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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kompaßberg - Kompensation
den K. Auch der Peichlsche Kontrollkompaß,
bei dem mit Hilfe einer Inklinationsnadel die
magnetische Nordrichtung gefunden werden soll, hat
sich nicht bewährt. 1892 hat der Engländer Wriglcy
einen Patentkompaß (Lkip'8 coui-86 rocoi-äer)
erfunden, der, ähnlich wie ein Barograph die Baro-
meterkurve, selbstthätig auf einem Papierstreifen
die Richtung der mit dem Schiffe gesteuerten Kurse
ausschreibt. Das Instrument ist sehr geeignet, um
zu kontrollieren, ob die Rudersleute gerade Kurse
gesteuert haben. Der hohe Preis des ziemlich kom-
plizierten Apparats hat zur Folge, daß vorläufig
erst einige Schnelldampfer diefen Patentkompaß
besitzen. Da aber das Instrument sehr praktifch ist,
wird es sich mit der Zeit wohl bei den meisten
Passagierdampfcrn einbürgern.
In der Feldmehkunst ist K. oder Bussole
ein Instrument, das mit Hilfe einer frei schwingen-
den Magnetnadel Horizontalwinkel zu messen ge-
v lg
stattet, indem durch eine Gradeinteilung die Größe
der etwaigen Abweichung der Richtung der Magnet-
nadel von einer Nullrichtung ermittelt werden kann.
Für diesen Zweck wird er entweder selbst mit einer
Visiervorrichtung versehen, sodaß er als selbstän-
diges Instrument gebraucht wirh, oder er wird mit
andern Meßinstrumenten vereinigt. Zur erstern Art
gehören z. V. der Feldmesserkompaß oder die
große Bussole (s. vorstehende Fig. 1). Dieselbe
Fig. 2.
besteht aus einem bis in halbe Grade geteilten Voll
kreis, in dessen Mittelpunkt die Magnetnadel an
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
gebracht ist. Kreis und Nadel befinden sich in einer
messingenen Kapsel X, die oben mit einer Glasplatte
geschlossen ist und an ihrer untern Fläche eine Vor-
richtung hat, um sie auf einem einfachen Stativ
befestigen zu können. Zwei sich diametral gegenüber
stehende, zumNiederklappeneingerichteteDioptervi)
ermöglichen das Anvisieren bestimmter Punkte. Bei
der Fernrohrbussole (Fig. 2) sind diese Diopter
durch ein Fernrohr ^ mit Fadenkreuz ersetzt. Die
Patentbussole von Schmalkalder bietet mit-
tels eines am Okulardiopter angebrachten Glas-
prismas die Möglichkeit, gleichzeitig mit dem An-
visieren eines Gegenstandes die Gradeinteilung
sehen und den Winkel ablesen zu können. In Ver-
bindung mit andern Instrumenten findet der K.
gleichfalls häusige Anwendung, so namentlich als
Orientierbussole für den Meßtisch, welche meist
einer länglichen Kastenbussole gebraucht wird. Auch
mit dem Theodoliten wird sie bisweilen vnbunden,
besonders mit dem in Bergwerken benutzten Gruben-
theodoliten (s. d.). S. auch Hängekompaß. - Vgl.
von Nüdgisch, Instrumente und Operationen der
niedern Vermessungskunst (Cass. 1875); Koldewey,
Die Bedeutung des K. im Weltverkehr (in den
"Verhandlungen des fünften Deutfchen Geogra-
phentags", Verl. 1885); A. Wittstein, I. Klaproths
Schreiben an A. von Humboldt über die Erfindung
des K. (aus dem franz. Orginal im Auszug mit-
geteilt, Lpz. 1885); A. Collet, Ii-aits t1i60riciii6 6t
pi'3.ti^u6 äs 1a rLMlatioii äe8 com^HZ (2. Aufl.,
Par. 1886); Deutsche Seewarte, Der K. an Bord,
ein Handbuch für Führer von eifernen Schiffen
(Hamb. 1889); A. Breusing, Die nautischen Instru-
mente bis zur Erfindung des Spiegelsextanten
(Brem. 1890); Vauernfeind, Elemente der Vermes-
sungskunde (2 Bde., 7. Aufl., Stuttg. 1890); G. Wis-
licenus, Die Erfindung des K. und sein Gebrauch
in frühern Zeiten (im "Prometheus", IV, Verl. 1892).
Kompatzberg, Berg (2738 m) der brit. Kap-
kolonie, erhebt sich in den Schneebergen auf der
Nordgrenze der Division Graaff Reinet. Von ihm
fließen ab der Zeekoe nach Norden, der Große Fisch-
fluh nach Osten, der Sunday nach Süden und de.
Vuffalo nach Westen; daher seine Benennung.
Kompatzpflanzen, Pflanzen, die ihre Blätter
in die Richtung des Meridians stellen, sodaß die
Ränder nach Norden und ^üden, die Flächen nach
Osten und Westen gekehrt sind. Am bekanntesten
sind zwei Kompositen, das in Nordamerika einhei-
mische Zilpliwm laciniNwin Iv. und die in Deutsch-
land wachsende wilde Lattichpflanze, I^owca. sca-
riola. ^. Der Grund für diefe eigentümliche Art
der Blattstellung ist jedenfalls darin zu suchen, daß
die betreffenden Pflanzen ihre Blätter vor zu inten-
siver Beleuchtung und Erwärmung zu schützen suchen.
- Vgl. Stahl, Über sog. K. (2. Aufl., Jena 1883).
Kompaternität (neulat.), Gevatterschaft.
Kompatriot (frz.), Vaterlandsgenoß', Lands-
mann.
Kompellieren (lat.), antreiben, zwingen.
Kompendium (lat), Handbuch, Leitfaden, worin
eine Wissenschaft nur nach ihrem Hauptinhalt be-
handelt ist; k omp end iös, kompendiarisch, kurz-
gefaßt, gedrängt.
Kompensation (lat.), Ausgleichung, die wechsel-
seitige Aushebung der Wirkungen zweier einander
gegenüber stehender Ursachen. Insbesondere ju-
ristisch bedeutet K. die Ausgleichung, wie sie eintritt