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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Österreichischer Schulverein - Österreichisch-Ungarische Bank

denen noch 5 Anleihen von zusammen 10,645 Mill. Fl. hinzukommen. Diesem Kapital steht gegenüber eine Flotte von 75 Dampfschiffen mit einem Buchwert von 40306850 Fl., welcher jedoch durch Abschreibungen bereits auf 15845650 Fl. reduziert ist, und einer Gesamtgröße von 145443 Brutto-Registertons. Die Maschinen entwickeln im ganzen 110741 Pferdestärken. Im Bau begriffen sind (1896) 2 Dampfer mit 9100 Brutto-Registertons und 7800 Pferdestärken. 1836-37 bestand die Erstlingsflotte aus 7 Dampfern von nur 1777 Registertons und 630 Pferdestärken, während jetzt die "Imperatrix" allein 4194 t mit 4400 Pferdestärken hält. 1895 machten die Dampfer 287 Fahrten mit 784635 zurückgelegten Seemeilen in dem Mittelmeer und der Levante; 197 Fahrten mit 154834 Seemeilen im Schwarzen Meer und auf der Donau; 36 Fahrten mit 377496 Seemeilen nach Indien; 9 Fahrten mit 116880 Seemeilen nach Brasilien; 205 Fahrten mit 25444 Seemeilen zwischen Triest und Venedig; 52 Fahrten von Pola nach Zara mit 18828 Seemeilen; 260 Fahrten nach Dalmatien und Albanien mit 215764 Seemeilen und 174 freie Fahrten mit 249426 Seemeilen. An Reisenden wurden 276084, an Gütern 7556778 Metercentner sowie 5638 Stück große und 62365 kleine Tiere befördert.

Österreichischer Schulverein, s. Schulverein.

Österreichischer Touristenklub, s. Alpenvereine.

Österreichische Staatsbahnen, s. Österreichisch-Ungarische Eisenbahnen.

Österreichische Südbahn, s. Südbahn und Österreichisch-Ungarische Eisenbahnen.

Österreichische Volkszeitung, in Wien erscheinende polit. Tageszeitung von demokratischer Richtung. Auflage: 22800; Verlag: Steyrermühl-Gesellschaft in Wien; Redacteur: Arthur Bunzl Popper. Seit 31. Dez. 1893 erscheint zugleich eine Zweikreuzer-Ausgabe der Zeitung als Morgenblatt. Auflage: 14000. Die 1855 gegründete Ö. V. hieß früher "Konstitutionelle Vorstadt-Zeitung".

Österreichisch-Französischer Krieg von 1805, s. Französisch-Österreichischer Krieg von 1805.

Österreichisch-Französischer Krieg von 1809, s. Französisch-Österreichischer Krieg von 1809.

Österreichisch-Französisch-Italienischer Krieg von 1859, s. Italienischer Krieg von 1859.

Österreichisch-Illyrisches Küstenland, zusammenfassende Bezeichnung für Görz und Gradisca, Istrien, Triest. (S. Küstenland.)

Österreichisch-Italienischer Krieg von 1848 bis 1849, s. Italien (Geschichte).

Österreichisch-Italienischer Krieg von 1866, s. Italienischer Krieg von 1866.

Österreichisch-Schlesien, s. Schlesien.

Österreichisch-Ungarische Bank, das einzige Noteninstitut der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, hervorgegangen aus der Privilegierten Österreichischen Nationalbank, die 1816 als Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 60 Mill. Fl. Konventionsmünze (100000 Aktien à 600 Fl.) errichtet wurde, um die Geldverhältnisse durch Einziehung des stark entwerteten Staatspapiergeldes (Wiener Währung) wieder zu ordnen. Anfänglich wurden aber nur 50621 Aktien = 30372600 Fl. Konventionsmünze ausgegeben. Die Bank erhielt die ausschließliche Befugnis zur Notenausgabe und zum Betriebe des Diskont-, Lombard-, Depositen-, Giro- und Hypothekarkreditgeschäfts. Die aus der Einziehung des Papiergeldes hervorgegangene ältere fundierte Schuld des Staates an die Bank von 140 Mill. Fl. in unveräußerlichen 2½- und 4prozentigen Obligationen ist bis 1870 vollständig getilgt worden. Dagegen machte die Regierung wieder in anderer Gestalt neue Schulden bei der Bank. Am 5. März 1848 hatte letztere bei einem Notenumlauf von 214 Mill. Fl. einen Barschatz von 65 Mill. Fl., aber nur 49 Mill. Fl. in Wechseln und Lombardforderungen, während die Schuld des Staates im ganzen 131 Mill. Fl. betrug. Die erneuten Vorschüsse an den Staat und die Abnahme der Barmittel infolge des gesunkenen Vertrauens führten, nachdem schon im April 1848 ein Ausfuhrverbot für Gold- und Silbermünzen erlassen und die Barzahlungen eingestellt worden waren, 22. Mai 1848 zur Einführung des Zwangskurses der Noten, und seitdem ist Österreich in der Papiergeldwirtschaft geblieben. 1859 erfolgte nach wiederholter Erhöhung des Aktienkapitals, zuletzt auf 110 1/4 Mill. Fl. (150000 Aktien à 735 Fl.), die Wiederaufnahme der Barzahlungen, aber der ital. Krieg brachte eine neue Störung. Das gleiche Mißgeschick hatte man 1866.

Eine neue Gestalt erhielt die Bank 1862 bei der Erneuerung ihres Notenvorrechts (bis 1876) durch die sog. Plenersche Bankakte. Dieselbe entspricht insofern dem System der Peelschen Bankakte (s. d.), als sie nur eine bestimmte Summe, nämlich 200 Mill. Fl., nicht metallisch gedeckter Noten zuläßt, die aber eine Deckung durch Wechsel oder andere Wertpapiere besitzen müssen. Von den Schulden des Staates bei der Bank, die sich damals auf 221 3/4 Mill. Fl. beliefen, wurden 80 Mill. Fl. als ein für die Dauer des Bankprivilegiums unkündbares und unverzinsliches Darlehn ausgeschieden, das übrige aber sollte abgetragen werden, was seitdem geschehen ist. Das Kapital der Bank wurde 1869 durch Rückzahlung von 135 Fl. pro Aktie auf 90 Mill. Fl. herabgesetzt. 1878 wurde die Nationalbank in eine gemeinsame Ö. B. mit Hauptanstalten in Wien und Budapest umgewandelt und erhielt das ausschließliche Notenausgaberecht bis zum 31. Dez. 1887.

Bei der 1887 erfolgten Verlängerung des Bankvorrechts um 10 Jahre wurden die Bestimmungen über die Deckung der Banknoten erheblich geändert. Der Gesamtbetrag der umlaufenden Noten muß mindestens zu zwei Fünfteln durch Barvorräte gedeckt sein; für den 200 Mill. Fl. übersteigenden Betrag nicht metallisch gedeckter Noten muß eine Notensteuer von 5 Proz. jährlich entrichtet werden, deren Ertrag zur Tilgung der 80 Mill. Fl. betragenden Staatsschuld verwendet werden muß. Der Betrag der im Besitze der Bank befindlichen Staatsnoten mit Zwangskurs wird von der Summe der umlaufenden Banknoten in Abzug gebracht; ferner ist die Bank berechtigt, solange die Aufnahme der Barzahlungen nicht erfolgt ist, die in ihrem Besitz befindlichen auswärtigen Metallwechsel bis zur Höhe von 30 Mill. Fl. in ihren Barvorrat einzurechnen. Die Verhandlungen zur Erneuerung des Bankprivilegs waren gegen Ende des J. 1896 noch nicht zum Abschluß gediehen.

Die Bank wird geleitet durch den Generalrat (s. d.); sie hat ihr Filialennetz bedeutend ausgedehnt (99 Bankplätze in Österreich, 105 in Ungarn); das Giro- und Depositengeschäft leidet unter der vorhandenen Papiergeldwirtschaft. Die gesamten Unternehmungen der Bank bezifferten sich 1895 auf 2532 Mill. Fl.;