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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schneegans (Ludwig) - Schneepflüge
tion des "(^ui-i-isr äu I)li3 I5din" zu Straßburg
und wurde während der Belagerung 1870 zum Bei-
geordneten des Maire erwählt. Er gründete dann
in der Schweiz das polit. Journal "Helvetia", wurde
in die Nationalversammlung in Bordeaux gewählt
und übernahm 1871 die Redaktion des "^oui-nÄl
66 I^on". 1873 nach dem Elsaß zurückgekehrt, ent-
wickelte S. als Direktor des "Elsässer Journals"
eine einflußreiche Thätigkeit in der Partei der Auto-
nomisten (s. d.). In deren Sinne wirkte er auch im
Reichstag, in den er 1877 von Zabern gewählt
wurde und wo er 1879 den Antrag auf eine Kon-
stitution für Elsaß-Lothringen mit Sitz der Negie-
rung in Straßburg durch brachte. Er trat darauf
als Ministerialrat in die Verwaltung der Reichs-
lande, wurde aber 1880 zum deutschen Konsul in
Messina, 1887 zum Generalkonsul in Genua er-
nannt. S. veröffentlichte mehrere Novellensamm-
lungen: "^ont63" (Straßb. 1868), "Aus fernen
Landen" (Vresl. 1886), "Romeos Tochter. Lenz im
Herbst. Speranza" (Lpz. 1889) und den Roman aus
Alt-Eyrakus "Kallia Kypris" (Berl. 1893); ferner:
"I^a ßuerre on^l8llc6" (Straßb. 1871), "Aus dem
Elsaß" (ebd. 1875), "Die Elsässer Liga" (ebd. 1876),
"Über das höhere Schulwesen in Elsaß-Lotdringen"
(ebd. 1877), "Sicilien. Bilder aus Natur, Geschichte
und Leben" (Lpz. 1887).
Schneegans, Ludwig, Schriftsteller, geb.16. Dez.
1842 zu Etraßburg, studierte seit 1859 in Straß-
burg, Jena und Berlin und war bis 1865 Lehrer
der deutschen Sprache am Lyceum von Le Mans
und von Rcnnes. Er lebte dann in München, Wien,
in der Schweiz und seit 1888 wieder in Wien. Von
S.' Werken seien genannt: "Doktor Vorwärts",
Lustspiel (1871), "Spätherbst", Drama (1872), "Der ^
Weg zum Frieden", Drama (1874), "Der Doppel-
gänger", Drama (1877), "Jan Bockhold", Drama
(1877), "Eamiel, hilf!", Lustspiel (1881), "Maria,
Königin von Schottland", Drama (1868); daneben
hat er franz. Dichtungen übersetzt und eine kleine
Sammlung von Gedickten in Straßburger Mund-
art veröffentlicht (in Heyses "Neuem Münchener
Schneegebirge, s. Gebirge. ^Dichtcrbuch").
Schneeglöckchen, s. (^IlnirliuZ und I^uco^im.
Schneegrenze, s. Firn.
Schneehuhn (i^xopuZ), Hühnervögel mit bis
zu den Zehenspitzen befiederten Füßen, großen
schaufelförmigen Nägeln und kuppigem Schnabel,
von der Größe großer Rebhühner, die im Norden
und auf den hohen Gebirgen vorkommen und im
Sommer gelb und braun gesprenkelt, im Winter
dagegen in schneereicben Gegenden ganz weiß er-
scheinen. Sie leben besonders auf Heiden und in
Brüchen von Beeren, Knospen und Insekten, ge-
sellig, aber in Monogamie, und babcn ein zartes
und feinschmeckendes Fleisch, weshalb sie überall
viel gejagt werden. Die in den Polargegenden
(I^Fopuä aiduZ >3t6^., s. Tafel: Hühnervögel II,
Fig. 3), in Schottland und auf den Alpen lebenden
Arten sind nur sehr wenig im Gefieder, gar nicht in
der Lebensweise verschieden. Das schottische S.
oder M oorschneehu h n (I^FopuZ äcoticuä ^i'a?/),
eine Lokalrasse, wird im Winter nicht weiß.
Schneekönig, soviel wie Zaunkönig (s. d.).
Schneekopf, der zweithöchste Gipfel des Thü-
ringer Waldes, im südlichsten Teile des Herzogtums
Sachsen-Gotha, 978 in hoch; auf ihm befindet sich
ein 21 m hoher steinerner Turm mit weiter Umsicht,
unweit davon das Gasthaus die Schmücke (911m).
Schneekoppe, Riesenkoppe, der böchste
Punkt des Riesengebirges (s. d.), 1605 m hoch, ein
abgestumpfter Granitkegel, der sich etwa 260 m
über den Riesenkamm unweit von dessen Ostende
erhebt und, mit Gneis- und Glimmerschieferblöcken
bedeckt, einem ungeheuern Steinhausen gleicht. Der
Gipfel selbst bildet ein kleines Plateau von 55 m
Länge und 43 m Breite. Quer über die Gipfel-
flächc geht die fchlef.-böhm. Grenze. Nahe derselben,
aber ganz auf fchlef. Gebiet, steht die 1668-81 er-
baute und dem heil. Lorenz gewidmete Koppen-
kapelle, welche 182-1 zu einer Herberge für Gebirgs-
wanderer eingerichtet, 1850 aber wieder zum Gottes-
dienst hergestellt wurde, nachdem ein neues, sehr
bequemes Wirtschaftsgebäude erbaut worden war.
Dieses Koppcnhotel wurde nach den Bränden 1852
und 1862 neu aufgebaut, ein zweites Gasthaus liegt
auf der böhm. Seite. Die Aussicht in den südlick
benachbarten, 650 m tiefen, schroffen Riesen- oder
Aupagrund, in den nördl. Melzergrund sowie aus
Schlesien und Vöbmen ist großartig.
Schneeloch, Kluft im Brocken (s. d.).
Schneemesser, derselbe Apparat, der als Regen-
messer (s. d.) dient.
Schneepflüge, Vorrichtungen, um Schnee von
Verkehrswegen zu entfernen. Die S. zur Frei-
machung der Eisenbahngleise haben die Form
einer Pflugschar und werfen den Schnee, nachdem
sie ihn aufgehoben haben, feitwärts ab. Der Haupt-
form nach unterscheidet man S., die durch tierische
Kraft, und solche, die durch Dampfkraft bewegt wer-
den. Letttere sind entweder unmittelbar an der
Vorderseite der Lokomotive angebracht oder sie ruben
(gebräuchlichste Art) auf eigenen Rädern oder Fahr-
zeugen. <S. Tafel: Betriebsmittel der Eisen-
bahnen II, Fig. 6.) S. finden besonders in Ame-
rika eine ausgedehnte Verwendung, wo der Bau
der Überlandbahnen und die Ausführung hoher Ge-
birgsbahnen wirkfame Mittel notwendig machten,
um längere Betriebsstörungen durch Schneefall zu
verhindern. 1884 wurde von Rüssel ein Schnee-
pflug von großer Leistungsfähigkeit erfunden, der
auch im hartgefrorenen Schnee zuverlässig arbeitet.
Der 32 t schwere Schneepflug ist besonders auf der
Canad. Interkolonial-Staatsbahn (891 engl. Mei-
len) in Gebrauch, wo die heftigen, oft mehrere Tage
anhaltenden Nordoststürme die 0,6 bis 6 in tiefen
und bis 800 in langen Einfchnitte, deren Gefamt-
länge den dritten Teil der Vahnlänge ausmacht,
vollständig mit Schnee ausfüllen. Der Schneepflug
wird durch zwei fchwere Lokomotiven mit großer
Gefchwindigkeit gegen den Einfchnitt bewegt; oft
gelingt es erst nach einem zweiten, dritten oder
vierten Auflauf, den Einschnitt zu öffnen. Die Ko-
sten eines solchen Schneepflugs stellen sich auf 7000
bis 10000 M. Noch wirkfamer sind die sog. Schnee-
schaufler, welche, die Handarbeit des Schneeschau-
felns nachahmend, den Schnee durch ein umlaufen-
des Schneidzeug in dünnen Scheiben abschälen und
durch ein Gebläse zur Seite werfen. Die Form der
von Iull erfundenen und von Leslie verbesserten
Maschine ist aus Fig. 5 der genannten Tafel er-
sichtlich; Fig. 4 zeigt den Schneeschaufler in Thätig-
keit. Die Kosten eines solchen Schneeschauflers be-
tragen nahezu 68000 M. In neuester Zeit sind
weitere Verbesserungen erdacht. Zur Entfernung
von hartem und dichtgelagertem Schnee wird beson-
ders der Cykloneschneeschaufler verwendet. Die Be-
triebskosten (ohne Verzinsung und Unterhaltung)