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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mosenrosh - Moser (Joh. Jak.)
"Theater" (Stuttg. 1842) veröffentlichten Trauer-
spiele "Cola Rienzi", "Die Bränte von Florenz",
"Kaiser Otto III.", "Wendelin und Helene". Später
kamen hierzu die Trauerspiele "Herzog Bernhard"
sLpz. 1855), "Der Sohn des Fürsten" (Oldenb.
1858) und "Don Johann von Österreich". Eine
Ausgabe seiner "Sämtlichen Werke" erschien in
8 Bänden (Oldenb. 1863-64; neue vermehrte Aus-
gabe, 6 Bde., Lpz. 1880). - Vgl. Julius M. Eine
biogr. Skizze (Oldenb. 1878); Max gfchommler, Bei-
träge zu Julius M.s Erinnerungen (Planen 1831).
Mofenrosh, Joh. Mich., s. Moscherosch.
Mofenthal, Salomon Herm., Ritter von,
dramat. Dichter, geb. 14. Jan. 1821 zu Cassel, von
israel. Abkunft, widmete sich auf der Polytechnischen
Schule zu Karlsruhe naturwissenschaftlichen Studien.
Dann wurde er Erzieher bei einem Bantier in Wien,
1850 Beamter im Kultusministerium, 1851 Archivar
im österr. Unterrichts- und Staatsministerium und
1871 in den Ritterstand erhoben. Er starb 17. Febr.
1877 in Wien. M.s Ruf gründet sich vorzugsweise
auf die Volksschauspiele "Deborah" (Pest 1850 u. ö.),
"Der Sonnenwendhof" (Lpz. 1856 u. ö.), "Der
Schulz von Altenbüren" (ebd. 1868), sowie auf das
Litteraturdrama "Die deutschen Komödianten" (ebd.
1863). Zumal die beiden ersten Stücke übten durch
glänzende Sprache, malerische und dichterische Effekte
und geschickte Kontraste trotz ihrer dramat. Schwä-
chen auf der Bühne große Wirkung aus. Dagegen
haben M.s übrige Dramen, "Cäcilia von Albano"
(Pest 1851), "Ein deutsches Dichterleben" (Bürger
und Molly, 1850), das Volksschauspiel "Der Gold-
schmied von Ulm", das histor. Schauspiel "Düwekc"
iLpz. 1860), die Trauerspiele "Pietra" (ebd. 1865),
"Isabella Orsini" (ebd. 1870), "Maryna" (ebd. 1871),
"Lambert von Mericourt" (ebd. 1873) und das Lust-
spiel "Die Sirene" (ebd. 1875), nur Achtungserfolge
erreicht. M.s "Gesammelte Werke" erschienen in
6 Bänden (Stuttg. 1878).
Mofer, Friedrich Karl, Freiherr von, Schrift-
steller, Sohn von Joh. Jak. M., geb. 18. Dez.
1723 zu Stuttgart, lebte längere Zeit in Hess. Dien-
sten in Frankfurt a. M., wo er mit Sufanne von
Klettenberg, der "schönen Seele" in "Wilhelm Mei-
sters Lehrjahren" befreundet wurde. Er war dann
einige Jahre Reichshofrat in Wien, 1772 Geheim-
rat und Minister in Hessen-Darmstadt, wo er 1780
seinen Abschied nahm. M. wurde hierauf wegen
Überschreitung seiner Amtsbefugnisse in Anklag c-
zustand versetzt; erst 1790 wurde der Prozeß nieder-
geschlagen. M. starb 10. Nov. 1798 zu Ludwigs-
burg. Er veröffentlichte "Kleine Schriften zur Er-
läuterung des Staats- und Völkerrechts" (12 Bde.,
Franks. 1751-65), "Sammlnng von Reichshof-
rats-Gutachten" (6 Bde., ebd. 1752-69), "Samm-
lung der wichtigsten Deduktionen in deutschen
Staats- und Rechtssachen" (9 Bde., Ebersdorf 1752
-56), "Patriotische Gedanken von der Staatsfrei-
geisterei" (anonym, Frankf. 1755), "Der Herr und
der Diener" (ebd. 1759; 2. Aufl. 1763), "Reliquien"
Frankf., Mannh. und Lpz. 1784-90), "Neues pa-
triotisches Archiv" (2 Bde., Mannh. 1792 - 94),
"Luthers Fürstenspiegel" (neue Ausg. von Meyer,
Frankf. 1834) u. s. w. Eine "Auswahl aus den pa-
triotischen Schriften M.s. I. Reliquien mit erläu-
ternden Anmerkungen" gab Wilh. Zimmermann
beraus (Stuttg. 1866). - Vgl.Hermann vom Vufche,
F. K. Freiherr von M. (Stuttg. 1846), und Ledder-
hose, Aus dem Leben und den Schriften des Mini-
sters Freiherrn Fr. K. von M. (Heidelb. 1871).
MoseV,Gustavvon,Lustspieldichter,geb.11.Mai
1825 in Spandau, wurde im Kadettenkorps erzogen
und war 1842-43 Leibpage des Prinzen Wilhelm
von Preußen, wurde 1843 Offizier und nahm 1856
den Abschied, um sich der Bewirtschaftung des Ritter-
guts Holzkirch bei Lauban und schriftstellerischer
Thätigkeit zu widmen. Er veröffentlichte in rascher
Folge zunächst über 20 einaktige Stücke, darunter
"Wie denken Sie über Rußland?", "Ein moderner
Barbar", "Er soll dein Herr sein", "Kaudels Gar-
dinenpredigten". Von den dann folgenden größern,
durch ihren Reichtum an komischen Situationen zum
Teil sehr wirkungsvollen Stücken haben sich auf dem
Repertoire erhalten: "Ultimo", "DerVeilchensresser",
"Der Hypochonder", "Der Registrator auf Reisen"
(mit L'Arronge), "Krieg im Frieden" (mit Franz von
Sckönthan), "Unsere Frauen" (mit demselben), "Der
Bibliothekar", "Reif Reiflingen" (mit Fr. von Schön-
than), "Die Versucherin", "Die Amazone" (mit
Thun), "Mit Vergnügen" (mit Girndt), "Die Stern-
schnnppe", "Nervös", "Die neue Gouvernante", "Der
sechste Sinn" (mit Misch), "Militärfromm" (mit von
Trotha) u. s. w. Seine neuesten Lustspiele sind "Der
Militärstaat" (1895> und "Moralische Menschen"
(1896, beide mitvonTrotha). Eine Sammlung seiner
Stücke erschien in 21 Bänden (Berl. 1873-95).
Moser, Joh. Jak., Publizist und Staatsrechts-
lehrer, geb. 18. Jan. 1701 zu Stuttgart, bezog 1717
die Universität in Tübingen, wurde hier 1720 außer-
ord. Professor der Rechte, ging 1721 nach Wien,
1722 nach Stuttgart, wo er schriftstellerisch thätig
war, 1724 wieder nach Wien, wo ihn der Reichsvice-
kanzler Graf Schönborn als Konsulenten in Reichs-
angelegenheiten benutzte. 1726 wurde M. als Wirkt.
Rcgierungsrat nach Stuttgart berufen und 1727
ord. Professor der Rechte in Tübingen, welche Stel-
lung er jedoch nach wenigenJahren niederlegte. 1733
wurde er in seine frühere Stelle als Regierungs-
rat wieder eingesetzt, die er 1736 mit der eines
preuß. Geheimrats, Direktors der Universität und
Ordinarius der Iuristenfakultät zu Frankfurt a. O.
vertauschte. 1739 legte er auch diese Amter nieder,
da er wegen seines Freimuts bei Friedrich Wil-
helm I. in Ungnade siel, lebte dann zu Ebcrsdorf
im reuß. Vogtlande, war seit 1747 kurze Zeit Ge-
heimrat des Landgrafen zu Hessen-Homburg, hielt
sich feit 1749 zu Hanau auf, wo er für junge Leute
eine Staats- und Kanzleiakademie gründete, und
wurde 1751 als Landschastskonsulent nach Stutt-
gart berufen. Als hier zwischen dem Herzog und
den Landständcn Konflikte entstanden, ließ ihn der
Herzog als den angeblichen Verfasser der wider ihn
gerichteten Denkschriften 1759 in harten Festungs-
arrest nach Hohentwiel bringen, wo M. eine große
Zahl innig-frommer geistlicher Lieder dichtete; ohne
ein einziges Mal verhört worden zu sein, wurde er
erst 1764 auf Befehl des Reichshofrats freigegeben.
Hierauf begab sich M. wieder nach Stuttgart, wo
ihn der Herzog für schuldlos erklärte und als Land-
schaftskonsulenten wieder einsetzte. Er starb 30. Sept.
1785. M. war einer der fruchtbarsten Publizisten
Deutschlands. Von seinen 500 Bände umfassenden
Schriften sind Zu erwähnen: "Teutsches Staats-
recht" (50 Bde., nebst 2 Bon. Supplementen und
1 Bd. Register, Nürnb. 1737-54), "Neues deut-
sches Staatsrecht" (24 Bde., Stuttg. und Frankf.
1766-82), zahlreiche Monographien über das