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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kuppenheim - Kuranda
amerikanische K. von Sellers angewendet; bei
derselben umschließt eine nach beiden Seiten innen
konisch ausgedrehte Hülse zwei ihr entsprechend ab-
gedrehte, genau auf die Welle aufgepaßte geschlitzte
Hülsen, welche mittels dreier Schrauben gegenein-
ander gezogen und angepreßt werden.
Die beweglichen K. gestatten eine Bewegung
der Wellen in ihrer Längs- oder Querrichtung,
Fig. 3.
Fig. 4.
oder anck in beiden Richtungen. Zu den K. der
letztern Art gehört die Kreuzgelenkkuppelung
oder das Universalgelenk (s. d.).
Die lösbaren K. dienen dazu, Transmissions-
teile zeitweise von der Bewegung der Hauptantriebs-
wellen auszuschließen. Sie wirken durch ineinander
greifende Zähne (Zahnkuppelung) oder Klauen
(Klauenkuppelung) oder durch Reibung (Rei-
bungs- oder Friktionskuppelung).
Die Reibungskupplungen bieten den bedeuten-
den Vorteil des leichten und stoßfreien Ein- und
Ausrückens von Wellenleitungen und Antriebs-
scheiben. Ihre Einschaltung in Transmissions -
anlagen erhöht die Betriebssicherheit und giebt die
Möglichkeit, durch schnelles Ausschalten der betref-
fenden Transmifsionsteile größere Nnglücksfälle zu
verhindern.
Eine besondere Art sind die Kraftmaschinen-
kuppelungen. Man verwendet dieselben da, wo
mehrere Motoren ihre Kraft gleichzeitig auf cineund
dieselbe Transmission übertragen. Da die einzelnen
Motoren nicht mit gleichbleibender Geschwindigkeit
umlaufen, bedarf man, um ein Schleppen der einen
Maschine zu verhüten, solcher K., die sich selbst-
thätig ein- und ausrücken, je nachdem die Ge-
schwindigkeiten gleich oder ungleich sind. Am ge-
bräuchlichsten sind die Kraftmaschinenkuppelungen
von Pouyer und Uhlhorn. - Vgl. Ernst, Ausruck-
bare Kuppelungen für Wellen und Räderwerke
(Berl. 1890).
Kuppenheim, Stadt im Amtsbezirk Rastatt des
bad. Kreises Baden, 4 km im SO. von Nastatt, an
der Murg und der Linie Rastatt-Gernsbach der
Bad. Staatsbahnen, hat (1890) 2470 E., darunter
244 Evangelische und 245 Israeliten, Post, Tele-
graph; Farben-, Parkettfuhbodenfabrik, Töpfer-
waren-, Cementfabrik mit Ringofen, Ziegeleien,
Sägewerke, Versand von Weißerde zur Fabri-
kation feuerfester Steine, Lachsfang, Holz-, Vieh-
und Pferdemärkte, Landwirtschaft und Meerrettich-
bau. Nahebei das Lustschloß Favorit, von der Ge-
mahlin des Markgrafen Ludwig von Baden erbaut.
- K. ist eine alte Stadt und ehemalige Festung, von
der noch bedeutende Überreste vorhanden sind, und
wurde 24. Aug. 1689 von den Franzosen unter
Duras und Melac niedergebrannt. Hier siegten
5. Juli 1796 die Franzosen unter Moreau über die
Österreicher unter Latour, und fanden 29. und
30. Juni 1849 Gefechte statt zwischen Preußen und
bad. Insurgenten mit Beschießung der Stadt.
Kupplung, s. Kuppelung.
Kuprismus, s. Kupfervergiftung.
Artikel, die man unter K verm
Kur (Substantivum zum Verbum kiesen, küren,
d. h. wählen), soviel wie Wahl, besonders gebraucht
von der Königswahl im alten Deutschen Reiche, jetzt
nur noch in Zusammensetzungen gebräuchlich. (S.
Kurfürsten.)
Kur (lat. oura, "Fürsorge"), die ärztliche Behand-
lung von Kranken; kurieren, heilen. - In der
Jägersprache ist K. der Anstand (s. d.) auf Hasen.
Kur oder Kura, Fluß in Ciskaukasien,
entspringt im Kreis Pjatigorsk des russ.-
kaukas. Terekgebietes aus Sümpfen, fließt
zwischen Kuma und Terek nach O. und ver-
liert sich im Gouvernement Stawropol nach
einem Laufe von 98 km in der Steppe.
Kura, im Altertum X^rog oder (^rug,
5 georgisch Utk^ai-i, armenisch (-sur, perj. und
arab. Xur, tatar. IHur, der grö^e Fnch in
Transkaukasien, entspringt im Gebiete Kars auf
dem Berge Kisil-Gjadut (2024 m), strömt an-
fangs in nordöstl. Richtung, dann nach SO. und
S., bewässert das Gebiet Kars sowie die Gouverne-
ments Tiflis, Ielisawetpol und Baku und mündet
in zwei Hauptarmen zwischen den Städten Baku
und Lenkoran in das Kaspische Meer, wobei er eine
Menge kleinerer Inseln bildet. Der Oberlauf hat
starken Fall (6,6 m auf 1 km), hinter Tiflis beginnt
eine weite Ebene, deren Gefalle nach dem Meere zu
immer mehr abnimmt. Die K. ist 1328 km lang
und hat ein Fluhgebiet von 155178 ^m. Haupt-
zuflüsse sind von links: Liachwa, Aragwa, Iora
mit Alasan, rechts der Aras (1022 km). An dem K.
liegen die Städte Ardahan, Gori, Mzchet, Tiflis
und Dschewat. Flöße gehen von Borschom an auf
1000 km, Schiffe von der Mündung der Iora an
auf 553 und Dampfschiffe von der Mündung des
Aras an auf 207 km. Im Gebiet des Gouverne-
ments Baku liefert der K. jährlich für 2 Mill. Rubel
Fische; es liegen dort die Fischereien von Saljany
und Boshij Promysl. - über die K. in Ciskaukasien
Kura, chines. Stadt, s. Kuldscha. ^s. Kur.
Kurabel (lat.), heilbar.
Kuraisch, arab. Stamm, s. Koreisch.
Kurama, Kura inen, bei den Russen Kura-
minzen, ein Mischvolk türk. Stammes im Syr-
darja-Gebiet des russ.-centralasiat. Generalgou-
vernements Turkestan. Sie bildeten sich aus Kir-
gisen und Usbeken, wohnen in einer Zahl von 77 000
(nach andern 159500) am rechten Ufer des Syr-
darja sowie an dessen Nebenflüssen Tschirtschik und
Angren und treiben Ackerbau.
Kuranda, Ignaz, österr. Publizist und Parla-
mentarier, geb. 1. Mai 1812 zu Prag, von israel.
Abkunft, studierte seit 1832 in Wien Philosophie
und widmete sich dann der journalistischen Thätig-
keit. Von Wien ging K. nach Stuttgart, dann nach
Paris und ließ sich 1840 in Brüssel nieder. Dort
gründete er 1841 eine deutsche Zeitschrift: die
"Grenzboten" (s. d.), mit der er 1842 nach Leipzig
übersiedelte. Nachdem er 1848 nach Österreich zurück-
gekehrt war, wurde er in Wien zunächst in den
Fünfziger-Ausschuß und dann in Teplitz in die
Konstituierende Deutsche Nationalversammlung
nach Frankfurt gewählt. Einige Monate später trat
K. die "Grenzboten" an Gust. Freytag und Julian
Schmidt ab. Im Okt. 1848 legte er sein Mandat
für die Nationalversammlung nieder und übernahm
die Leitung der in Wien von ihm neu gegründeten
Zeitung "Ost-Deutsche Post", die er 1866 wieder
eingehen ließ. Er war 1861 von dem ersten Bezirke
ißt, sind unter E aufzusuchen.