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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Halbimperial - Halbredoute
Denkmal Platens in Ansbach (1858), die Statue
Fraunhofers in München (1866), die Neiter-
statue des Königs Wilhelm von Württemberg in
Cannstatt (1867), das Denkmal des Erzherzogs
Joseph für Pest (1869). Für Neuyork führte er 1867
eine Marmorgruppe badender Mädchen und eine
allegorische Darstellung Nordamerikas ans; für den
rnss. Hof eine Bacchantin auf dem Tiger sitzend, für
das fürstl. Öttingensche Mausoleum einen Heiland
am Kreuze. Eine seiner letzten Schöpfungen ist die
gewaltige, 1875 aufgestellte Kreuzigungsgruppe,
welche König Ludwig II. für Oberammergall be-
stellte. Er starb 29. Äug. 1882 in München.
Halbimperial, russ. Goldmünze, s. Imperial.
Halbinsel (grch. Chersonesos, d.i. ein Land,
welches zugleich Festland und Insel ist), ein weit
in das Meer vordringender und so auf mehrern
Seiten von demfelben begrenzter Teil des Fest-
landes oder auch einer Insel. ^Ist derselbe von
sehr bedeutender Größe, wie Skandinavien, die
Pyrenäische H., Arabien, Labrador u. s. w., so
nennt man ihn auch wohl Halbinsel land, wäh-
rend ein kleinerer, langgestreckter, schmaler Vor-
sprung (auch eines Fluhufers) als Landzunge
oder ^rdzunge bezeichnet zu werden pflegt. Man
unterscheidet die durch negative Niveauverschiebung
(Pyrenäenhalbinsel, Dekan) oder durch junges
Schwemmland (Fels von Gibraltar, Monte-Argcn-
tario in Italien) angegliederten, geologisch und
orographisch selbständigen H. und die durch positive
Niveauverschiebung abgegliederten H., in denen
sich die Terrainform des benachbarten Festlandes
fortsetzt (Balkanhalbinfel, Kalifornische H.). Der-
jenige Naum, durch den die H. oder Landzunge
mit dem übrigen Lande zusammenhängt, heißt,
wenn er schmaler als die H. oder Landzunge selbst ist,
Landenge, Erdenge oder griechisch Isthmus
(Hals). Doch bezeichnet man mit diesem Worte
auch jeden andern verhältnismäßig schmalen Land-
strich, durch welchen zwei breitere, größere Land-
massen in Verbindung stehen, wie dies bei den
Landengen von Panama und von Sues der Fall
ist. Über die bedeutendsten unter den europäischen
H. s. Europa (Bd. 6, S. 422d).
Halbinselkrieg, s. Französtsch-Spanisch-Portu-
giesischcr Krieg von 1807 bis 1814 (Bd. 7, S. 219a).
Halbinstrumente, Musikinstrumente, deren
Größenverhä'llnisse kleiner sind als die der Normal-
form der betreffenden Klasse. So bezeichnet man
die für Kinder bestimmten Violinen als Halbvioli-
nen, ebenso sagt man Halbbaß, d. i. kleiner Baß
u. s. w. über die Bezeichnung H. bei Blechblas-
instrumcnten s. Ganzinstrumente.
Halbinvalide, in Deutschland die zur Klasse
der Unteroffiziere und Gemeinen gehörenden Per-
sonen des Soldatenstandes, die durch Dienstbeschä-
digung oder nach einer Dienstzeit von mindestens
zwölf Jahren felddicnstunfähig geworden siud, ohne
jedoch die Brauchbarkeit zum Garnisondienst ein-
gebüßt zu baben (s. Ganzinvalide). Dieselben wer-
den im Garnisondienst verwendet oder erbalten
eine gesetzlich bestimmte Pension oder an Stelle der-
selben den Civilversorgungsschein (s. d.).
Halbjungfern, s. Mannjungfrauschaft.
Halbkadenz, s. Kadenz.
Halbkammgarn, ein Wollgespinst, das nach
Art des Kammgarns (s. d.), jedoch ohne Anwen-
dung des Kämmprozesses hergestellt ist, daher nicht
so schlicht und qlatl ausfällt wie das Kammgarn.
Halbkasten (engl. H5llf-ck8t8), s. Eurasier.
Halbkolonien, s. Ferienkolonien.
Halbkolonne, eine bei der Kavallerie gebräuch-
liche besondere Art der Zugkolonne, wobei die Züge
nicht aufeinander gerichtet sind, sondern jeder hin-
tere Zllg den vordcrn mit ungefähr drei Viertel
seiner Breite überflügelt.
Halbkopf, s. Hemicephalus.
Halbkrystall, ein aufHohl- oder Preßglas zu ver-
arbeitendes Bleikalk-Alkaliglas,dasbeimZlisammen-
schmelzen von Krystallglas mit einem Alkalikalkglas
Halbkugel, s. Planigloben. ^entsteht.
Halblederband,Halbleinwandband,s Blich
binderei (Bd. 3, S. 651 d).
Halbleute, Landwirte, deren Ackergut nur die
Hälfte eines Bauernguts mißt, oder soviel wie Halb-
pächter (s. Halbscheidwirtschaft). - Halbmann ist
auch ein Matrose, welcher, weil noch ungeübt, nur
die halbe Heuer erhält.
Hälbling, s. Helling.
Halblokomobile, s. Dampfmaschine (Bd. 4,
S. 738d) und Lokomobile.
Halbmaki (II^pÄismui-), Gattung der Halbaffen
ls. d.), von der Gattung I.einui- (s. d.) durch längere
Schnauze und kleinere Eckzähne verschieden. Die
einzige Art (II^pHleiunr ^ii86U8 H^i.) bewohnt Mada-
Halbmann, s. Halbleute. ^gaskar.
Halbmeister, s. Abdecker.
Halbmesser, Radius, heißt bei den krummen
Linien und bei der Kugel die Hälfte eines Durch-
messers. Im Kreise lind in der Kugel sind alle H.
einander gleich.
Halbmetalle, frühere Bezeichnung derjenigen
Metalle, die, wie Antimon, Arsen, Zink u.s.w., sehr
spröde und daher nicht hämmerbar sind.
Halbmond, S ch ellenbaum, M o h a m m eds -
sahne, ein zur Ianitscharenmusik gehöriges, ur-
sprünglich türk. Klingelinstrument, besteht aus einem
mit silbernen, meist vergoldeten Glöckchen behäng-
ten, an einem hölzernen Stäbe befestigten H., an
dessen beiden Enden weiße oder rot gefärbte Noß-
schweife herabhängen. Im deutschen Heere besitzt
jedes Infanterieregiment der Garde und der Linien-
truppen einen H.
Halbmond, in oerVefestigungskunst, s.Navelin.
Halbmondsorden, türk. Orden, 17W von Sul-
tan Selim III. nur für Fremde gestiftet, wird seit
185l nicht mehr verliehen.
Halbmond und Stern, d. h. der zunehmende
Mond mit dem Jupiter, dem "großen Glück" der
Astrologen, vor seiner Innenseite, galt für das
Horoskop Osmans, des Stifters der nach ihm be-
nannten Dynastie, und ist dann zum Wahrzeichen
und Symbol des Osmanischen Reichs und seiner
Religion geworden. Doch ist der Halbmond schon
srnher von dem türk. Kriegshelden Alaeddin Tekesch
eingeführt worden. Der Halbmond auf pers. Mün-
zen derChosrew galt ebenfalls als Zeichen der Herr-
schaft. Mond und Stern, silbern bez. weiß, auf rotem
Grunde bilden das Wappen der türk. Reichsfahne.
DerHalbnlond ist die notwendige Kuppel-oder Dach-
verMrung der Moscheen. H. u. S. standen ailcl)
im ^tadtwappen von Byzanz.
Halbopal, s. Opal.
Halbpacht, s. Halbscheidwirtschaft.
Halbpflügen, s. Balken.
Halbporzellan, soviel wie Fayence (s. d.).
Halbredoute, eine Form der offenen oder balb-
geschlossenen Schanzen (s. Feldschanzen): sie bestehen