Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

398
Lüttich
^emälven ss. Tafel: Glasmalerei I, Fig. 9) und
die Kircke des HeiligenKrenzes. Friedhöfe sind auf
Ste. Walbnrge und auf Robermont. Das schönste
öffentliche Gebäude ist der Insti^Palast, zum Teil
aus dem 16. Jahrb., früher die Residenz der Fürst-
bischöfe,' die Vorderseite wurde erst 1734 vollendet;
ein Teil dient dem Gouverneur zur Wohnung; ferner
das Natbans, das nene Konservatorium, das Hospiz
für alte Leute und die Universität.
Behörden und Bildnngsanstalten. An der
Spitze der Verwaltung stebt ein Bürgermeister, der
von vier besoldeten Schössen untersucht wird. Die
2 .s.^^^x^ t/il-l?^l2/^.Vu>/v
N.l?Hvu5 ^
,^^^^
^üttich (Tiluationsplan).
Garnison besteht aus 2 Infanterieregimentern,
1 ArtiUcricregiment und 2 Schwadronen Kavallerie.
3. besitzt eine gut organisierte Fcnerwebr, vorzüg-
liche Wasserwerke und Kanalisation; elektrische Be-
leucktung ist vielfach eingefübrt. Unter deil privaten
Wohlthätigkeitsanstalten sind die('1i^'M>ir8 ^nl>1ic3
(Obdachlosenasyle) hervorzuheben. L. ist Sitz eines
Gouverneurs, eines Bischofs, eines Appellhofes
und einer Staatsnniversität. Die Universität, die
1817 von der niederländ. Negierung gegründet
wurde und mit welcker die Bcrgbanscbnle s^colo
ä68 luinks), die Polytechnische Säulle li^colo 663
lii't8 et mamilac tni'63 und I^colo 608 ui^canieiLNä)
sowie seit 18.^5 die vom Senator Montesiore ge-
stiftete Elektrotechnische Sckule llnztiwt^ionten'oi'e)
in Verbindung steht, zählte (1890) 1511 Studie-
rende, daruuter 128 Ausländer. Es bestebt außer-
dem eiue Malerakademie, ein konigl. Konservato-
rium (774 Schüler), ein Lehrerinnen- und ein
Priesterseminar. Für öffentliche ^ckulen geschieht
neuerdings viel. Neben Elementarschulen "giebt es
ein königl. Gymnasium (Athenäum), 2 Mittelschulen
l1^ol68 i)i-()i'e88imi"Il68) und mcbrere Privatinsti-
tnte. Daneben besteht noch ein Iesuitengymnasium
letwa 700 Schüler) sowie klösterliche Erziehungs-
anstalten. Neben dein städtischen Museum ist das
vom Fabrikanten Lemille gestiftete
Waffenmmeum zu nennen. L. dat
drei Theater, darunter das königl.
Theater. Die wichtigsten polit.
Tagesblätter sind: "i^o ^oui-nai
^0t,t6 60 1.10^6" UNd "I^I^X1)1'633".
Industrie, Handel und
Verkeh r. L. verdankt seine aus-
gedehnte Indnstrie in erster Linie
den ergiebigen Kohlenbergwerken,
die stellenweise unter der Stadt
selbst liegen. Ausier Zinkhütten,
Gießerei, Walyverleu, Draht-
zieherei, Maschinenbau sind her-
vorragend : Vollzengfabriken,
Flachsspinnerei und Weberei, Ta-
dak- und Eigarrenfabriken, Ger-
berei, Leilnsiederei,Eichoricnfabri-
ten und Elektricitätswerke. Der
hi älteste und bedentendste Indnstrie-
^ zweig ist die Waffenfabrikation.
^Wädrend 18l'>0 in der lönigl.
Vrobeanstalt l)<i3000 Waffen pro-
^ oiert wurden, find 189 l: 1233 234
"und 1894: 1039 757 <^tüet durch
die Probe gegangen und zwar:
2<i6713 cinlänfige Flinten,
198 780 DoppelfluNc^, ^57 740
Kriegswaffen, 25 559 Paar S attel-
pistolen, 2515 Taschenpistolen
und 388450 Revolver. Außer-
den: besitzt L. eine tönigl. Ge-
scbützgießerei und Bohrerei. L.
hat eine Handelskammer", eine
Börse für Lande^prodnkte und
bedentende Pferdeniärkte. Zwei
Pferdedabnlinien, eine Dampf-
straßelsbabn und zierliche Maas-
dampfboote vermitteln den Ver-
kehr in der Stadt und unt den
gewerbreicben Nachbarorten Her-
stal (s. d.) und Soraing (s. d.).
Auch der Fracktverkehr aus der Maao ist beträcht-
lich; Hauptgüter sind Steinkohlen, Eisen, Holz und
Basalt. L. hat 5 Bahnböfe; die Station des Guille-
inius dient den Linien Brüsscl-Herbestdal, Marchc-
L. (li5 I(m) und L.-Flemalle (^2 Icin), Longdoz den
Linien L.-Namur (i>1 I<m), L.-Ätaastricht, Vivegnis
den Linien L.-Hasselt-Eindhoven <l<)4 km) der L.-
Limburger Bahn; diese drei Bahnböfe sind durch
Gürtelbabn s^wischenstationen: Ionfosse und Pa-
lais) verbunden.
G cs ch i ck t e. L., eine röni. Niederlassung, wurde
im 8. Jahrb. Sitz eines Bischofs, mit dem die Bür-
ger, von Frankreich unterstützt, in steter Fehde lagen.
Karl der kühne, im Einverständnis mit dem Bi-