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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rothenhans - Rothschild
Schloß des Fürsten Löwenstein - Wertheim - Rosen-
berg; Dampfgerberei, Sandsteinbrüche und Faß-
binderei. - 2) R. in Baden, Dorf im Amtsbezirk
Rastatt des bad. Kreises Baden, rechts an der Murg,
am Eingang znm Murgthaldes Schwarzwaldes nnd
an der Nebenlinie Nastatt-Weisenbach der Bad.
Staatsbahnen, hat (1890) 1596(5., darunter 70
Evangelische, Post, Telegraph, einen Chlornatrium-
Säuerling (Elisabethenquelle, 20° (^.) mit Bade-
anstalt; Steinhanerei, Herstellung von Glaswaren,
Obst- und Meerrettichbau und Holzhandel. Nahebei,
am Fuße des Schanzenberges, ein früher markgräfl.
Schloß und Gut mit Musterwirtschaft, jetzt im Be-
sitz des Fürsten von Lippe. smen.
Rothenhaus, Schloß bei Görkau (s. d.) in Böh-
Nother, K ö n i g N., der Held einer deutschen Dich-
tung des 12. Jahrh., in der der Name, das Motiv der
Brautwerbung u. s. w. ursprünglich auf langobard. !
Sagen bcrnht; der Verfasser, wohl ein Geistlicher <
vom Niederrhcin, dichtete nm 1150 in Bayern nnd
flocht viele bayr. Lokalbczichungen ein. Der Inhalt
ist R.s Vrautfahrt nach dem Orient. R., in Bare
Mari in Apulien) herrschend, sendet zwölf seiner
Mannen nach Konstantinopel, um die Königstochter
zu werben. Die Voten werden aber gefangen gc-
nommen, und N. macht sich mit einem Heer auf, sie
zu besrcicn. Unter dem Namcn Dietrich weiß er die
Huld und Liebe der Königstochter zu gewinnen, dic
er glücklich samt seinen Boten entführt. Ein Spiel-
mann bringt sie durch List zu ihrem Vater zurück;
N. wird bei einem neuen Entführungsversuch er-
kannt und znm Tode verurteilt, aber in höchster
Gefahr von seinen im Hinterhalt verborgenen Man-
nen befreit. R.s Sohn ist Pippin, der Vater Karls
d. Gr. Kreuzzugsmotive, Spielmannsscherze, die
naive Anmut der Liebeswerbung bringen Abwechse-
lung in das Heldengedicht. Ausgaben von H. Rückert
(Lpz. 1872) und von K. von Bahder ("Altdeutsche
Textbibliothek", Nr. 6, Halle 1884). Denselben Stoff
erzählt die auf deutscher Quelle ruhende altnord.
Thidrekssaga von einem König Osantrir.
Rother, Christian von, prcuß. Staatsminister,
geb. 14. Nov. 1778 zu Ruppersdorf in Scklcsien,
lam 1806 als Kalkulator zur Kriegs- und Domä-
nenkammer. Nach dem Tilsiter Frieden (1807) war
er in Warschau im Bureau des Iustizministers
Grafen Lubienski thätig. Eine treffliche Schrift über
Kasfenverwaltung bahnte ihm den Wiedereintritt
in den preuft. Staatsdienst. Er wurde 1810 Rech-
nungsrat, 1815 Specialbcvollmächtigter bei der Ver-
teilung der Kriegsentschädigung, die Frankreich zu
zahlen hatte, 1820 Präsident der Staatsschulden-
Verwaltung und Chef der Scehandlung, 1836 Geb.
Staatsminister und leitete 1835 - 37 die Handels-
politik; seitdem beschränkte er sich anf die Leitung der
Seehandlung, der Bank und des königl. Krcditinsti-
tuts in Schlesien. Seine Verdienste liegen namentlich
in der Hebung des tief gesunkenen Staatskredits und
der Belebung des überseeischen Handels durch die
Seehandlung. Auch stiftete R. 1825 den Verein für
sittlich verwahrloste Kinder; die 1840 gegründete
Roth er-Stiftung gewährte aus den Beträgen
verfallener Seehandlungs - Prämienscheine unver-
sorgten Töchtern verstorbener Staatsdiener Wob-
nung und Geldunterstützung. 1848 schied er aus
dem Staatsdienst und starb 7. Nov. 1849 auf seinem
Gut Rogau bei Parchwitz in Schlesien.
Rotherham (spr. rötherämm), Municipalbo-
rough in der engl. Grafschaft H)ork im West-Riding,
rechts am Don, an der Einmündung des Rother,
Eisenbahnknotenpunkt, 8 km nordöstlich von Shef-
field, hat (1891) 42050 E., gegen 34782 im 1.1881,
Lateinschule, schöne Allerheiligenkirche: großartige
Eisen- und Stablfabriken, Nagelschmieden, Maschi-
nenbau; in der Nähe Kohlen- und Eisengruben.
Rotherhithe (spr. rotherheith oder rötherith),
Stadtteil von London, in der Grafschaft Snrrey,
rechts an der Themse, oberhalb Deptsord, hat (1891)
in 5226 Häusern 39074 E., meist Matrosen und
Schifsszimmerleute. Mit Wapping, links von der
Themse, ist R. 3 kni unterhalb London-Bridge durch
den Themsetunnel (s. Tnnnel) vcrbnnden.
Rothesay (spr. rothse), Hauptstadt der schott.
Grasschaft Bute, an der Nordostküste der Insel Vutc,
bat (1891) 9034 E., einen vorzüglichen Hafen am
Ende der schönen Rothesaybucht, Ruine eines
konigl. Schlosses (1098 gegründet), Kaltwasscrheil'
anstalt. R. ist wegen seines milden Klimas beliedtcr
Badeort. Palpen (Bd. 12, S. 695l>).
Rötharuppe, Teil der Hohen Tanern, s. Ost-
Rothhornbahn, Zahnradbahn im BerncrOber-
land, von Brienz (470 m) an der Brünigbahn auf
das Rothhorn (2252 m), ist 15. Juni 1892 eröffnet.
Rothicre, La, franz. Dorf, f. La Nothiere.
Rothirsch, s. Edelhirsch.
Roth-Kostelez, Stadt im Gerichtsbezirk Nächod
der östcrr. Bezirkshauptmannschaft Neustadt an der
Mettau in Böhmen, an der Linie Deutschbrod-Liebau
der Österr. Nordwestbahn, hat (1890) 3204 czech. E.;
über 40 Leinen- und Baumwollwebereien und zahl-
reiche Färbereien. ^caulay, Lord.
Rothley (spr. -le), Baron Macaulay von, s. Ma-
Notholz, Fernambukholz, Vahamaholz,
Brasilie llh o l z, eine Anzahl Farbhölzer, die
sämtlich von tropischen Cäsalpiniaceen (s. (^^8-
uipinia. und Lequminoscn) abstammen und sich
durch einen größern oder geringern Gehalt an
Farbstoff (Brasilin und Vrasile'in) unterscheiden.
Das bekannteste ist das brasilianische R. oder rotes
Fernambukholz, das jetzt in verhältnismäßig ge-
ringer Menge zugeführt wird. Das meiste R. kommt
von Lima; auch Sta. Martha und Vahia sowie Ost-
indien liefern R., letzteres alsSapanholz bekannt.
N. wird in der Färberei und zur Darstellung roter
Lackfarben verwandt. (S. Holzrot.) Hamburgs Ein-
fuhr betrug 1893: 22 840 Doppelcentner. Durch-
schnittswert des brasilianischen und des ostindischen
R. ist 16 M. und des westafrikanischen N. 8 M. für
den Toppelccntner.
Rothschild, deutscher Name von Roeskilde (s. d.).
Nothschild, internationales Bankhaus, gegrün-
det von Mayer Anselm N. Dieser, geb. 1743 zu
Frankfurt a. M., besuchte die Religionsschule zu
Fürth und trat dann als Gehilfe in ein Bankgeschäft
zu Hannover ein. Nach einigen Jahren kehrte er
nach Frankfurt zurück und sing mit einem kleinen
Vermögen ein eigenes Geschäft an. Von wesent-
lichem Einfluß für den Aufschwung seiner Handlung
war das Geschästsverhältnis, in welches er zu dem
damaligen Landgrafen von Hessen-Cassel, seit 1803
Kurfürsten Wilhelm I., trat. Als Kurhessen 1806
von den franz. Truppen occupiert worden, der
Kurfürst aus dem Lande flüchten mußte und sich
nach Böhmen begab, vertraute dieser sein ganzes
Vermögen der Obhut und Verwayrnng R.s an.
Nur mit großer persönlicher Gefahr für sich und
seine herangewachsenen Söhne vermochte R. diese
Schätze vor dem Angriff der franz. Polizei, die