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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Masse (Vermögensmasse) - Masséna
andern Körper die Fallbeschleunigung dieselbe ist,
so hat man 1/^11/F und folglich , -^^. (S. Pen-
del.) Das absolute Maßsystem nimmt diejenige
Stoffmenge, die in 1 K3 enthalten ist, als Massen-
einheit an, wogegen man zu praktischen Zwecken
übereingekommen ist, den Druck von einem Kilo-
grammgewicht als Krafteinheit anzunehmen.
Nach der Gleichung i> ^ inF ist in ^ -, demnach in
diefem letztcrn "terrestrischem" Maßsystem die M.
eines Kilogrammgewichts 1:9,8 ^ 0,102. M. und
Gewicht sind überhaupt wohl zu unterscheiden.
Ein Körper hat überall dieselbe M., sein Gewicht
wechselt aber ein wenig an verschiedenen Orten der
Erde, entsprechend der (Hchwcrebcschleunigung.
Sucht man ein Schwungrad aus dem Lager zu he-
ben, so empfindet man dessen Gewicht, sucht man
dasselbe aber zu dreheu, so fühlt man den Kraft-
aufwand zur Beschleunigung seiner Masse. Ver-
möge ihrer M. üben alle Körper aufeinander eine
Anziehung aus, deren Betrag außer von ihrer ge-
genseitigen Entfernung nur von der Größe ihrer
M. abhängig ist. (S. Schwere.)
Masse (Vermo'gcnsmasse), s. ^Iu83a.
Masse, Formmaterial, s. Formerei.
Masse, unechter Meerschaum (s. d.).
Masseforderungen, s. Massegläubiger.
Masseformerei, s. Formerei.
Massegläubiger. Die Verwaltung und Ver-
teilung der Konkursmasse verursacht regelmäßig
Kosten, welche der Verwalter zu bestreiten hat (§. 51
der Deutschen Konkursordnung). Außerdem können
aus dessen Thätigkeit, insbesondere infolge der von
ihm bewilligten Erfüllung der Rechtsgeschäfte des
Gemeinschuldners oder neu abgeschlossener Rechts-
geschäfte^ Verbindlichkeiten entstehen, welche gleich-
falls aus der Konkursmasse erfüllt werden muffen;
ferner Ansprüche aus grundloser Bereicheruug der
Masse (§.52). Die Ausgaben der einen wie der an-
vern Art ruhen gleichsam als eine Last auf der Kon-
kursmasse, welche bloß infoweit zur Befriedigung
der (gewöhnlichen und bevorrechtigten) Konkurs-
gläubiger zu verwenden ist, als es sich um den nach
Deckung der erwähnten Massekosten und Masse -
schulden verbleibenden Überschuß (die reine Masse)
handelt. Die Gläubiger, deren Forderungen nach
dem dargelegten Grundsatze vorweg aus der Kon-
kursmasse zu befriedigen sind, werden fowohl in der
Deutfchen wie in der Österr. Konkursordnung M.
genannt. Die Verbindlichkeiten der einen wie der
andern Art sind Masfeschulden im weitern Sinne
des Worts. Die Verpflichtungen, bei welchen es
sich nicht um Massekosten handelt, heißen Masscschul-
den im engern (^inne des Worts. Reicht die Kon-
kursmasse zur vollständigen Befriedigung aller M.
nicht aus, so find zunächst die Masseschulden im
engern Sinne des Worts, dann die Massekosten und
von diesen letztern wieder zuerst die baren Auslagen,
zuletzt aber die dem Gemeinschuldner und dessen
Familie bewilligte Unterstützung zu berichtigen. Der
Erlös aus Gegenständen, welche zur Abgesonderten
Befriedigung (s. d.) dienen, darf zur Deckung der
M. nur insoweit verwendet werden, als sich nach
Durchführung der abgesonderten Befriedigung ein
Überschuß ergiebt. Wenn eine den Kosten des Kon-
kursverfahrens entsprechende Masse nicht vorhanden
ist, kann die Konkurseröffnung (s. d.) abgelebnt oder
das bereits eröffnete Verfahren eingestellt werden
l§§. 99 und 190 der Konkurs ordnung). Eine be-
fondere Anmeldung und Prüfung der Masseforde-
rungen ist nicht vorgeschrieben. Vielmehr haben sich
die M. einfach an den Verwalter zu halten, der für
die Befriedigung der ihm bekannten M. von Amts
wegen Sorge zu tragen hat. Masseansprüche, welche
bei der Abschlagsverteilung bis zur Festsetzung des
Prozentsatzes, bei der Schluhverteilung bis zur Be-
endigung des Schlußtermins, bei der Nachtrags-
verteilung bis zu deren Bekanntmachung nicht zur
Kenntnis des Verwalters gelangt sind, tonnen auf
den zur Verteilung bestimmten Massedestand nicht
geltend gemacht werden, müssen also infolge der ver-
späteten Geltung unbefriedigt bleiben, obgleich die
Mittel zu ihrer Befriedigung vorhanden waren.
Nach der Osterr. Konkursordnung (Kß. 28 - 30)
gelten im allgemeinen dieselben Grundsätze. Die
Massekosten sind jedoch (nach§. 29) vor den übrigen
Masseschulden zu berücksichtigen. feiten.
Maßeinheiten, elektrische, s. Elektrische Ein-
Mafsekosten, s. Massegläubiger.
Masfekurator, s. Kontursverwalter.
Masselgraben, s. Eisenerzeugung.
Masseln, f. Eisen und Eisenerzeugung.
guminose (^cacia antkklininticll), deren Rinde ein
lräftiges und sicheres Bandwurmmittel ist.
Mafsöna, Andre", Herzog von Nivoli, Fürst von
Eßling, franz. Marfchall, geb. 16. Mai 1758 zu
Nizza, ging, 13 I. alt, als Schiffsjunge auf ein
Kauffahrteischiff, trat aber 1775 in ein franz. In-
fanterieregiment. M. brachte es bis 1789 nicht
weiter als bis zum Quarticrmeister, nahm dann
seine Entlassuug, trat aber beim Ausbruch der Re-
volution wieder in die Armee, wurde 1792 Batail-
lonscommandeur, 1793 Vrigadegeneral und Tivi-
sionsgeneral. M. zeichnete sich nun bis 1797 auf dem
oberital. Kriegsschauplatz auf das hervorragendste
aus, ganz besonders bei Loano und Rivoli. Da
die Truppen ihm Erpressungen zur Last legten und
den Gehorsam verweigerten, legte er das Kommando
nieder, erhielt aber schon Ende 1798 den Oberbefehl
in der Schweiz und schlug die Russeu 25. Sept. 1799
bei Zürich. 1800 wurde ihm die Verteidigung von
Genua übertragen, doch mußte er im Juni kapitu-
lieren. Nach der Schlacht von Marengo wurde M.
Oberbefehlshaber über die ganze ital. Armee. 1804
ernannte ihn Napoleon zum Marschall. 1805 erhielt
M. uochmals den Oberbefehl in Italien; er eroberte
180l) Gaeta und vertrieb die in Ealabrien gelande-
ten Engländer. 1807 übernahm M. nach der Schlacht
von Eylau den Oberbefehl über den reckten Flügel
der franz. Armee und wurde nach dem Frieden von
Tilsit zum Herzog von Rivoli ernannt. In: Fclozug
gegen Dsterreich kommandierte er 1809 auf dem
rechten Donauufer und zeichnete ficb bei Landsbut,
Eggmühl, Ebersberg a. d. Traun, bei Aspern und
Wagram aus, wofür er später zum Fürsten von
Ehling ernannt wurde. 1810 erhielt M. den Ober-
befehl in Portugal, hatte aber dort so geringe Er-
folge, daß Napoleon ihn 1812 durch Marmont er-
setzte und ihn nicht mehr im Felde verwandte. M.
schloß sich infolgedessen 1814 an Ludwig XVIII. an,
der ihn 20. Dez. 1814 zum Pair erhob. Während
der Hundert Tage blieb M. in Zurückgezogenheit.
Er starb 4. April 1817. M.s (Memoiren (7 Bde.,
Par. 1849-50) gab General Koch heraus; Toselli
fchrieb seine Biographie (Nizza 1869).