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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schnitzschulen - Schnuffelkrankheit
Diagnose und Therapie der Laryngo- und Tracheo-
stenosen" (ebd. 1877), "Über Laryngoskopie und
Rhinoskopie" (ebd. 1879), "Die Lungensyphilis und
ihr Verhältnis zur Lungenschwindsucht" (ebd. 1880).
Außerdem redigierte er 1860-86 die "Wiener mediz.
Presse" und gab seit 1887 die "Internationale kli-
nische Rundschau" sowie "Klinische Zeit- und Streit-
fragen" (Wien 1890) heraus.
Schnitzschulen, s. Holzindustrieschulen.
Schnorchel, s. Geflügeldiphtherie.
Schnorr von Carolsfeld, Julius, Maler,
Sohn von Veit Hans S., geb. 26. März 1794 zu
Leipzig, erhielt durch den Vater den ersten Unterricht
und ging 1811 nach Wien. Da ihm aber die antikisie-
rende Richtung der Akademie nicht zusagte, wandte
er sich mit einigen Gleichgesinnten der romantischen
Richtung zu. Dieser Zeit gehören an die Ölgemälde:
Besuch der Eltern des Johannes bei den Eltern
Christi (1817; Galerie zu Dresden) und Almosen-
spende des heil. Rochus (1817; Museum zu Leipzig).
Im Herbst 1817 wandte sich S. nach Italien, wo
er, nach quattrocentistischen Studien und der Fertig-
stellung des Bildes Hochzeit zu Kana (1819) in
Florenz, sich in Rom den Führern der neudeutschen
Schule: Cornelius, Overbeck und Veit, anschloß.
Zur Ausschmückung eines Zimmers in der Villa
des Marchese Massimi in Rom herangezogen, hatte
er Ariostos "Rasenden Roland" in einem Cyklus
von Darstellungen zu behandeln. Während der
Bewältigung dieser Aufgabe (die Zeichnungen dazu
im städtischen Museum zu Leipzig) lag er auch
landschaftlichen Studien ob (in Lichtdruck publiziert
von M. Jordan, 1878) und schuf eine Reihe von
Staffeleibildern, wie Jakob und Rahel, eine Ma-
donna, Christus und die Kinder, Verkündigung
Marias. 1827 ging er als Professor der Historien-
malerei an die Akademie nach München und wurde
beauftragt, im Erdgeschoß der Neuen Residenz fünf
Prunkgemächer mit Darstellungen aus dem Nibelun-
genliede und drei große Säle des Festsaalbaues der
Residenz mit Darstellungen aus der Geschichte Karls
d. Gr. (fünf Wandgemälde), Friedrich Barbarossas
(acht Wandgemälde) und Rudolfs von Habsburg
(vier Wandgemälde) auszuschmücken. Außerdem
hatte S. in München, wo er auch mehrere Ölbilder
für Privatpersonen ausführte, für das Servicezim-
mer der königl. Residenz einen Fries mit Darstellun-
gen aus den Homerischen Hymnen entworfen.
Im 1.1846 folgte er sodann dem Rufe nach Dres-
den als Direktor der Gemäldegalerie und Professor
an der Akademie der bildenden Künste, von wo er je-
doch in den nächsten Jahren zeitweise nach München
zurückkehrte, um die Nibelungenfresken zu vollenden.
Mehrere Einzelkompositionen aus dem Cyklus sind
von Thäter und Fr. Zimmermann gestochen worden.
Die Kartons sind zum Teil im Besitz der National-
aalerie in Berlin und des Museums zu Leipzig. Die
Kartons zu den Kaisersälen in München besitzt fast
sämtlich das Johanneum in Dresden. Auch aus
diesem Cyklus wurden mehrere Bilder von Thäter
gestochen. In Dresden brachte er sein großes Illu-
strationswerk, die schon in Rom begonnene und in
München weiter geführte "Bibel in Bildern" (240
Tafeln in Holzschnitt mit Text, Lpz. 1852-62) zu
stände, ein Werk, das S.s Namen auch in weiten
Kreisen bekannt gemacht hat. (S. Tafel: Deutsche
Kunst VII, Fig. 2.) Schon vorher hatte er in Ge-
meinschaft mit Neureuther die Illustrationen zu der
ersten Cottaschen Prachtausgabe des Nibelungen-
liedes geliefert, der später eine zweite ohne die Bei-
gaben Neureuthers nachfolgte, überdies gehören der
Dresdener Periode seines Wirkens noch an: Luther
auf dem Reichstage zu Worms (1869; Maximilia-
neum zu München) und die Kompositionen zu den
Glasmalereien für die St. Pauls-Kathedrale in Lon-
don (das dem Apostel Paulus gewidmete Haupt-
fenster 1867, das andere mit Christus am Kreuz
1869 aufgestellt). S. leitete 1855 die Überführung
der Dresdener Galerie in das neuerbaute Museum,
trat 1871 von seinem Amte zurück und starb 24. Mai
1872. - Vgl. Briefe aus Italien von Julius S. v. C.
(Gotha 1886) und Katalog der Ausstellung seiner
Werke (Franks, a. M. 1894).
S.s zweiter Sohn, Ludwig S., Opernsänger,
geb. 2. Juli 1836 zu München, war seit 1858 Mit-
glied des Hoftheaters zu Karlsruhe, feit 1860 des
Hoftheaters zu Dresden, wo er 21. Juli 1865 starb.
In seinen Leistungen als Heldentenor wandte er
neben dem musikalischen Teil seiner Ausgabe dem
Spiel und der Darstellung besondern Fleiß zu. S.s
Lieblingsaufgaben bildeten die Helden in den Opern
Richard Wagners. Kurz vor seinem Tode wirkte
er im Juni und Juli 1865 zu München bei der ersten
Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde" als
Tristan mit, während seine Gattin, Malvina S.,
geborene Garrigues, die Isolde vertrat. Einige Lie-
der S.s gab seine Witwe, zusammen mit eigenen,
heraus. - Vgl. Rich. Wagner, Erinnerungen an S.
(in den "Gesammelten Schriften", Bd. 8, Lpz. 1873).
S.s vierter Sohn, Franz S., geb. 11. April
1842 zu München, ist Oberbibliothekar an der königl.
öffentlichen Bibliothek in Dresden. Er gab 1874-87
die Zeitschrift "Archiv für Litterawrg^chichte", 1882
-83 den "Katalog der Dresdener Handschriften"
(2 Bde.) heraus und verfaßte außer einer Disser-
tation über die Homerische Wortstellung (Berl. 1864)
und dem Schriftchen "Zur Geschichte des deutschen
Meistergesangs" (ebd. 1872) eine Monographie über
Erasmus Alberus (Dresd. 1893).
Schnorr von Earolsfeld, Ludw. Ferdinand,
Maler, Bruder von Julius S., geb. 11. Okt. 1788
zu Königsberg i. Pr., ging 1804 nach Wien, wo er
die Akademie besuchte. Seine Gemälde gehörten
der romantischen Richtung an, die er auch in seiner
Freundschaft mit F. von Schlegel und durch seinen
übertrittzur kath. Kirche bethätigte. Erstarb 13. April
1853 als erster Kustos an der Galerie des Belve-
dere zu Wien.
Schnorr von Carolsfeld, Veit Hans, Maler
und Zeichner, geb. 11. Mai 1764 zu Schneeberg im
sachs. Erzgebirge, studierte in Leipzig die Rechte und
wurde Notar, widmete sich aber später in Leipzig
unter der Leitung Osers der Kunst. Nachdem er
1801 Wien und Paris besucht hatte, wurde er
1814 zum Professor und Direktor an der Leipziger
Akademie ernannt, der er bis an seinen Tod 30. April
1841 vorstand. Die Stoffe zu der Mehrzahl seiner
Gemälde sind den romantischen Dichtungen der da-
maligen Zeit entnommen; ein Bild: Petrus heilt
den Lahmen (1831), besitzt das Leipziger Museum.
S. verfaßte auch einen "Unterricht in der Zeichen-
kunst" (Lpz. 1810, mit 61 Tafeln).
Voknonäa., Schminkpulver, s. Schminke.
Schnuffelkrankheit, bei Schweinen die Auf-
treibung der Gesichtsknochen, namentlich der Ober-
kiefer- und Nasenbeine, mit Verengerung der Nasen-
gänge, wodurch beim Atmen ein pfeifendes Geräusch
entsteht. Daneben tritt ein blutig-eitriger Nasenaus-