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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Public Schools - Puccinia
der gerichtlichen NecoräZ (s. K,6c0rä) aufbewahrt
werden und das zedermann zugänglich ist. Das
?. R. 0. steht unter der Aufsicht des NaZwi-
ol tli6 R0II8; als Archivar fungiert der veput^
I^66p6i-, der jährliche Berichte mit Katalogen und
Verzeichnissen veröffentlicht. Eine Reihe der wich-
tigsten Urkunden wird auf Staatskosten gedruckt.
Von besonderer Wichtigkeit sind die (^iouäHi-8 ot'
8tkt6 ?ap6i-8, welche Aufzeichnungen über politisch
wichtige Schriftstücke enthalten. - Vgl. A. C. Ewald,
Our?ud1ie Noeoi-ää (Lond. 1873).
?ud1io Lokools (spr. pöbbllk skuhls), im ge-
wöhnlichen engl. Sprachgebrauch die höhern Schu-
len, die von den Knaben aus den bessern Gesell-
schaftsklassen besucht werden. Die ?. 8. ^ct von
1868 (s. Englisches Schul- und Universitätswesen)
bezieht sich nur auf sieben alte Schulen: Eton,
Winchester, Westminster, Charterhouse, .yarrow,
Rugby und Shrewsbury. Außerdem rechnet man
jetzt hauptsächlich die folgenden neuern Schulen
hinzu: Clifton, Haileybury, Marlborough, Repton,
St. Paul's, Uppinghain, Wellington u. a. Diese
Schulen haben alle ein Stiftungsvermögen und be-
ziehen keinen Zuschuh aus öffentlichen Mitteln. Sie
stehen unter der Kontrolle eines nach den besondern
Bestimmungen des einzelnen Statuts erwählten
Aufsichtsrats ((-overnoi-g, ^ru8wo8 u. s. w.), jedoch
hat regelmäßig der Direktor (He^äm^ter) sehr weit-
gehende Befugnisse. In den meisten?. 8. wohnt die
Mehrzahl der Schüler in 10-12 Häusern in un-
mittelbarer Nähe des Schulgebäudes, von denen
jedes unter der Aufsicht eines der ältern Lehrer steht.
Die jährlich zu entrichtende Gebühr sür Pension und
Schulgeld beträgt 100-150 Pfd. St. (2-3000 M.),
doch hat jede I'ublio 8c1i0ol eine Anzahl von Stifts-
schülern (I'onnäation 8o1wl^r8), denen diese Gebüh-
ren ganz oder teilweise erlassen werden. Regelmäßig
werden Schüler nach vollendetem 12. Jahre zuge-
lassen, doch erfolgt der Eintritt der meisten erst im
Alter von 13 bis 14 Jahren und mit einer Vorbil-
dung, die der Reife für eine deutsche Untertertia
etwa entspricht.
In Bezug aus den Studiengang wird dem ein-
zelnen Schüler eine gewisse Freiheit gelassen. In
den meisten Schulen besteht eine besondere Abteilung
für Realfächer (moc^i-n 8iä6), deren Stundenplan
von dem der klassischen Abteilung ganz verschieden
ist. Stellenweise giebt es sogar zwei verschiedene
Abteilungen sür Realfächer: eine für Mathematik
und eine für Naturwissenschaften. Zur Erwerbung
körperlicher Fertigkeit dient neben den eigentlichen
Spielen (cricket, lootdaii, rackere, Ig^n t6imi8,
ÜV63 u. s. w.) namentlich das Exerzieren und die
Schießübungen der regelmäßig zu den ?. 8. ge-
hörenden Kadettenkorps. Die Aufsicht wird außer
von den Lehrern auch durch die aus der Zahl der
ältern Schüler erwählten Aufseher Monitor) sowie
durch die ebenfalls aus den Schülern hervorgehenden
Leiter ((^pwin8) der Spiele ausgeübt. Die früher
allgemein übliche Inanspruchnahme der jüngern
Schüler sür die Bedienung der ältern (s. 1^331113
8)'8t6m) kommt auch jetzt noch häusig vor.
Vgl. außer dem jährlich erscheinenden?. 8. ^o^i--
dook Carteret-Visson, Onr 8cd00l8 and C0II6F68
(2 Bde., 6. Aufl., Lond. 1882, 1884); Feilden und
Heard, 8om6 I>. 8. (ebd. 1884); Oni- 1". 8. (ebd.
1881); Pascoe, ?racticHl Ilanädook to tds prin-
cipll.1 8c1i00i8 ok Uu^ianä (ebd. 1878); Staunton,
1k6 Freat 8c1i0l)i3 of Nn^wnä (ebd. 1869). Über
das Leben der Schüler handelt Pascoe, Nver^ äa?
lile in our ?. 8., 8^6tc1i6l1 d^ H^ä ^kolarg
(Lond. 1885).
?ud1iouin (ooiissswin), s. Kollegium.
Publtk (lat.), öffentlich, offenkundig.
Publikaner (lat. ^udlioani, wahrscheinlich ver-
stümmelt aus ?au1icianj), Bezeichnung für die Ka-
tharer (s. d.), namentlich in Frankreich und Italien.
Publikation (lat.), Veröffentlichung (s. Bekannt-
machung, Gesetzsammlung, Verkündung).
Publikum (lat.), Menschenmenge, insbesondere
die zu einem bestimmten Zweck (Genuß einer Schau-
stellung u. s. w.) versammelte.
Publilius Syrus, röm. Mimendichter unter
Cäsar und Augustus, der jüngere Zeitgenosse und
Nebenbuhler des Laberius, kam aus Syrien als
Sklave nach Rom, wurde später freigelassen und
führte seine dramat. Spiele mit großem Beifall in
den ital. Städten auf. Vorzüglich schätzte man seine
Mimen (s. d.) wegen der darein verwebten zahlreichen
Sittensprüche. In einigen Handschriften befanden
sich Sammlungen solcher "86nt6ntiH6" des P. S.,
freilich in verderbter und durch anderweitige Zusätze
entstellter Form. Nach ältern Ausgaben von Eras-
mus (in der Ausgabe des Dion. Cato, Straßb. 1515)
u. a. lieferten Wölfflin (Lpz. 1869), Ribbeck in den
"8c9.6nioa6 I-ONIHNOI-UIN P00818 ll-HAIU6NtH" (2.Aufl.,
2. Bd., Lpz. 1873), A. Spengel (Berl. 1874), W.
Meyer (Lpz. 1880) und O. Friedrich (Berl. 1880)
kritisch gesichtete Ausgaben. - Vgl. W. Meyer, Die
Sammlungen der Spruchverse des P. S. (Lpz. 1877).
Publizieren (lat.), veröffentlichen, verkündigen.
Publizisten (neulat.), früher Bezeichnung der
Gelehrten, die sich mit der Wissenschaft des positiven
Staats- und Staatenreckts und des Völkerrechts
beschäftigten. Gegenwärtig werden besonders polit.
Schriftsteller als P. bezeichnet.
Publizität (neulat.), Öffentlichkeit, Offenkun-
digkeit, im Rechtsleben die Öffentlichkeit, welche
gewissen Rechtsvorgängen gegeben wird, die einen
größern Kreis von Personen oder das Publikum im
allgemeinen interessieren. Das ersolgt teils durch
Bekanntmachungen (s. d.), teils durch Führung
öffentlicher Bücher oder Register.
p. n. 0., Abkürzung von p08t ui-dsiu conäiwm,
nach Erbauung der Stadt (nämlich Rom).
?nooinia. ^e,'F., Pilzgattunss aus der Familie
der Nredineen (s. d.) mit zahlreichen Arten, davon
etwa 40 in Deutschland, Pilze, die auf höbern
Pflanzen als Parasiten leben und ibre Sporen-
Häufchen unter der Epidermis dieser Pflanzen ent-
wickeln. Von mehrern Arten ist ein vollständiger
Generationswechsel (s. d. und Tafel: Pflanzen-
krankheiten, Fig. 5 9.^3) bekannt, von andern
kennt man nur eine oder zwei Formen desselben.
Die bekanntesten Arten sind die auf verschiedenen
Getreidearten und Gräsern vorkommenden, die den
Getreiderost bilden. Es sind dies besonders drei
Pilze, von denen ein vollständiger Generations-
wechsel bekannt ist, nämlich ?. ^1-3.11111113 ^e?'<3.,
?. 8ti-3.mini8 F^c/c. und ?. coronata. Ooi'tia. Alle
drei sind heteröcische Formen, d. h. ihr Ge-
nerationswechsel spielt sich auf zwei verschiedenen
Pflanzen ab. I>. Fi'3.inwi3 unterscheidet sich von
den beiden letztern vorzugsweise dadurch, daß
ihre Teleutosvorenbäufchen die Epidermis durch-
brechen (l), während die von ?. 8trg,inini8 und
?. coi-onata, dauernd von derselben bedeckt bleiben.
Die I'. coi-onktI. (Kronenrost) ist dadurch charak-