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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nearthrose - Nebelflecke
325 brachte er sie weiter durch den Ocean bis zu deu
Mündungen des Euphrat und Tigris. Ein Auszug
aus demu. d. T. "I^i-apius" von ihm hierüber ver-
faßten Bericht ist in Arrians (s. d.) Schrift über In-
dien erhalten. Später stand N. in dem Dienste des
Antigonus und Demetrius. >^(s. d.).
Nearthrofe (grch.), Bildung eines neuen Gelenks
Neath (spr. nihth), Municipalborough in der
Grafschaft Glamorgan des engl.Fürstentums Wales,
am Flusse N., der oberhalb der Stadt schöne Wasser-
fälle bildet, unweit der Mündung in den Bristolkanal,
hat (1891) 11157 E., Ruinen einer Cistercienser-
abtei; Fabrikation von Maschinen für den Bergbau,
Kupfer-, Eisen-, Zinn- und Steinkohlenbergwerke.
Ubb., offizielle Abkürzung für den nordamerik.
Staat Nebraska.
Neba, Anhöhe, s. Nebo.
Nebel, die Trübungen der Luft durch kleine
Wafferkügelchen, deren Durchmesser bis zu 9,2 iniu
angenommen werden kann und die sich bilden,
wenn feuchte Luftmassen von verschiedenen Tem-
peraturen sich mischen oder feuchte Luft sich auf
den Taupuntt abkühlt, über feuchten Thalwiescn
oder von Anhöhen umgebenen Gewässern sieht
man oft an klaren, windstillen Nächten sich nie-
dere Schichten von N. bilden, die wahrscheinlich
meist durch Niedersinken der auf den Anhöhen sich
abkühlenden Luft in die wärmere feuchte Atmosphäre
entstehen. Über den weiten Flächen der Eismeere
oder auch über den kalten Meeresströmungen bilden
sich aus ähnlichen Ursachen dichte, aber niedere
Nebelschichten. Hier dringt wärmere feuchte Luft in
die kältern Schichten ein. Bekannt sind die N. der
Neufundlandbank, die durch die Berührung kalter
und warmer Meeresströmungen begünstigt werden.
In gebirgigen Gegenden sind aufsteigende Luft-
ströme meist die Ursache der Nebelbildung. N. bil-
det sich hier in den höhern Regionen und erscheint
von unten gesehen als eine den Berggipfel um-
hüllende Wolke. Als sicher kann angesehen werden,
daß das Vorhandensein von Staub und sonstigen
kleinen festen Körpern in der Luft die Ncbelbildung
begünstigt. Man darf wohl in jedem Nebclclement
einen folchen als Kern vermuten. N. soll im In-
nern großer Kontinente und in den Passatregionen
fehlen, auch soll über warmen Meeresströmungen
N. sich weniger bilden, dagegen mehr Neigung zu
Reqenfall sich zeigen, als über den kalten Strömen.
Nebel, rechter Nebenfluß der Warnow im Groß-
berzogtum Mecklenburg-Schwerin, kommt aus dem
Malkwitzfee, durchstießt den Krakower See, ist von
Güstrow an schiffbar und mündet bei Vützow.
Nebelbilder, eine eigentümliche Schattenerschei-
nung. Auf Spitzen einzelner Berge, an der Meeres-
küste oder im Luftballon kommt es vor, das; ein
Beobachter, der sich zwischen der tiefstehenden Sonne
und einer Nebelbank befindet, feinen Schatten auf
dieser sieht, meist umgeben von farbigen Ringen.
Der Schatten erscheint dem Beobachter, der übri-
gens nur seinen eigenen Schatten und nicht den-
jenigen benachbarter Gegenstände sehen soll, riesen-
haft vergrößert, weil er ihn in großer Entfernung
wahrzunehmen glaubt. Auf dem Brocken will man
diese Erscheinung öfters wahrgenommen baben
(Brockengespenst). Die Entstehung des Schat-
tens ist ohne weiteres verständlich, die Ningsystemc
werden durch Beugung des Lichts gebildet und setzen
eine Nebelschicht aus gleichgroßen und gleichmäßig
verteilten Körperchen voraus, in der sich derVeobach-
tcr befinden muß. Man nennt sie Aureolen (s. d.),
Glorienschein (s. d.), auch Heiligenschein.
N., engl. DisFolvinF Vie>v3, heißt auch eine op-
tische Belustigung, die, in England erfunden, in
Deutschland besonders durch Döbler (um 1840) be-
kannt wurde. Es sind I^tsrna ma^ica - Bilder, die
infolge der Anwendung starker Linsengläser und der
sehr intensiven Hydrooxygengas- oder elektrischen
Beleuchtung in bedeutender Größe und Deutlichkeit
auf einer Wand erscheinen. Die auf Glas gemalten
Bilder müssen sehr gut ausgeführt sein. Schon um
1798 brachte Robertson in Paris mittels einer eigens
konstruierten magischen Laterne, die der bildauf-
fangenden Wand unhörbar genähert oder davon
entfernt werden konnte, die Bilder zum nebelhaften
Verschwimmen und umgekehrt zum allmählichen Er-
scheinen, er ließ ferner die Bilder nach Belieben aus
der tiefsten Nacht plötzlich auftauchen und wieder
verschwinden, auch sich allmählich vergrößern und
verkleinern oder scheinbar nähern und entfernen.
In dieser Form nannte man diese Bilder der magi-
schen Laterne Phantasmagorien. Besondere
Effekte lassen sich mit den als Diorama (s. d.) oder
Chrom atrop (s. d.) ausgeführten Nebelbilder-
apparaten hervorbringen.
Nebelflecke, kleine, auf dem dunkeln Himmels-
grund befindliche, mehr oder weniger helle, nebel-
artige Stellen von sehr verschiedenartiger Gestalt.
Dieselben finden sich über den ganzen Himmel ver-
breitet, sind jedoch fast durchweg nur mit Hilfe des
Fernrohrs wahrzunehmen; nur wenige derselben, so
im Orion und in der Andromeda, sind schon bei
unbewasfnetem Auge als verwaschene, in ihren:
Aussehen an Teile der Milchstraße erinnernde
Stellen des Himmelsgrundes zu erkennen. Man
hat im allgemeinen zwei Klassen von N. zu unter-
scheiden, nämlich die auflöslichen N. oder
Sternhaufen (s. d.) und die unauflöslichen
oder eigentlichen N., je nachdem sie im Fern-
robr in einzelne Sterne zerlegt erscheinen oder
nicht. Einen sichern Anhalt über die wirkliche
Natur eines Nebelflecks vermag nur das Spek-
troskop zu geben. Während die Sternhaufen und
auflösbaren N. ein kontinuierliches Spektrum zei-
gen, besteht das der eigentlichen N. nur aus einer
oder einigen hellen Linien. Man muß daher an-
nehmen, daß erstere glühendflüssige Körper sind,
letztere aus glühenden Gasmassen bestehen und
zwar nach Ausweis des Spektrums hauptsächlich
aus Stickstoff- und Wasserstoffgas. Die Natur einer
dem Nebclspektrum charakteristischen Linie ist noch
durchaus unaufgeklärt. Die spektroskopischc Unter-
suchung einer großen Anzahl dieser interessanten
Objekte hat ergeben, daß der überwiegende Teil
derselben seiner Natur nach eigentlich zu den Stern-
haufen ,u rechnen ist, und daß, ähnlich wie bei
der Milchstraße, das neblige Aussehen nur von
der ungeheuren Entfernung dieser Eternanhäu-
fungen herrührt, infolge deren sie nicht mehr als
einzelne Körper zu unterscheiden sind. N. und Stern-
haufen stellen wahrscheinlich nur verschiedene Ent-
wicklungsstufen vor, indem die anfänglich über un-
geheure Räume ausgedehnten glühenden Gasmassen
sich, wenn auch nur außerordentlich langsam, zu-
sammenziehen und allmählich zu festen Körpern
verdichten. Auch einige der hellsten N., die man
jetzt mit den kräftigsten Instrumenten nicht aufzu-
löfen vermag, so der Andromedanebel, muß man
auf Grund spektroskopischer Untersuchung ihrer phy-