Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

696
Ostalpen
Glimmerschiefer, ist nur in ihrem centralen Teile
mäßig vergletschert und besitzt fünf Spitzen von
über 3200 m Höhe: Petzeck (3283 m), Groher
Roter Knopf (3276 m), Hochschober (3250 m), Horn-
lopf (3242 m), Glödis (3205 m); letzterer Gipfel ge-
hört zu den wildesten und abschreckendsten Vergformen
der Alpen. Die Sadnig-Kreuzeck-Gruppe, süd-
lich vom Schoberthörl und dem untern Möllthal bis
zum Drauthal, bleibt tief unter der Schneegrenze und
besitzt nur vier Gipfel von über 2700 m: Polinik
(2780 m), Striedenkopf (2754 m), Sadnig (2740 m)
und Hochkreuz (2704 m).
4) Niedere Tauern, vom Murthörl zwischen
Enns und Mur bis zum Liesing-Paltenthal. Sie
sind die um vieles niedrigere Fortsetzung der Hohen
Tauern und bestehen zumeist aus Glimmerschiefer,
aus dem nur vereinzelte Gneisinseln emportauchen.
In die Gletscherregion erheben sie sich an keinem Orte.
Sie zerfallen in folgende Abteilungen: Rad städter
Tauern, von dem Murthörl bis zum Nadstädter
fünf über 2600 m: Weißeck (2709 m), Moser Mandl
(2679 m), Faulkogel (2653 m), Türkenwand (2646 m),
Hochfeind (2610m). Schladminger Alpen, vom
Radstädter Tauern bis zurSölkerscharte, in ihrem
Gebirgsbau durch die Gneismassen des Hochgolling
und der Hohen Wildstelle beherrscht. Gipfelhöhe ge-
wöhnlich 2400-2700m; höher sind: Hochgolling
(s. d., 2863 m), Hohe Wildstelle (2746 m), Roteck
(2743 m), Preber (2741 m), Kasereck (2740 m), Wald-
horn (2700 m). Wölz er Alpen, von der Sölker-
scharte bis zum Polster, mit rundlichen Formen.
Die gewöhnliche Höhe der Gipfel ist 2100-2400 m;
höher sind: Röthelkirch-Spitz (2474 m), Greimberg
(2474 m) und Schoberspitz (2423 m). Rotten-
manner Tauern, vom Polster- und Pölsthal bis
zum Liesing-Paltenthal. Hier erhält das Gebirge
wieder zackigere Formen. Die gewöhnliche Gipfel-
höhe beträgt 2100-2400 m; höher sind: Vösenstein
(2449 m), Saukogel (2418 m) und Hochreichart
(2417 m). Ahnlich wie die Hohen besitzen auch die
Niedern Tauern eine Vorlage im S., die durch
eine Tiefenlinie, die über Lessach, Oberzeiring und
Kraubat verläuft, von dem Hauptzuge getrennt
ist. Es ist dies der Tamsweg-SeckauerHöhen-
zug, der in tektonischem Sinne eine stäche Mulde
zwischen den Niedern Tauern im N. und den Nori-
schen Alpen im S. darstellt. In der westl. Hälfte
sind die höchsten Erhebungen: Gstoderberg (2141m),
Payerhöhe (1971 m) und Lasaberg (1934 m); in der
östl. Hälfte finden sich nur Höhen von 1300 bis 1500 m.
Dieser niedere Gebirgszug wird mehrfach von südl.
Abflüssen der Niedern Tauernkette durchbrochen.
5) Norische Alpen, im S. des Murthals vom
Lieserthal und dem Katschberg im W. bis zum
Hirschegger Gatterl im O. Das Gebirge besteht zu-
meist aus Gneis und Glimmerschiefer, die zu einem
stachen Gewölbe aufgebogen sind. Der Sattel von
Neumarkt und die Ein öd trennt es in zwei größere
Abschnitte, die Gurkthaler Alpen im W. und die
Lavantthaler Alpen im O., welch letztern sich im
äußerstenSO.dasBacher-und Posruckgebirge
anschließt. Die Höhenverhältnisse bleiben weit hinter
jenen der Niedern Tauern zurück, die höchsten Er-
hebungen erreichen 2300-2400 m. Die kulminie-
renden Spitzen der drei genannten Untergruppen
sind: Eisenhut (2441 m), Zirbitzkogel (2397 m),
Schwarzkogel (1548 m). Die Gebirgsformen sind
sanft, konvex und von einer üppigen Pflanzendecke,
von Wiesen, Wald und Matten überwachsen. Die
einzelnen Gruppen zerfallen durch zahlreiche Thal-
einschnitte noch in kleinere Komplexe, so die Gurk-
thaler Alpen in Stangalpen, die Metnitzalpen
und die Afritzer und Wimitzer Berge, die Lavant-
thaler Alpen in die Seethaler Alpen, die Sau-
alpe, die Pachalpe und Koralpe.
6) Cetische Alpen, den noch erübrigenden Teil
der Gneisalpen umfassend, der sich am Hirschegger
Gatterl an die Norischen Alpen anschließt. Sie gren-
zen an der Nordwestseite zunächst an die Niedern
Tauern, sodann an die Eisenerzer Schieferalpen und
weiterhin an die österreichischen Kalkalpen, an der
Südostseite an das tertiäre Flachland. Hauptgesteine
sind Gneis und Glimmerschiefer, denen insbeson-
dere im nördl. Teile vielfach paläozoische Schiefer
aufliegen. Die Cetischen Alpen sind der. niederste
Abschnitt der Gneisalpen und erreichen nur noch
Höyen von 1700-2000 m. Ihre Formen sind
allenthalben sanft, und nur selten wird die Wald-
und Wiesendecke von nacktem Fels unterbrochen.
Sie werden der Länge nach von einem Teil des
Murthales und dem untern Mürzthal durchschnitten,
wodurch zwei Züge entstehen, von denen der nörd-
liche, derFloningzug, eine Fortsetzung der Tauern-
kette ist, während sich der südliche orographisch am
Speikkogel der Pachalpe von den Norischen Alpen
loslöst. Der letztere Zug wird vom Murthale unter-
halb Vruck durchbrochen und zerfällt hierdurch in die
G l ein alpen im SW.und die Fisch dach er Alpen
im NO. Die höchsten Erhebungen der genannten
drei Untergruppen sind Floning (1584 m), Lenzmair-
kogel (1997 m) und Stuhleck (1783 m). Der nord-
östl. Ausläufer der höhern Gneisalpen ist der Wech-
sel (1738 m); weiterhin gegen NO. verflacht sich das
Gebirge bis zum Rosaliengebirge bei Wiener-Neu-
stadt. Der Raum zwischen Köflach, Übelbach, Brei-
tenau,Virkfeld, Puch, GrazundLigist stellt geologisch
eine Bucht dar, die der Hauptsache nach von devo-
nischen Ablagerungen erfüllt ist, aus denen nord-
östlich von Graz die Gneisinsel des Schocket (1446 m)
gleich einem Horste emporragt. Es ist dies die
GrazerVucht, deren Gipfelpunkt, der aus Devon-
kalk bestehende Hochlantsch (1722 m), sogar das an-
grenzende krystallinische Gebirge des Fischbacher
Zuges an Höhe übertrifft.
V. Schieferalpen. 7) Plessuralpen, zwi-
schen Prättigau, Davos, Albula und Rhein. Durch
die Einschnitte von Fundey und Schanfigg sowie
der Lenzer Heide zerfallen sie in die Hochwang-
kette im N., die Faulhornkette im SW. und
das Arosagebirge im SO. Die beiden erstern
bestehen ausschließlich aus Bundener Schiefern, das
Arosagebirge besteht aus Gneis und Schiefern, die
von einer mächtigen mesozoischen Kalkdecke über-
spannt werden. Die höchsten Erhebungen der drei
Untergruppen sind: Hochwang (s.d., 2535 m), Faul-
horn (2578 m), Aroser Rothorn (2985 m).
8) Salzburger Schieferalpen, ein langer
Zug sanftformiger Gebirge, der sich auf der Strecke
vom Sillthal bis zum Passe Mandling zwischen
die nördl. Kalkalpen und die Gneisalpen legt.
Sie zerfallen in folgende Gruppen: TuxerThon-
schiefergebirae zwischen Sill und Zillerthal,
Turer Thal und Innthal; es ist stockförmig geglie-
dert und um 600 m niederer als die angrenzenden
Zillerthaler Alpen. Gewöhnliche Gipfelhöhe 2600
-2800 m; die beiden höchsten Erhebungen sind
der Reckner (2882 m) und der Geierspitz (2856 m).