. - Vgl. Handbuch der Baukunde, Abteil. 3:
Baukunde des Ingenieurs (Heft 1: Der Grundbau,
! bearbeitet von Brennecke, Verl. 1887).
Gefrittete Sandsteine oder verglast e Sand-
stein e, ursprünglich mergelige oder thonige Sand-
steine, die, indem sie von Basalt durchbrochen oder
als abgesprengte größere und kleinere Bruchstücke
von diesem umhüllt wurden, unter dem Einfluß
des glutflüssigcn Eruptivgesteins eine eigentümliche
Veränderung erfahren haben. Sie sind prismatisch
in mehr oder weniger dicke Säulen abgesondert,
hart und klingend und dabei in der Weise umgewan-
delt worden, daß eine dunkle firnisähnliche Glas-
substanz die Zwischenräume zwischen den eckigen und
rundlicken vielfach zerborstenen ^uarzkörnern aus-
füllt. Dieses bräunliche Glas, das selbst verschiedene
mikroskopische krystallinische Ausscheidungsprodukte
(z. B. Spinelle, Cordierite) in sich enthält, ist ent-
standen durch die Schmelzung der eisen- und kalkhal-
tigen Thonteilchen innerhalb des einer großen Hitze
ausgesetzt gewesenen Sandsteins, dessen Quarz-
! körner dabei bis auf die erhaltenen Sprünge un-
verscbrt geblieben sind. Solche veränderte Rand-
steine sind namentlich im mittlern Westdeutschland
bekannt, z. B. bei Obcrellenbach in Niederhcssen,
am Wildenstein bei Büdingen, Stoppelsberg bei
! Hünfeld, Stcinberg bei Breuna, Vraunsberg bei
! Cassel, Kalvarienberg bei Fulda, Otzberg bei Darm-
stadt, auch im Thüringer Walde,
z Gefrorenes oder Eis (frz. Fiaes; engl. ice-
. cream), beliebtes Erfrischungsmittel, welches durch
bis zum Gefrierpunkt fortgefetzte Abkühlung der
verschiedensten versüßten und aromatisierten Flüssig-
keiten hergestellt wird. Vanille-, Kafsee-, Thee-,
Schokoladen-Gefrorenes besteht wesentlich aus
! Sahne und Zucker, denen (bei Vanille-Gefrorenem
! unter Zusatz von Eigelb) die betreffenden Bestand-
teile zugenüscht sind. Wassergefrorenes wird durch
Abküblung verschiedener Fruchtsäfte, häusig unter
^ Zusatz von Früchten oder von feinen Liqueuren
^ hergestellt. Die betreffenden Substanzen werden in
zinnernen, mit übergreifendem, dichtschließendem
Deckel versebencn Büchsen in eine Mischung von
zerstoßenem Eis und ^alz gestellt und darin durch
beständiges Drehen der Büchse in steter Bewegung
erhalten. Durch die Bewegung erzielt man die Ab-
scheidung des Eises in Form kleiner, schneeähnlicher
^wstalle, und diese wird noch mehr begünstigt, wenn
man die '.Nasse, nach etwa 1() Minuten langem Ver-
weilen in der Kältemisckung, mit einem hölzernen
Spatel durchrührt und dabei solche Teile, welche sich
an den Wandungen der Büchse angesetzt haben, ab-
löst und in dem übrigen verrührt. In größeren Kon-
ditoreien benutzt man häufig den im Artikel Eis-
maschinen (Bd. 5, S. 951) beschriebenen und in
Fig. 1 abgebildeten Apparat. Will man das Ge-
frorene in Form von Früchten und in sonstigen Ge-
stalten zubereiten, so läßt man die Eisbildung in
der Büchse sich erst vollziehen, streicht die Masse in
Hohlformen und setzt diese dann in Eis, wobei ein
oberflächliches Zusammenfrieren des Ganzen erfolgt.
Gefüge der Gesteine, s. Gesteine.
Gefühl (physiologisch). Zu den fünf Sinnen des
gewöbnlichen Sprachgebrauchs wird auch das G.
gezählt, und man versteht darunter so ziemlich alle
die Empfindungen, die sich nicht einem der vier
^ übrigen Sinne unterordnen lassen. Die Wissen-
! schüft sondert die große ManniaMügkeit dieser
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