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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Olo Ngadju - Öls (Fürstentum)
bau, Heuschlag und Fuhrwesen. O. war bis 1782
die Hauptstadt des damaligen Gebietes O.
Olo Ngadju, Olon Lowangan, Olon
Maanjan, Stämme der Däjak (s. d.).
Olonnes, Les Sables d', franz. Arrondisse-
ment und Stadt, s. Sables d'Olonnes.
Olonös, griech. Gebirge, s. Erymanthos.
Oloofson, altgriech. Stadt, s. Elasson.
Oloron (spr. -rong). 1) Arrondissement im
südwestfranz. Depart. Basses-Pyre'n^es, zählt auf
1863,88 ykm (1891) 61532 E. in 8 Kantonen und
79 Gemeinden. - 2) Oloron-Sainte Marie,
lat. Iwro, Hauptstadt des Arrondissements O., in
Bearn, 24 km im SW. von Pau, am Zusammen-
fluß der Gave d'Ossau und der Gave d'Aspe, welche
bier die Gave d'O. bilden, und an der Linie Buzy-
O. (15 km) der Südbahn hübsch gelegen, ist mit dem
EtadUeU Ste, Marie (auf dem linken Ufer) durch
steinerne Brücke verbunden, hat (1891) 7029, als
Gemeinde 8758 E., ist Sitz eines Gerichtshofs
erster Instanz und eines Handelsgerichts, war bis
zur Revolution Bischofssitz, hat Neste alter Be-
festigungen, zwei um 1080 erbaute Kirchen, Ste.
Croir in O. selbst und Ste. Marie (roman. Spitz-
bogenstil), ein Collöge, eine Bibliothek, ein Hospital
und ein Waisenhaus. Die Industrie ist lebhaft in
Wollspinnerei und Fertigung von Decken, Strüm-
pfen, Strumpfwaren, Kämmen, Messern, Schoko-
lade, Papier u. a.; der bedeutende Handel mit Wolle,
Vieh, Schinken geht besonders nach Spanien.
Olöt, Bezirksstadt der span. Provinz Gerona,
30 Km nordwestlich von Gerona, links am Fluvia,
in einem Thalkessel (mit Basaltdurchbruch) der Ost-
pyrenäen, hat (1887) 8158 E.; Baumwollspinnereien
und Fabrikation von Seiden-, Woll-, Baumwoll-
waren, Tuch, Papier, Messern, Seife und Leder.
Ölpalme, s. N1^6i8.
Ölpapier, s. Pauspapier.
Olpe. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg,
hat 618,01 ykin und 1890: 36 872, 1895: 38 721
(19 208 männl., 19513 weibl.) E., 2 Städte und
19 Landgemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis O., an
der Bigge und der Nebenlinie Finnentrop-Rotemühle
der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes
und eines Amtsgerichts (Landgericht Arnsberg),
hatte 1890:3089,1895:3391E., darunter 131 Evan-
gelische, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, kath.
und evang. Kirche, höhere Stadtschule, höhere Mäd-
chenschule, Waisenhaus, Krankenhaus; Puddlings-,
Eisenwalzwerke, Dampfhämmer, Ofenrohrfabriken,
Kupferwalz- und Hammerwerk, Kupferdrahtziehe-
reien, Metallgießereien, Leim- und Sohllederfabri-
ken; in der Nähe Eisenerzlager, Blei-, Kupfer- und
Quecksilbererzgruben.
Slpergament, Material zu Schreibtafeln, das
durch Bedecken von Papier- oder Leinwandblättern
mit einer dünnen und ebengeschliffenen Schickt eines
Gemisches aus Bleiweiß, Oips, Kalk und Leim und
Überziehen dieser mit Ölfirnis hergestellt wird.
Ölpflanzen, s. Öl und Fette liefernde Pflanzen.
Slpreßtuch, s. Ölpressung.
Slpreffung, die durch Auspressen erfolgende
Gewinnung von Öl aus Samen oder Früchten. In
der Neuzeit hat man für diesen Zweck die hydrau-
lischen Pressen allgemein in den Ölfabriken (oft als
Ölmühlen bezeichnet) eingeführt. Der Arbeits-
vorgang in einer solchen Fabrik ist etwa folgender:
Nachdem in einer geeigneten Sichtmafchine der Öl-
same gereinigt ist, wird er, um das Auspressen zu
erleichtern, zerkleinert, d. h. es werden die Samen-
hüllen zerrieben. Diese Arbeit kanu entweder in
Stampfwerken oder zwischen Quetschwalzen und in
Kollergängen erfolgen. Am zweckmäßigsten sind die
beiden letztern. Von den Quetschwalzen wird der
Same vorgequetscht, um dann von den Steinen des
Kollerganges zu einem feinen Mehl zermahlen zu
werden. Vor der Pressung wird das Samenmehl
in Wärmepfannen vorgewärmt. Es sind dies
stäche Pfannen mit einem Rührwerk; die Heizung
erfolgt hierbei durch Dampf, der in eine Umman-
temng der Pfanne tritt. So vorbereitet, kommt
das Samenmehl in die Presse. Je nach der Gröhe
der Presse werden mehrere Kilogramm Samenmehl
in Säcke, Beutel oder Preßtücher geschlagen. Zu
Preßtüchern werden die verschiedensten Fasern, na-
mentlich Roßhaar, Wolle und Baumwolle, verwen-
det. Ein gutes Preßtuch darf beim Pressen kein
Samenmehl, soll aber leicht das Öl durchlassen:
auch muh es gegenüber dem angewendeten hohen
Druck sehr widerstandsfähig sein. Die gefüllten
Preßbeutel kommen sodann in die hydraulische
Presse. Häufig besitzt dieselbe jedoch eine der-
artige Einrichtung, daß die Verwendung von Preß-
tüchern überflüssig wird. Man unterscheidet stehende
und liegende Pressen. Bei letztern muß die Saat
in Tücher oder Säcke eingefüllt sein, ebenso bei der
ältesten Art der stehenden Pressen, die man Pack-
pressen nennt. Dagegen wird bei den To Pf-
und Trogp reffen die Saat in Töpfe oder Tröge
gefüllt, oft nachdem sie zu Kuchen vorgepreht ist,
aber ohne besondere Umhüllung. Platten, Töpfe
oder Tröge befinden sich zwischen der obern Fläche
des Preßstempels (Preßtisch) und dem Widerlager
(Preßholm) und werden durch den Druck, welchen
der Prehstempel ausübt, gegen den Holm zu bewegt,
wobei das Öl aus der Saat herausgedrückt wird
und nach unten in ein Sammelgefäß abfließt. Die
erste Pressung oder Vorpressung (Vorschlag)
genügt meist trotz eines Druckes von 150 bis 300
und mehr Atmosphären nicht; vielmehr zerkleinert
man die Ölkuchen nochmals auf Kuchenbrechern
(Walzwerke mit pyramidalen Zacken u. dgl.) oder
Desintegratoren (Schleudermühlen), wärmt die
Massen an und unterwirft sie einer oder mehrern
Nachpressungen (Nachschlag). Die beim Nach-
pressen erhaltenen Ölkuchen (s. d.) dienen als
ein beliebtes Viehfutter. - Das bei der Pressung
erhaltene Rohöl bedarf noch der Reinigung
(Raffination) und Bleichung, die oft in besondern
Ölraffinerien ausgeführt werden. (S. Ölschlägerei.j
^ Vgl. Bornemann, Die Öle des Pflanzen- und
Tierreichs. Bd. 1: Die fetten Öle (5. Aufl., Weim.
1889); Sckädler, Technologie der Fette und Öle,
Bd. 1 (2. Aufl., Lpz. 1892). (S. auch Fette.)
Slpumpen, s. Schmierapparate.
Bls, Lehnssürstentum im preuß. Reg.-Bez.
Vreslau, am rechten Ufer der Oder, umfaßte früher
außer dem Kreis Ö. noch Teile der Kreise Trebnitz,
Polnisch-Wartenberg und Distrikt Konstadt im Kreis
Kreuzburg; in neuerer Zeit beschränkte sich das-
selbe auf die Besitzungen im Kreis Ö., die Herr-
schaft Medzibor im Kreis Polnisch-Wartenberg und
die Herrschaft Guttentag im Kreis Lublinitz. Das
Fürstentum Ö. war früher ein Teil des Herzog-
tums Vreslau, aber im Kampfe zwischen Herzog
Heinrich von Glogau und Herzog Heinrich V. von
Breslau wurde letzterer genötigt, feinem Vetter die
Gebiete von Ö., Bernstadt, Namslau, Konstadt,