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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Neu-Uschiza - Neuyork
liten, in Garnison das 12. Infanterieregiment Prinz
Arnulf, die 4. Eskadron des 4. Chevaulegersregi-
ments und das 1. Bataillon des 1. Fuhartillerieregi-
ments vak. Bothmer, Post, Telegraph, Realschule,
Leihanstalt, Sparkasse, Agentur der Bayrischen No-
tenbank, Kranken-, Armenhaus, Schlachthaus und
Goldleistenfabrik. N. wurde 1821 gegründet, 1844
befestigt, 1857 Stadt und 1891 unmittelbare Stadt.
Neu-Uschiza, s. Nowaja Uschiza.
Neuvictoriagrün, s. Malachitgrün.
Neuville (spr. nöwil), Alphonse de, franz. Ma-
ler, geb. 31. Mai 1836 zu St. Omer, war kurze
Zeit Schüler Picots. Er malte mit koloristischer
Meisterschaft vorzugsweise wirksame Einzelmomente
aus Schlachten. Das erste Bild von ihm, das Auf-
sehen erregte, war 1859 eine Episode aus der Be-
lagerung von Sewastopol: Das 5. Iägerbataillon
an der Batterie Gervais; darauf folgten: Angriff
in den Straßen von Magenta durch die Jäger und
Gardezuaven (1864; Museum in St. Omer), Jäger
zu Fuß den Tschernajafluß durchwatend (1868; Mu-
icum in Lille). Der Krieg von 1870, den N. als
Offizier mitmachte, regte sein Talent zu neuen
Schöpfungen mächtig an; diese lebenswahren, dra-
matisch bewegten, aber tendenziösen Darstellungen
machten ihn zum populärsten Schlachtenmaler der
Republik und wurden durch Photographie, Litho-
graphie und Farbendruck weithin bekannt. Haupt-
werke sind: Biwak vor Le Bourget (1872; Museum
in Dijon), Die letzten Patronen (1873), Angriff auf
ein verbarrikadiertes Zaus in Villerserel (1875),
Preuß. Gefangenem der Kirche zu Villerserel, Der
Tag von Le Bourget 30. Okt. 1870 (1878). Mit
Detaille malte er das Panorama der Schlacht von
Champigny, 1870. Er starb 20. Mai 1885 in Paris.
Neu-Vorpommern, s. Pommern.
Neuwaldegg, Vorort von Wien, s. Dornbach.
Neuwarp, ehemals Nienwarpe, Stadt im
Kreis ückermünde des preuß. Neg.-Bez. Stettin,
cim Stettiner Haff, auf einer Halbinsel im Neu-
warp er See, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht
Stettin), hatte 1890: 2240,1895: 2204 cvang. E.,
Post, Telegraph, Bürgerschule; Schiffahrt, Holz-
handel und Fischerei. Gegenüber das Dorf Alt-
warp (1895: 1218 E.).
Neuwedell, Stadt im Kreis Arnswalde des
preuß. Reg.-Vez. Frankfurt, am Wedellsee, den die
Drage durchstießt, an der Nebenlinie Arnswalde-
Callies der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Landsberg), hatte 1890: 2898,
1895:2884 E., darunter20 Katholiken und 80 Israe-
liten, Post, Telegraph: Ziegeleien, Majolikafabrik.
Neuweiler, Stadt im Kanton Lützelstein, Kreis
Zabern des Bezirks Unterelsaß, im Wasgau, an der
Nebenlinie Zabern-Hagenau der Elsaß-Lothring.
Eisenbahnen, hatte 1890: 1383, 1895: 1401 E.,
darunter 590 Evangelische und 113 Israeliten, Post-
agentur, Fernsprechverbindung, kath. Dekanat;
Nein- und Hopfenbau. Die Stadt verdankt ihren
Nrsprung der Benediktinerabtei St. Peter und Paul,
von der noch der Kapitelsaal und die Kirche erhalten
sind. - Vgl. Fischer, Geschichte der Abtei und
Stadt N. (Zabern 1876).
Neuweitz, soviel wie Liane Kxs (s. d.).
Neuwerk, zu Hamburg gehörige Nordseeinsel,
westlich von Cuxhaven (s. Karte: Hamburg und
Umgegend, Bd. 8, S. 698), mitten in einem
Wattenmeer, liegt außerhalb des Zollgebietes und
hat 69 E., Postagentur, Telegraph, zwei Leucht-
türme und eine Station zur Rettung Schiffbrüchiger.
- Vgl. Obst, Die Insel N. (Cuxhaven 1888).
Neuwied. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Koblenz,
hat 620,93 ykm und 1890: 77 350, 1895: 78 39k
(38588 männl., 39810 weibl.) E., 2 Städte und
111 Landgemeinden. Sitz des Landratsamtes ist
Heddesdorf. - 2) Stadt im Kreis N. und Haupt-
stadt der mediatisierten Grasschaft Wied (s. d.), am
rechten Ufer des Rheins, über den eine fliegende
Brücke führt, an der Linie Köln-Niederlahnstein
der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Landgerichts
(Oberlandesgericht Frankfurt a. M.) mit 14 Amts-
gerichten (Altenkirchen, Asbach, Daaden, Dierdorf,
Ehrenbreitstein, Hachenburg, Höhr-Grenzhausen,
Kirchen, Linz a. Nh., Montabaur, N., Selters,
Wallmerod, Wissen), eines Amtsgerichts (zugleich
Rheinschiffahrtsgericht), Hauptsteueramtes, Bezirks-
kommandos und einer Reichsbanknebenstelle, hatte
1890: 11062 E., darunter 4702 Katholiken und
405 Israeliten, 1895: 10593 (4814 männl., 5779
weibl.) E., Postamt erster Klasse, Telegraph, fürstl.
Residenzschloß mit Sammlung röm. Altertümer,
die in der Nähe, wo 1791 eine Römerstadt entdeckt
wurde, gesunden wurden, Gymnasium mit Real-
klassen, Schullehrerseminar, höhere Mädchenschule
mit Lehrerinnenseminar, Knaben- und Mädchen-
erziehungsanstaltcn der evang. Brüdergemeine,
Sparkasse, Bankverein, Armen-, Krankenhaus;
Eisen- und Walzwerke (Germania- und Hermanns-
hütte), Fabriken für Tabak, Cigarren, Cichorien,
Stearin, Seifen, sog. Gesundheitsgeschirr und
emaillierte Blechwaren. N. wurde 1653 an Stelle
des verödeten Langendorf vom Grafen Friedrich
von Wied-Neuwied gegründet. Nordöstlich die Lust-
schlösser Monrepos und Segenhaus.
Neuwieder Blau, s. Bergblau und Kupferoxyd.
Neuwieder Grün, f. Schweinfurter Grün.
Neuwirth, Joseph, österr. Publizist und Poli-
tiker, geb. 6. Mai 1839 zu Triesch bei Iglau, stu-
dierte in Prag und Wien Nationalökonomie und
Chemie und widmete sich dann der Journalistik.
Er war 1864 bei der Gründung der "Neuen Freien
Presse" beteiligt, deren Redaktion er bis 1872 an-
gehörte. 1873 wurde N. von der Brünner Handels-
kammer in das Abgeordnetenhaus gewählt, wo er
der Deutschen Linken beitrat und sich namentlich
an den volkswirtschaftlichen und finanziellen Ar-
beiten beteiligt. Er starb 20. Mai 1895 im Sana-
torium Mariagrün bei Graz. Von N.s größern Ar-
beiten sind besonders zu nennen: "Bank und Valuta
in Österreich-Ungarn" (2 Bde., Lpz. 1873 - 74),
"Zollpolitik und Handelsbilanz" (Wien 1875) und
"Der Kampf um die Währung" (Jena 1881).
Neuyork, engl. N6n ^ork. 1) Staat ("1K6 ^m-
pir6 8tat6") der Vereinigten Staaten von Amerika,
zwischen 40^2 und 45° nördl. Br., grenzt im N. an
Canada, den Lorenzstrom und Ontariosee, im W. an
den Niagarafluß und Eriesee, im S. an Pennsyl-
vanien, Neujersey und den Atlantischen Ocean, im
O. an Connecticut, Massachusetts und Vermont und
umfaßt 127 350 ylcm. Die Einwohnerzahl betrug
1790: 340120, 1870: 4382 759, 1880: 5082 871,
1890: 5997 853 (2 976893 männl., 3020 960
weibl.) E., d. i. 47 auf 1 ykm. Der Boden ist im O.
hügelig und bergig (s. Catskillberge und Adiron-
dacks), im W. vorherrschend eben, ausgenommen
an der pennsylv. Grenze. Die archäischen Granite,
Gneise u.s.w. treten außer in den Adirondacks auch
im SO., z. B. in der Stadt N. auf. Der Rest wiro