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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hermupolis - Hero
Hermupolis, Hauptstadt des Nomos Cykladen
auf der Insel Syra, Sitz eines griech. Erzblschoss,
eines röm.-kath. Bischofs, eines österr.-ungar. Kon-
suls, hat (1889) 22104 E., sechs Kirchen, darunter
ein katholische und eine protestantische, zwei Gym-
nasien, ein Lazarett, Arsenal, Zoll- und Hafenamt,
Gasbeleuchtung, ein Theater, Schiffbau, bedeutende
Reederei und einen trefflichen Hafen. Die Stadt ent-
stand im griech. Befreiungskriege und wurde durch
ihre günstige Lage im Mittelpunkt des Agäifchen
Meers bald ein blühender Zandelsort, dessen Be-
deutung jedoch seitdem Emporkommen des Peiraieus
gesunken ist. H. vermittelt namentlich die Einfuhr.
Hermupolis oderHermopolis, zwei Städte
im alten 'Ägypten. llei-mupoliZ ma^na lag an der
Stelle des heutigen Aschmune'in (s. d.), wo sick
Felsengräber befinden; llsriuiipolig parva ist das
heutige Damanhur.
Hermus, Fluß, s. Gedis-tschai.
Hernad (von den Deutschen in der Zips Kun-
d ert genannt), Fluh in Oberungarn, entspringt auf
der nordöstl. Seite des Königsbergs (Kralova-Hora,
1943 m, in der Kleinen Tatra), mündet, nach einem
Laufe von 190 1cm durch die Komitate Zips und
Abauj-Torna bei Kaschau vorbei, unterhalb Onod
in den Sajö, der nicht weit davon rechts in die Theiß
mündet. Hauptzuflüsse sind rechts die Göllnitz, links
die Tarcza. Der H. wird nur im Nnterlaufe mit
Holzstößen befahren.
Hernals, Vorort von Wien und seit 1890 mit
Dornbach und Neuwaldegg dessen 17. Bezirk
(13,992 ^m, 74657 E.) bildend, hatte 1890 als
Gemeinde 70941 E., war früher Sitz einer Bezirks-
hauptmannschaft und eines Bezirksgerichts. Der
Name H. wird auf die Thatsache zurückgeführt, daß
während der prot. Bewegung in Asterreich dort an
dem kleinen, jetzt überwölbten Zuflüsse der Donau,
der Als, die der Reformation zugethanen Mitglieder
des Herrenstandes sich häusig zur Beratung zusam-
menfanden. Im Anfang des 18. Jahrh, war H. ein
beliebterSommeraufenthaltdes höhern österr.Adels.
^e^nan<?., bei naturwissenschaftlichen Namen
Abkürzung für Francisco Hernandez (spr. er-),
span. Arzt und Naturforscher, der von Philipp II.
nach Mexiko geschickt wurde, um die Produkte des
Landes zu erforschen. Die litterar. Ergebnisse seiner
Beobachtungen erschienen nach seinem Tode u. d. T.
Mova plantHruni) aniinHiium 6t minLralium M6xi-
Quorum kistoriH" (Rom 1651).
Herne, Landgemeinde im Landkreis Bochum des
preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, an den Linien Wanne-
Mengede - Dortmund, Dortmund - Märten - Wanne
und Hosstede-Riemke-H. (4,8 km) der Preuß. Staats-
bahnen (2 Bahnhöfe), Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Bochum). H. hat (1890) 13 920 E., darunter
6381 Katholiken und 113 Israeliten, Post zweiter
Rettoratschule, höhere Mädchenschule, 2 Kranken-
häuser, Armenverpflegungsanstalt, Gasanstalt;
Maschinen- und Ammoniakfabriken, bedeutenden
Steinkohlenbergbau, Kokereien und eine Eisenhütte.
Herne-Bay (spr. hörn beh), Seebad in der engl.
Grasschaft Kent, 10 km im NNO. von Canterbury,
am Südufer des Themse-Ästuars, mit einem Pier
(1120 m), hat (1891) 3829 E. und wird von Lon-
donern stark besucht.
Hernia. (lat.), Eingeweidebruch, s. Bruch (mediz.).
Hernlker, eine altitalische Völkerschaft, die, mit
den Sabmern verwandt, ursprünglich in der Nähe
Vrockhaus' Konversations-Lcxikon. 14. Aufl. IX.
Roms sah, aber früh in das Flußthal des Trerus
(Sacco) übersiedelte. 486 v. Chr. traten die H.
als gleichberechtigtes Glied dem röm. - latinischen
Bunde bei. Erst nachdem Anagnia, der Hauptort
der H., und die meisten kleinern Gemeinden an dem
zweiten Samniterkriege gegen Rom teilgenommen
hatten, wurden sie 306 v. Chr. zu steuer- und dienst-
pflichtigen Unterthanen gemacht. 241 v. Chr. er-
hielten sämtliche H. das röm. Vollbürgerrecht.
Herniotömie (grch.), Vruchschnitt, operative
Behandlung des eingeklemmten Bruchs (s. Brück,
mediz., Bd. 3, S. 596 a).
Hernösand, Stadt der schwed. Landschaft Anger-
manland, im Län Westernorrland, liegt unweit
(3 km) der Mündung des Ängermanelf in den Bott-
nischen Meerbusen, auf der mit dem Festland durch
zwei Brücken verbundenen Insel Hernö. Der Ort,
unregelmäßig und fast ganz aus Holz gebaut, hat
(1892) 7361 E. und ist Sitz des Landeshauptmanns
und eines Bischofs. Es bestehen Gymnasien für
Knaben und Mädchen, Navigationsfchule, Taub-
stummenanstalt, Seminarium für Volksschullehrer,
zwei Banken, Irrenhaus und Holzschneidereien; der
Handel ist lebhaft; wichtigste Ausfuhrartikel find:
Planken, Bretter, Brennholz, daneben Roh-und
Stangeneisen. Eingeführt werden Nahrungsmittel.
H. ist Sitz eines deutschen Konsuls.
Hernöfands-Län, s. Westernorrlands-Län.
Hero und Leander, berühmtes Liebespaar des
Altertums. An einem Feste der Aphrodite, deren
Priesterin Hero war, und des Adonis zu Sestos
auf der thraz. Küste, zu welchem auch die Ein-
wohner von Abydos über den Hellespont herüber-
gekommen waren, fahen sich beide und entbrann-
ten in Liebe zueinander. Aber ihrer Verbindung
stellten sich Heros Stand als Priesterin und der
Wille ihrer Eltern entgegen. Doch den Jüngling
schreckten diese Schwierigkeiten nicht; allnächtlich
schwamm er über den Hellespont zur Geliebten,
wobei eine auf dem Turme, wo Hero wohnte, auf-
gestellte Fackel ihm als Wegweiser diente. Als er
einst bei winterlichem Sturme herüberschwamm,ver-
ließen ihn die Kräfte; tot warfen ihn die Wellen an
den Fuß des Turmes, wo Hero seiner harrte. Beim
Anblicke des Leichnams stürzte sich Hero, vonSchmerz
überwältigt, von der Höhe hinab und starb, ihn mit
ihren Armen umschließend. Außer verschiedenen
Erwähnungen bei andern griech. und lat. Dichtern
und einer Bearbeitung in zwei unter Ovids Namen
überlieferten Briefen ist aus dem 5. oder dem An-
fang des 6. Jahrh, unter dem Namen des Musäus
(s. d.) ein Gedicht erhalten, das diese wohl auf einer
Lokalsage beruhende und zuerst von einem aleran-
drinischen Dichter ausgeführte Erzählung enthält.
Schiller benutzte die Erzählung zu einer Ballade,
Grillparzer zu einem Drama, nachdem schon lange
vorher das Volkslied sich des Stoffs bemächtigt
hatte. - Vgl. M. H. Iellinek, Die Sage von Hero
und Leander in der Dichtung Meri. ^90).
Hero (grch. Heron) aus Alexandria, griech.
Mathematiker und Mechaniker, um 200 v. Chr.,
Schüler des Ktesibius (s. d.), verfaßte zwei Bücher
"Über die Verfertigung der Automaten", hg. von
Baldi (Vened. 1601), und mehrere andere teils
verloren gegangene, teils nur noch in dürftigen
Bruchstücken oder in lat. und arab. Übersetzungen
vorhandene Schriften namentlich über die Konstruk-
tion der Kriegsmaschinen, über solche Maschinen,
die durch die Kraft der Luft in Bewegung gesetzt
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