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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Groß-Bahama - Großbetrieb
den Waren reist, ist nicht notwendig, wenn es anch
regelmäßig der Fall war. Der G. kommt heutzutage
kaum noch vor. ^(s. d.).
Groß-Bahama, eine der Bahama-Inseln
Großbanda, eine der Banda-Inseln (s. d.).
Groftbärcn, Gruppe dcrRaubticrgattungVär
Groft Barten, s. Bartenland. ^ ^ss. d.).
Grotz-Basfam, s. Vassam. I
Grotz - Becskerek, s. Becskerek. !
Grotzbeeren, Dorf und Rittergut im Kreis!
Tcltow des preuß. Reg.-Vcz. Potsdam, 20^m süd- ^
lich von Berlin, an der Linie Berlin-Iüterbog der i
Preuß. Staatsbahncn, hat (1890) 1500 E., Post- !
agentur, Telegraph und ein Nittergnt, 1881 von
der Stadt Berlin zu Verieselnngszwecken angetauft.
G. ist denkwürdig durch den Sieg der Verbünde-
ten über die Franzosen 23. Aug. 1813. Nach Ab-
lauf des Waffenstillstandes 17. Äug. 1813 sollte der !
franz. Marschall Oudiuot gegen Berlin vorstoßen. !
Zur Deckung Berlins stand in der Mark die Haupt- ,
masse der Nordarmcc unter Vernadotte, aus dem 3. ^
und 4. preuß. Armeekorps (Bülow und Tauenden), !
drei russ. Korps (Woronzow, Wintzingerode und !
Tschernytschcw) und 22 000 Schweden zusammen-
gesetzt, zusammen etwa 100000 Mann zum Teil ^
ganz neu formierte Truppen. Das franz., durch z
Rhcinbnndstruppen verstärkte Heer unter Oudinot !
bestand aus dem 4., 7. und )2. Korps (Bertrand, !
Reynier und Oudiuot) und dem 3. Kavalleriekorps !
lHerzog von Padua), zusammen 75000 Mann stark. '
Oudinot lagerte 20. Aug. bei Luckenwalde, rückte am
21. unter hartnäckigem Widerstände der Vortruppcn ^
der Verbündeten bei Trebbin weiter vor, über- ^
schritt am 22. unter schweren Kämpfen bei Wietstock !
und Iühnsdorf die fumpfige Niederung der Nuthe !
und veranlaßte den Kronprinzen von Schweden,
seine Armee bei Berlin zusammenzuziehen. Der
Kronprinz wollte Berlin preisgeben, Vülow wei-
gerte sich dessen entschieden. Die Nordarmee bezog !
nun eine Stellung vor Berlin, die Nnssen auf dem !
rechten, die Preußen auf dem linken Flügel, die
Schweden im Centrum. Am 23. schob Oudinot das ^
4. Korps gegen Blankcnfelde, wo Tauenzien stand,
das 7. auf G., das von Bülows Vorhut besetzt war, ^
das 12. war weiter links zurück. Bei Vlankenfelde ^
entspann sich zuerst ein Gefecht, das gegen 2 Uhr von
Bcrtrand abgebrochen wnrde, da das 7. Korps noch
immer nicht crfchien. Dasfelbe (zwei sächs. und eine
franz. Division stark) kam gegen 3 Uhr an und
warf die preuß. Vorhut aus G., worauf Oudinot
befahl, die Biwaks zu beziehen. Bülow aber be-
schloß gegen den Befehl Vernadottes den Angriff
und rückte von Heinersdorf unter strömendem Rc- !
gen mit etwa 35000 Mann gegen G. vor, zahlreiche '
'Artillerie an der Spitze, während die Brigade Vor- ^
stell über Kleinbceren auf die rechte Flanke des z
Feindes losging. Die Schlacht begann um 0 Uhr
abends. Als die 2. sächs. Division der Übermacht
wich, befahl Oudinot der franz. Division, sie zu
unterstützen; diese ergriff aber die Flucht und wurde
zum Teil von der preuß. Kavallerie niedergehauen.
In der Dunkelheit traf plötzlich noch eine franz.
Reitermasse ein; die nächsten preuß. Regimenter
stürzten sich sogleich auf diefe, alles geriet durch-
einander, und der ganze schwärm, an 2000 Pferde,
brauste mitten durch die preuft. Infanterie hin-
durch. Auch ein Teil des franz. 12. Korps war
jener Kavallerie gefolgt, zog sich aber unter dem
Schutze der Dunkelbeit wieder zurück. Oudinot
mußte sich unter die Kanonen von Wittenberg zurück-
ziehen und die von Magdeburg zu seiner Unter-
stützung herangerückte Division Girard sich selbst
überlassen, worauf diefe 27. Aug. bei Hagelberg
(s.Belzig) aufgerieben wurde. Die Preußen machten
bei G. 1500 Gefangene und erbeuteten 14 Geschütze
und 00 Munitionswagcn. Ein eiserner Obelisk
(14 in hoch) erinnert jetzt an den Sieg. - Vgl. die
anonyme Schrift "über die Schlachten von G. und
Dcunewitz (Berl. 1813); Köhn von Iaski, Die
Schlacht von G. (ebd. 1803); Pallmann, Die
Schlacht bei G. und der General von Bülow (ebd.
1872); Wichr, Napoleon und Vernadotte (ebd. 1893).
Grotzbekleidungsstück, s. Bekleidung.
Großbetrieb, im Gegensatz zum Kleinbetrieb
(s. d.), jede auf großer Kapitalmacht beruhende und
in großem Maßstabe eingerichtete wirtschaftliche
Unternehmung. Die meisten Maschinen können
überhaupt nur im G. verwendet werden, ebenso
lassen sich die Vorteile der Arbeitsteilung nur in
diesem voll ausnutzen und dazu kommt,"daß die
allgemeinen Unkosten eines Geschäftsbetriebes, wie
die Ausgabe für die Räumlichkeiten, für Heizung
und Beleuchtung, für Motoren (s. d.) u. s. w. nicht
in demselben Maße steigen, wie die Produktion
oder der Umsatz vermehrt wird. Die Vervoll-
kommnung der Verkehrsmittel aber hat es möglich
gemacht, daß Rohstoffe, Halbfabrikate und Fabri-
kate in den einzelnen Unternehmungen an den zweck-
mäßigsten Stelleu in großen Massen produziert
werdeil und doch ohne Schwierigkeit in dem zugäng-
lich gewordenen weiten Verbreitungsbezirk Absatz
finden. Die Ansdehnung des G. hat zur Folge, daß
die Zahl der selbständigen Unternehmer abnimmt
und die der von Lohn oder Gehalt lebenden Per-
sonen zunimmt. Doch folgt nicht notwendig daraus
auch eine Vermehrung der Zahl der großen Kapi-
talisten, da die sür den G. erforderlichen Kapitalien
hänfig von Gesellschaften kleinerer Kapitalbesitzer,
namentlich Aktiengesellschaften, zusammengebracht
werden. Die relative Bedeutung des G. ist in den
verschiedenen Erwcrbszweigen sehr verschieden. In
der Landwirtschaft ist er unter den in Mittel-
europa bestehenden Verhältnissen keineswegs dem
mittlern und kleinern Betrieb unbedingt überlegen;
vielmehr ist die Stellung des letztern in dichtbevöl-
kerten, mit vielen Städten durchsetzten Gebieten
häufig die bessere. Sofern aber die Bewirtschaftung
großer Güter gegenwärtig in Europa nur in Ver-
bindung mit dem Betriebe landwirtschaftlicher In-
dustriezweige (Fabrikation von Zucker, Spiritus,
Stärke u. s. w.) Aussicht auf Gedeihen hat, machen
sich auch auf diesem Gebiete die Vorteile des G.
geltend. Eigentlicher landwirtschaftlicher G. mit
Konzcntricrung auf einzelne Produktionszweige
findet sich besonders in neucn Ländern mit noch
unerschöpftem Vodenreichtum, z. B. in den auf
Tausenden vonHektarenWeizenerzeugendenRiesen-
farmcn des amerik. Westens und den großen Vieh-
züchtcreien Südamerikas und Australiens. Die
Großindustrie, d. i. der G. in den Verodlmigs-
gewerben liefert nur die in großen Massen absetz-
baren Waren mit zablreickcrWiederholung derselben
Modelle, also mit einer gewissen Einförmigkeit und
Schabloncnmäßigkcit, welche namentlich in der
Fabrikindustric (s. Fabrik) zum Ausdruck kommt. -
^>ehr vorherrschend erscheint die Neigung zum G.
auch im Handel. Einerseits werden infolge der
Verkehrserleichterungcn viele Zwischenglieder be-