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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Isenburg (Flecken) - Iser
Damals bestanden bereirs die beiden noch gegen-
wärtig fortblühenden Hauptlinien:
1) Isenburg-Offenbach-Birstein, gestiftet
von Wolsgang Heinrich, geb. 1588, gest. 1635. Sie
teilte sich in die Unterlinien Ifenburg-Offen-
bach, die aber schon mit ihrem Begründer, Johann
Philipp, 1718 erlosch, und Isenburg-Birstein,
die in der Person Wolfgang Ernsts I. (geb. 1680), der
auch Offenbach von seinem 1718 verstorbenen Oheim
ererbte, von Kaiser Karl VII. 1744 in den Reichs-
fürstenstand erHoden wurde. Isenburg-Birstein hatte
eine Stimme im wetterauischen Grafenkollegium wie
bei dem oberrhein. Kreife. Durch seinen Beitritt zum
Rheinbund erlangte Fürst Karl von Isenburg-
Birstein 1806 nicht nur selbst die Souveränität, son-
dern auch die Oberhoheit über die Besitzungen sämt-
licher Grafen von Isenburg-Vüdingen, ingleichen
über die der Grafen von Schönborn-Heusenstamm
und Lerchenfeld. Durch die Wiener Kongreß-Akte
ward jedoch das Fürstentum 1815 als mediatisier-
tes Land unter die Souveränität des Kaisers von
Osterreich gestellt, nachher aber zum größten Teile
als Standesherrschast der Hoheit des Großherzogs
von Hessen untergeben. Letzterer verleibte es den
Provinzen Starkenburg und Oberhessen ein und
überließ einen Teil dav on an Kurhessen für hanauische
Amter zur Entschädigung. Von dem Fürstentum I.
besitzt Isenburg - Offenbach - Virstein unter
preuß. Hoheit die Ämter Birstein und Langensel-
bold, unter großherzoglich Hess. Hoheit die Amter
Offenbach, Dreieich und Wenings. Der jetzige
Standesherr ist Fürst Karl von I., geb. 29. Juli
1838 (seit 1861 kath. Konfession), litterarisch be-
kannt unter anderm durch die Schrift "Die neue
Ara in Baden" (Frankf. 1866), in der er feinen Ge-
genstand vom kath. und großdeutschen Standpunkte
aus beleuchtete. Des obenerwähnten Grafen Wolf-
gang Ernst jüngerer Bruder, der Graf Wilhelm
Moritz, geb. 1688, gest. 1772, gründete, mit Phi-
lippseich abgefunden, die Paragiatslinie Isen-
burg-Philipp seich, deren Chef derzeit Graf
Ferdinand, geb. 15. Okt. 1841, ist. - Aus dieser
Paragiatslinie stammen auch die derzeit in Bayern
blühenden GrasenvonDsenburg-Philipp seich,
welche aber ihrer nicht ebenbürtigen Stammmutter
wegen nicht mehr zum "Hohen Adel" rechnen.
2) Die Hauptlinie Isenburg-Büdingen, be-
gründet vom Grafen Johann Ernst (gest. 1673),
einem Bruder des Stifters der Offenbacher Linie,
spalteten die vier Söhne des Stifters wieder in vier
Unterlinien, nämlich in Ifenburg-Büdingen, Isen-
burg-Wächtersbach, I. zu Meerholz und I. zu Ma-
rienborn, welch letztere 1725 ausstarb, womit deren
Besitzungen an die drei andern Linien sielen. Die
Linie Isenburg-Vü dingen zu Vüdingen, die
1840 unter Ernst Kasimir von I. von dem Groß-
herzog von Hessen in den Fürstenstand erhoben
wurde, besitzt unter grohherzoglich Hess. Oberhoheit
die Ämter Vüdingen und Mockstadt. Das gegen-
wärtige Haupt derselben ist Fürst BrunovonI.
lgeb. 14. Juni 1837), Präsident der Hess. Ersten
Ständekammer. DieLinieIsenburg-Wächters-
bach besitzt 110 hkm unter Hess. und preuß. Ober-
hoheit. Landesherr ist der Fürst Ferdinand,
geb. 24. Okt. 1824, der seinem Vater, dem Grafen
Adolf vonI. (geb. 26. Juli 1795, gest. 22. Aug.
1859), durch Abtretungsurkunde vom 9. Okt. 1847
folgte und 1865 in den kurhess. Fürstenstand er-
hoben wurde. Die Linie I. zu Meerholz,, die
unter preuß. Oberhoheit das Amt Meerholz, unter
hessischer das Amt Marienborn besitzt, hat zum
Haupte den Standesherrn und Grafen Karl,
geb. 26. Okt. 1819. - Vgl. Simon, Gefchichte des
reichsstä'ndischen Hauses Asenburg und Büdingen
(3 Bde., Frankf. 1865); Stammtafel des mediati-
sierten Hauses I., hg. vom Verein der Deutschen
Standesherrn (Donauefchingen 1887); M. Mayer,
Geschichte der Mediatisierung des Fürstentums I.
(Münch. 1891).
Isenburg, Flecken im Kreis Neuwied des preuß.
Reg.-Bez. Koblenz, an der Sayn, hat (1890) 532 E.
und Reste der Burg I., Stammsitz der Grafen von I.
Ifenburg, Burgruine im Oberelsaß (s. Rufach).
Isenhagen. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez.
Lüncburg, hat 817,57 ^m, (1890) 16 402 (8202
männl., 8200 weibl.) E., 72 Landgemeinden und
16 Gutsbezirke. -^ 2) Dorf und Hauptort des
Kreises I., Sitz des Landratsamtes und eines Amts-
gerichts (Landgericht Lüneburg), hat (1890) 124 E.,
Kirche, evang. Damenstist in einem frühern Cister-
cienser-Nonnenkloster und Domäne.
Ifenfchnippe, Schloß bei Gardelegen.
Iseo, Flecken, s. Iseosee.
Iseosee, I^zo 36dino oder I^HF0 ä'l360 (I^l:ii8
86vinu8), in 185 m Höhe, südlich von Val Camonica,
an der Grenze der ital. Provinzen Bergamo und
Brescia, ist 23 km lang, 2-5 km breit, 62 ykm
groß und bis 250, im Mittel 150 m tief. Mit sei-
nem malerischen obern Teile in einem von N. nach
S. gerichteten Thale gelegen, greift er im untern
Teil, 8-förmig nach W. umbiegend, auf die Ebene
vor. Außer dem Oglio (s. d.) empfängt er bei Castro
die Vorlezza. Das westl. Ufer ist steil und wird von
den Felsterrassen des Monte-Bronzone (1330 m)
und des Monte-Torezzo gebildet. Das östl. Ufer,
an dem sich die kühne Felsenstraße von Pisogne
nach Iseo hinzieht, wird vom Monte-Guglielmo
(1955 m) beherrscht. Mitten aus dem See ragt
zwischen den zwei Eilanden San Paolo und
Loreto der malerische Monte d'Isola mit den
Fischerdörfern Siviano und Pefchiera und mit Burg-
trümmern hervor. Die wicktigsten Ortschaften sind
am rechten Nfer: Lovere (s. d.) am Nordende und
Sarnico, mit bedeutender Seidenindustrie und
1857 E.; am linken Ufer Pisogne, stadtartig ge-
bautes Dorf mit Eisenindustrie und 3926 E., und
Iseo, Flecken mit 2546 E., Ölbau und Seiden-
spinnerei. Zwischen Sarnico, Iseo und Lovere wird
der See von Dampfbooten befahren. Von Iseo
und von Sarnico führen Zweigbahnen an die Linie
Bergamo-Vrescia.
Iser, rechter Nebenfluß der Elbe m Böhmen,
entsteht aus der Vereinigung der Großen und
Kleinen I., von denen die erstere auf der Iser-
wiese, einer sumpfigen Hochebene im Isergebirge,
am südöstl. Fuße der Tafelsichte (1124 ui) ent-
springt und auf eine kurze Strecke die Grenze
zwischen der preuh. Provinz Schlesien und Böhmen
bildet, während die letztere vom Hinterberge im
Riesengebirge kommt, durchschneidet den Isergrund,
berührt Turnau und Iungbunzlau (230 m) und
mündet nach einem Laufe von 122 km bei Tauschim
oberhalb von Brandeis. In ihrem Oberlaufe trennt
die I. das Isergebirge vom Riefengebirge und das
Lausitzergebirge von seiner Fortsetzung auf der Ter-
rasse von Iicin. Der bedeutendste Zufluß ist die
Kamnitz, welche oberhalb Eifenbrod am rechten Ufer
einmündet. Sie ist nur flößbar.