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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hohenegg - Höhengrenzen
verschieden. Bald wird Berg und Gebirge als ein
lebendes, mit übernatürlichen Kräften ausgestattetes
Wesen, bald als Wohnsitz von Geistern oder Göt-
tern, bald auch lediglich als Träger und Stütze
des Himmelsgewölbes vorgestellt. Eine eingehende
Darstellung des Höhenkultus bei Indern (sowohl
bei der arischen als auch der nichtarischen Bevölke-
rung Indiens), Malaien, Chinesen, Japanern, Nral-
altaiern, Semiten, Iraniern, Germanen und Slawen
giebt von Andrian, Der Höhenkultus asiat. und
europ. Völker (Wien 1891). ^Heinrich.
Hohenegg, Nicander von, s. Heidegger, Joh.
Hohenelbe. 1) Bezirkshauptmannschaft in Böh-
men, hat 359,64 ^m und (1890) 42 803 (20334
männl., 22469 weibl.) meist kath. deutsche E.,
darunter 880 Evangelische und 226 Israeliten,
5564 Häuser und 9083 Wohnparteien in 34 Ge-
meinden mit 55 Ortschaften und umfaßt die Ge-
richtsbezirke Arnau und H. - 2) H., czech. Vrckikdi,
Stadt und Sitz der Vezirkshauptmannschaft H., an
der obern Elbe, am südl. Abhang des Riesengebirges,
in 484 m Höhe und an der Linie Pelsdorf-H. (5 km)
der Österr. Nordwestbahn. Sitz eines Bezirksgerichts
(207,45 ykm, 17 Gemeinden, 23 Ortschaften, 22 370
meist deutsche E.), hat (1890) 4057, als Gemeinde
5736 meist deutsche kath. E., Post, Telegraph, alte
Pfarrkirche, neue got. Dekanalkirche, Augustiner-
kloster mit einem Altarbilds von Rubens, Schloß
(1516), ehemals dem Grafen Morzin gehörig, mit
schönem Park und einer Herrschaft (8632 Iia), Denk-
mal Kaiser Josephs II., neues großartiges Nealschul-
und Sparkassengebäude, Fachschule für Weberei
(1873 gestiftet), Sammlungen des Riesengebirgs-
vereins, Krankenhaus; Flachsgarn- und Baumwoll-
garnspinnerei, 5 mechan. Webereien, Verbandstoff-
und Papierfabrik, 6 Kunstbleichen, 3 Färbereien
und Druckereien, Eifengießerei und Mafchinenwerk-
stätte, Marmorwerk, Dampfziegelei, Brauerei und
Mühlen. H. ist Ausgangspunkt für Ausflüge in
das Riefengebirge. DerHeidelberg (1036m), welcher
die Stadt im NW. überragt, gewährt eine schöne
Aussicht. An H. anstoßend das Dorf Ober-
Hohenelbe (2246 E.) mit Kunstbleiche, Flachs-
garn- und Iutespinnerei. - 1533 zur königl. Berg-
stadt erhoben, da hier früher Eisengruben waren,
kam H. später in den Besitz Wallensteins, der es
mit Friedland vereinigte. Nach dessen Tode kam die
Herrschaft an die Grafen Morzin und nach dem Aus-
sterben der männlichen Linie 1881 an seine Tochter,
die Gräsin Czernin von Chudenitz.
Hohenems oder Hohenembs, Marktflecken im
Gerichtsbezirk Dornbirn der österr. Vezirkshaupt-
mannschaft Feldkirch in Vorarlberg, in 429 in Höhe,
an der rechtsseitigen Lehne des obersten Rheinthals
und der Linie Feldkirch-Vregenz der Österr. Staats-
bahnen, hat (1890) 3988, als Gemeinde 4972 E.,
Post, Telegraph; Baumwollspinnereien, Webereien,
Druckereien und Rotfärbereien, Fabrikation von
Gespinsten, Bändern, Stickereien sowie lebhaften
Holzhandel. In H. befindet sich die einzige Israe-
litengemeinde in Vorarlberg (118 Seelen) mit einer
Synagoge. Ehedem war H. Sitz der Grafen diefes
Namens, die 1759 im Mannsstamm, 1868 im
weiblichen Stamm erloschen. Das Altschloß H.
auf waldiger Höhe (694 m) ist ganz Ruine. Das
Schloß Neu-Ems oder Tannenburg, auf dem
fchroff abstürzenden Glopper, ist teilweise erhalten
und bewohnt.
Hohen-Eppan, s. Eppan.
Hohenfelde, s. Hamburg (Bd. 8, S. 700 a).
Hohenfriedeberg(Hohenfriedberg), Stadt
im Kreis Bolkenhain des preuß. Reg.-Vez. Liegnitz,
hat (1890) 750 E. (227 Katholiken), Post, Tele-
graph. H. ist bekannt durch dieSchlachtim zweiten
Schlesischen Kriege, in der Friedrich d. Gr. 4. Juni
1745 über die Österreicher und Sachsen unter Karl
von Lothringen und dem Herzog Johann Adolf von
Sachfen-Weißenfels siegte. Die Österreicher und
Sachsen (80000 Mann) hatten sich bei Trautenau
vereinigt, um in Schlesien einzufallen. Friedrich
zog Ende April seine Armee aus den Winterquar-
tieren zusammen. Am 28. Mai war die Armee ver-
einigt und marschiertenach der Gegend von ^triegau,
wo sie, General Dumoulin mit der Vorhut über das
Striegauer Wasser vorgeschoben, Stellung nahm.
Der Feind, durch einen falfchen Spion getäuscht,
glaubte, daß sich Friedrich bis hinter Breslau Zurück-
ziehen werde, ging über das Gebirge und lagerte
diesseits. Am 4. Juni früh 4 Uhr begann die preuß.
Armee den Bach zu überschreiten und marschierte
jenseits auf. Dumoulin fand fächs. Truppen vor
sich und begann die Schlacht. Das sä'chs. Korps
griff in den Kampf ein, wurde jedoch von den Öster-
reichern nicht unterstützt und gänzlich geschlagen.
Jetzt erst befahl Prinz Karl den Aufmarsch seiner
Armee, die in dem durchschnittenen Gelände eine
Verteidigungsstellung besetzte, während die preuß.
Infanterie schon zum Angriff vorrückte. Die preuß.
Kavallerie warf die feindliche des rechten Flügels,
während der König die Truppen, die die Sachsen
besiegt hatten, heranführte. Als die österr. In-
fanterie schon durch das Feuer erschüttert war,
brach General Gehler mit dem Dragonerregiment
Vayreuth (jetzt Königin-Kürassierregiment Nr. 2)
durch die eigene Infanterie vor und ritt in einer
kriegsgeschichtlich berühmt gewordenen Attacke 20
Bataillone nieder, wobei 66 Fahnen erobert wur-
den. Dies hatte den allgemeinen Rückzug der Öster-
reicher ins Gebirge zur Folge. Die Preußen ver-
loren 3600, die Österreicher und Sachsen 16000
Mann und 63 Geschütze.
Hohenfurth, Stadt in der österr. Bezirks-
hauptmannschaft Kaplitz in Böhmen, in landschaft-
lich reizender Gegend, rechts der obern Moldau,
an der Linie Budweis-St. Valentin der Österr.
Staatsbahnen, Sitz eines Bezirksgerichts (324,14
ykm, 19 Gemeinden, 120 Ortschaften, 17 010 kath.
deutsche E.), hat (1890) 1480, als Gemeinde 1569
deutsche E., Post, Telegraph, ein Cistercienserstist,
1250 von Peter Vok von Rosenberg gegründet, m
verschiedenen architektonischen Formen, mit schöner
got. Kirche, Kapitelsaal (14. Jahrh.) und Bibliothek
(37 000 Bände). H. gehörte ehemals zu den Rosen-
bergschen Besitzungen, die den größten Teil des südl.
Böhmens einnahmen. Das Cistercienserstift gab den
Anlaß zur wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes. -
Vgl. Mikowec, Das Cistercienserstift H. in Böhmen
(Olmütz 1858); Pangerl, Urkundenbuch des Cister-
cienserstiftszuH.(Bd.23der"^0nt63r6i'uinNu8tria-
earum", Wien 1865).
Hohengeroldseck, s. Geroldseck.
Höhengrenzen, an Gebirgen diejenigen Linien,
über oder unter denen gewisse Vorkommnisse auf-
hören. So spricht man von einer Schnee- oder Firn-
grenze (s. Firn), Gletschergrenze, Baumgrenze (s. d.),
Waldgrenze, Getreidegrenze, Siedelungsgrenze
u. s. w. Die höhere oder tiefere Lage dieser Linien
hängt in erster Reihe von den Wärme- und Nieder-