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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Interlocking-System - Internationale
Interlocking-Systeut (engl.), eine Einrichtung
der Stellwerke auf den Eisenbahnstationen, die
darin besteht, daß die Weichen- und Signalstellvor-
richtungen durch elektrische Verschlußapparate mit
dem Stationsbureau verbunden oder von den Stell-
werken der Nachbarstationen in Abhängigkeit ge-
bracht sind. (S. Central-Weichen- und Signal-Stell-
vorrichtungen.)
Interlokut (lat. intkriocutio), Zwischenur-
teil, im frühern gemeinen Prozeßrecht die im Laufe
des Prozesses ergehenden gerichtlichen Entscheidun-
gen, die dem Endurteil vorausgingen. Das wich-
tigste derselben war das Beweisinterlokut, ein
bedingtes Endurteil, das die Entscheidung der Sache
nur noch vom Ausfall der den Parteien auferlegten
Beweise abhängig machte. Die Deutsche Civilprozeß-
ordnung hat letzteres Institut durch den Beweis-
beschluß ersetzt. (S. Beweis juristische)
iQterinüinin (lat.), Zwischenspiel.
Intbriuniuin (lat., zu ergänzen tempus), Zwi-
schenmond, d. i. Neumond.
Intermaxillarknochen oder Zwischen-
kieferknochen (08 int6rn13.xiiiI.r6 8. inciLivuin),
ein bei den Wirbeltieren zwischen den beiden Ober-
kieferknochen eingeschalteter Knochen, welcher mit
den letztern meistens durch die Intermarillar-
nähte (3uwra,6 int6ima,xi1i9.r68) verbunden ist
und die Schneidezä'hne der Oberkiefer trägt. Beim
Menschen verwächst der I. schon sehr bald nach
der Geburt mit dem Oberkiefer und wurde aus
diesem Grunde Jahrhunderte hindurch dem Men-
schen abgestritten, bis Goethe (nach welchem der I.
auch Goetheknochen heißt) und Vicq d'Azyr
fast gleichzeitig sein Vorhandensein am Menschen-
schädel nachwiesen.
Intermediär (frz.), ein Zwischenglied bildend.
Intermedlum, f. Intermezzo.
Intermezzo (ital.; lat. Intermedium), Zwi-
schenspiel. Schon die Alten kannten im Drama ge-
wisse kurze, abgerissene, locker aneinander geknüpfte
Darstellungen, durch welche sie den Übergang von
einem Stücke zu dem andern machten und zugleich
längere Zwischenräume der Zeit ausfüllten. Die
Italiener der Renaissancezeit nahmen die Intermezzi
(Intermedien) für ihr Schauspiel wieder auf, zunächst
in der Form von einfachen Madrigalen, die in den
Zwifchenakten abgefungen wurden. In der zweiten
Hälfte des 16. Jahrh, fing man an die Intermezzi
zu dramatisieren; im Musikdrama des 17. Jahrh,
nahmen sie einen so breiten Platz ein, daß sie die
Handlung des eigentlichen Dramas überwucherten,
bis die Neapolitanische Schule sie von ihrer ursprüng-
lichen Stelle entfernte und zu selbständigen Bühnen-
stücken gestaltete. Die Opera, dussa bildete den Ab-
schluß dieses Entwicklungsprozesses. Ähnlich wie in
Italien läßt er sich auch in der franz. Oper ver-
folgen. Seit dem 18. Jahrh, wird die Bezeichnung I.
auch in der Instrumentalmusik für kurze Stücke ver-
wendet, felbständige oder solche, die die Stelle eines
romanzenartigen Andante oder eines Scherzo,
Ländlers, Menuetts in Sonaten und Sinfonien
einnehmen. Im ähnlichen Sinne als Übergangs-
stück kommt das I. in den Opern der Iungitalieni-
schen Schule Mascagni, Leoncavallo) vor.
In torinino (lat.), am gesetzten Termin.
Intermission (lat.), die freie Zwifckenzeit zwi-
schen Krankheitsanfällen, s. Parorysmus.
Intbruzittsus (lat.), intermittierend, aus-
setzend; ^edris int6rmiN6U3, das aussetzende oder
Wechselfieber (s. d.); ?ui5U8 iutsruiitteuL, inter-
mittierender Puls, ein aussetzender oder unter-
brochener Pulsschlaa, wobei einzelne Pulsschläge
ganz ausbleiben, beruht entweder auf gestörter
Innervation des Herzens oder auf krankhaften Ver-
änderungen des Herzmuskels. ^s. Fiume.
Intermittierende Flüsse oder Fiumaren,
Intermittierende Auellen, s. Quellen.
Intermittierende Seen, s. Seen.
Intörn (lat.), inner, innerlich, inwendig.
Intsrna.1 iinprovsiusnts (engl., spr. lntörr-
nel impruhwments, d. h. innere Verbesserungen)
waren lange Zeit hindurch der Gegenstand eines
heftigen Streites in den Vereinigten Staaten von
Amerika, wobei es sich darum handelte, ob der
nationalen Negierung überhaupt verfassungsmäßig
das Recht zustande, für I. i. Ausgaben zu machen.
Am 29. März 1806 wurde vom Kongreß trotz dieser
Bedenken die 0umd6r1a.iiä koaä Liii erlassen, wo-
durch die Erbauung einer Kunststraße vom Potomac
bis zum Ohio auf Bundeskosten beschlossen wurde.
Auch die Präsidenten Iefferson, Madison und
Monroe unterzeichneten mehrere derartige Bills,
obwohl sie die verfassungsmäßigen Bedenken teilten.
Iackfon (1829 - 37) sprach sich gegen die Ver-
fassungsmähigkeit des Systems aus und belegte
27. Mai 1830 die Na^vilis Roaä Liii mit feinem
Veto. Dagegen empfahl er ein Amendement zur
Verfassung, das den Kongreß ermächtigte, Über-
schüsse an die Einzelstaaten zu verteilen, und 1836
wurde ein Gesetz erlassen, wonach 27 Mill. bei den
Staaten deponiert werden sollten, die dann später
niemals wieder zurückgefordert worden sind. Seit
1850 etwa wurden Landschenkungen in großem
Maßstabe an die neu entstehenden Staaten und
auch an Eisenbahngesellschasten gewährt. Dagegen
ruhte die Fluß- und Hafenge^eMh^M während
der Periode von 1854 bis 1870 vollständig, und erst
nach deren Ablauf wurden wieder von neuem Auf-
wendungen für Häfen und Flüsse gemacht. 1870 be-
trugen diese 2 Mill.-, sie stiegen von Jahr zu Jahr,
bis sie 1882/83 18 Mill. jährlich betrugen, worauf
Präsident Arthur fein Veto einlegte. Das System
der großen jährlichen Verwendungen für diese Zwecke
ist indessen beibehalten, und die Flüsse- und Häfen-
bill taucht jetzt noch in jeder Sefsion wieder auf.
Internat (neulat.), f. Alumnat.
International (neulat.), das, was zwifchen ver-
schiedenen Nationen vorgeht, besteht oder gilt.
Internationale, eigentlich Internationale
Arbeiterassociation (International ^vorking
iu6n'8 ^LLociatioii), eine kosmopolit. Arbeiterver-
bindung, welche ihr Entstehen der Londoner Welt-
ausstellung von 1862 verdankt, auf welcher engl.
Arbeiter mit franz. Arbeitern fraternisierten. Aus
diefer ersten Annäherung von Arbeitern verschiedener
Nationen entwickelte sich der Plan eines festen Bun-
des, der 28. Sept. 1864 in St. Martinshall zu
London begründet wurde. Den engl. Urhebern des
Plans schwebte hauptsächlich die Idee vor, die
Organisation der Gewerkvereine (s. d.) international
zu erweitern. Die franz. Delegierten hatten weiter
gehende socialistische Projekte, gehörten indes noch
einer gemäßigten, von Proudhon (s. d.) ausgehenden
Richtung an. Die kommunistischen Tendenzen, die
bald immer mehr zur Vorherrschaft gelangten, waren
von Anfang an hauptsächlich durch Deutsche ver-
treten. Der "Bund der Kommunisten", eine inter-
nationale Arbeiterverbindung, die als Geheimbund