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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ripon (George Frederick Samuel Robinson, Marquis von) - Rippenquallen
182?) versuchte er die Neubildung des Kabinetts,
muhte aber bei dem Widerstand der Tories schon
nach wenig Monaten vor Wellington zurücktreten.
Unter Grey übernahm er 1830 nochmals das Ko-
lonialamt, wurde 1833 Gras R. und Geheimsiegel-
bewahrer, trat aber 1834 bei einem Zwiespalt im
Ministerium über die Frage irischer Kirchenzehnten
aus. Er lenkte wieder zu den Tories hinüber, wurde
1841 unter Pecl Präsident des Handelsamtes, 1843
des ind. Amtes, zog sich aber 1846 ganz zurück und
starb 28. Jan. 15W zu Putney-Hea'th in Surrey.
Ripon (spr. ripp'n), George Frederick Samuel
Robinson, Marquis von, geb. 24. Olt. 1827 als
Sohn des vorigen, trat als Lord Goderich 1852
ins Unterhaus, erbte 1859 von seinem Vater den
Titel eines Grafen von N., von seinem Onkel den
eines Grafen de Grey und wnrde 1863 unter
Palmerston Staatssctrctär des Krieges, 1866
Staatssekretär für Indien, 1868 unter Gladstone
Lordpräsidcnt des Rates und 1871 für feine Ver-
dienste beim Abschluß des Vertrages von Wash-
ington (Febr. 1871) Marquis von R. 1873 schied
er aus dem Amt und trat im folgenden Jahre zum
Katholicismus über. Gladstone ernannte ihn 1880
zum Vicekönig von Indien, wo er die Rechte der
Europäer zu Gunsten der Eingeborenen einzu-
schränken suchte. Bei den letztern wurde er da-
durch äußerst populär, um so unbeliebter jedoch
bei seinen Landslcuten. 1884 trat er zurück, war
in dem kurzen dritten Ministerium Gladstone Fe-
bruar bis Juli 1886 erster Admiralitätslord und
übernahm in dessen viertem Ministerium Aug. 1892
das Staatssekretariat für die Kolonien, das er auch
unter Nosebery behielt.
Riposte (frz.), in der Fechtkunst: rascher Gegen-
stoß: ripo stieren, parieren und nachstoßen.
Riposto, Stadt im Kreis Acireale der ital. Pro-
vinz Catania, am Meere, unterhalb Giarre (s. d.),
an der Linie Messina-Siracusa der Sicil. Eisenbahn,
hat (1881) 7200, als Gemeinde 9743 E.
Nippen t^03w6), die schmalen plattgedrückten
Knochen, die zusammen mit der Wirbelsäule und
dein Brustbein das knöcherne Gerüst des Brustkorbes
ftiwr^x) bilden. Es sind deren beim Menschen auf
jeder Seite zwölf, die sich hinten mit ihren Ge-
lenkenden an die zwölf Brustwirbel anfetzen und
dann bogenförmig nach vorn verlaufen, wo die sie-
ben obersten, die sog. wahren R. (von oben nach
unten zu an Länge zunehmend), durch Knorpelstücke
(die Nippenknorpel) und Bänder mit dem Brust-
bein in Verbindung treten, während von den fünf
untern (den fog. falschen R.), die wieder nach und
nach kürzer werden, die drei ersten durch ihre Knor-
pel sich untereinander und mit der siebenten wahren
Rippe verbinden, die zwei untersten aber, die kürze-
sten, mit ihrem vordern Ende vollkommen freistehen
und deshalb die beweglichsten sind. (S. die Tafel:
Das Skelett des Menschen, beim Artikel Ske-
lett.) Auf diese Art und indem der zwischen ihnen
befindliche schmale Raum mit den Zwischenrippen-
muskeln ausgefüllt ist, bilden die R. eine allseitig ab-
geschlossene Kapsel als Schutz für die Vrusteingeweide
und als Vermittler der Atmungsbewegungen, indem
die R. durch .hals-, Arm- und Rippenmuskeln her-
auf-, durch Bauchmuskeln und Zwerchfell wieder
herabgezogen werden und auf diese Art durch Er-
hebung und Senkung ihrer Mittelstücke abwechselnd
die Brusthöhle erweitern und verengen. Im höhern
Alter findet man die Rippenknorpel, besondcrs die
obern, häufig verknöchert und dann die Bewegungen
des Brustkastens erschwert. An der Innenfläche
sind die R. von einer glatten serösen Haut, dem
Rippenfell, überzogen, das einen Teil des Brust-
fells (s. Brust) ausmacht. Nur Wirbeltiere besitzen
R., und zwar sehr verschiedener Art. Schon bei den
Fischen sind R. in beträchtlicher Menge vorhanden;
wenig entwickelt sind sie bei den Amphibien, bei den
Reptilien hingegen erreichen sie ihre höchste Entfal-
tung, von den Schlangen haben manche über 200 R.
auf jeder Seite. Vei einigen fossilen Formen, bei
den Krokodilen (s. d.) und der Vrückenechse (s. d.)
kommen sog. Vauchrippen vor, verknöcherte quere
Sehncnstreifen der langen Bauchmuskeln. Auch bei
den Vögeln und Säugetieren findet man sowohl die
Zahl derselben überhaupt als die der wahren und
falschen R. voneinander und vom menschlichen Or-
ganismus abweichend. Die echten R. der Vogel be-
stehen aus je zwei Stücken, den eigentlichen R., die
sich mit der Wirbelsäule vereinigen, und knöchernen
Verbindungsstücken zwischen diesen und dem Brust-
bein. Von den erstem trägt eine Anzahl am hintern
Rande einen platten Knochenfortsatz (pi-0co33U8 un-
<?,inaw8), der ähnlich auch bei Krokodilen und der
Brückenechse vorkommt.
Von Krankheiten sind die R., wie andere
Knochen, dem Bruch, der Verrenkung, der Zerstörung
durch Knochenfraß u. dgl. ausgesetzt. Rippen-
brüche verursachen heftigen Schmerz beim Atmen,
heilen aber bei ruhigem Verhalten (Bettläge, zweck-
mäßigem Verband des Brustkorbs) meist ziemlich
schnell; gefährlich werden sie nur dann, wenn die
spitzen Bruchenden das Rippenfell durchbohren und
das Lungengewebe verletzen. Eine der häufigsten
Erkrankungen ist die Brust- oder Rippenfell-
entzündung. (S. Brustfellentzündung.)
Rippenbruch, f. Rippen.
Rippenfell, f. Rippen und Brust. ftung.
Rippenfellentzündung, f. BrustfeUentzün-
Rippenquallen (^tsnoMoi-H), freischwimmende
niedere Seetiere, die eine besondere Klasse der Hohl-
tiere oder Cölenteraten (s. d.) bilden. Ihre Gestalt
ist teils kugel- oder walzenförmig, oft zweiseitig zu-
sammengedrückt und damit der bilateralen Sym-
metrie sich annähernd (z. B. IIorniiplioi'H pwnwäa
AsFsnb., s. umstehende Abbildung, von der Seite
und von unten), teils bandförmig verlängert, wie
bei (^68tu8. Stets sind acht meridianartig über den
Körper laufende Reihen von Flimmerplatten, fog.
Rippen, vorhanden, durch deren fchnelle ruderartige
Bewegung die durchsichtig zarten Geschöpfe gewandt
zu schwimmen vermögen. Die innere Organisation
der R. ist eine relativ sehr hohe, ja die höchste unter
den Cölenteraten. Der an dem einen Körperpol ge-
legene Mund führt in einen langgestreckten Magen-
abschnitt, der an seinem verschließbaren innern Ende
in den Gastrovascularraum mündet; dieser ver-
zweigt sich von seinem mittlern Teile, dem Trichter,
aus in ein kompliziertes Kanalsystem, dessen peri-
pherische Zweige den acht Schwimmplä'ttchenreihcn
folgen. Der Trichter fendet zu dem der Mundöffnung
gegenüber liegenden Pol einen Trichterkanal, der
hier blasensörmige Abscheidungsorgane bildet. Auch
ist ein entwickeltes Nervensystem und ein Gehör-
organ vorhanden. Zwei in taschenartige Behälter
zurückziehbare Fangfäden, welche mit eigentümlichen
Kleborganen ausgestattet sind, vermitteln das Er-
greifen und Heranziehen der Beute. Die Entwick-
lung ist eine direkte, ohne festsitzende Iugendformen