Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

968
Sigl - Signal
Seinen geringen Anhang verscherzte er völlig, als er
1598 mit einem poln. Heere in Schweden einfiel
und bei Stängebro geschlagen wurde; daher wurde
1604 nach S.s Entthronung Karl IX. auf dem
Reichstage zu Norköping zum König von Schwe-
den ausgerufen. Da S. feine Rechte nicht aufgeben
wollte,ward Polen in langjährige Kämpfe mit Schwc-
den verwickelt, welche, anfangs mit abwechselndem
Glück in Livland geführt, nach Karls Tode von
Gustav Adolf mit solcher Kraft fortgesetzt wurden,
daß Livland und Teile von Preußen bis Thorn in
die Hände der Schweden gerieten. Erst als Gustav
Adolf den Protestanten in Deutschland zu Hilfe
eilen wollte, schloß er 1629 mit S. Frieden und
gab ihm einen Teil von Livland und einige Städte
Preußens zurück. In Polen selbst erregte gegen S.
der Woiwode Zebrzydowski einen Aufstand, der nur
mit Mühe unterdrückt wurde; dann ward S. mit
Ruhland in einen Krieg verwickelt, als er den ersten
falschen Dcmetrius (s. d.) mit einem Heere unter-
stützte. Die Versuche S.s, die der griech. Kirche er-
gebenen Kosaken zur Union mit der römischen zu
bewegen, veranlaßten lange Kriege mit den Kosaken.
Außerdem hatte er mit den Tataren, den Hospoda-
ren der Walachei und den Türken zu kämpfen. Als
S. dem Kaiser Ferdinand II. Hilfstruppen gegen die
Türkei gesendet hatte, siel Sultan Osman mit einen:
großen Heere in Polen ein; doch gelang es S. nach
dem Siege bei Chotin 1621, einen Frieden abzu-
schließen. S. starb 30. April 1632 zu Warschau,
wohin er aus Krakau seine Residenz verlegt hatte.
- Vgl. Niemcewicz, v^i^o ^Sinmita m. (3 Bde.,
Marsch. 1819 und Vresl. 1836).
Sigl, Georg, Maschinen- und insbesondere
Schnellprcssenfabrikant in Wien, geb. 1811 zu Brci-
tenfurth (Niederösterreich), arbeitete 1832 als Mon-
teur in der Schnellpressenfabrik von Hellwig ck
Müller in Wien, ging 1837 nach Zweibrücken, wo
er in der Dinglcrschen Vuchdruckprcssenfabrik die
Schnellpresscnfabrikation einführte und leitete, er-
richtete 1810 eine Maschinenfabrik in Berlin mit
Filialfabrik in Wien (seit 1815) und erbaute in Wien
1851 die erste Stcindruckfchnellpresse, die er sich in
vielen Ländern patentieren ließ. Später wandte sich
S. auch dem Lokomotivbau und dem Van anderer
Maschinen zu. Er baute sehr gut arbeitende Rota-
tionsschnellpressen für die "Neue Freie Presse" in
Wien und starb 9. Mai 1887 in Wlen.
Sigle, Abkürzung, s. Sigel.
Sigmaringen. 1) Negicrungsbezirk des preuß.
Staates, umfaßt die Fürstentümer Hohcnzollern
(s. d.) und zerfüllt in 4 Oberämtcr:
Oberämter

Wohnstätten
Einwohner
^?
Evangelische
Katholiken
Israeliten!
Sigmaringen . Oaimin'rti'ngcu Hechingcn . . . Haigerloch. . .
441,44 328 72 236,34 135,74
3952 2788 3117 2548
21534 13021 19825 12705
49 40 84 86
942 252 892 421
20582 12 762 18 646 10 927
10 7 287 357
Der Regierungsbezirk untersteht dem Oberpräsi-
dium der Nhcinprovinz.
2) Obcramt im Neg.-Vez. S. (s. vorstehende Ta-
belle). - 3) Hauptstadt des Rcg.-Bez. S. und Ober-
amtsstadt, frühere Haupt- und Residenzstadt des
Fürstentums S. und der Grafschaft S. oder des Ober-
landes, jetzt Residenz des Fürsten Leopold von Hohen-
zollern, an der Donau und den Linien Ulm-Immen-
dingen und Tübingen-Memmingen der Württemb.
und der Nebenlinie S.-Radolfzell (57,3 km) der
Bad. Staatsbahncn, Sitz der preuß. Landesregie-
rung, des Kommunallandtages (f. Hohenzollern),
Landcsbauamtes, Obcramtes und e^nes Amts-
gerichts (Landgericht Hechingen), hat (1890) 4307 E.,
darunter 568 Evangelische, Postamt erster Kla^e,
Telegraph, Denkmäler des 1853 verstorbenen Für-
sten Karl und des Fürsten Johann, schöne kath.
Kirche, evang. Kirche, Stündehaus, Regierungs-
gebäude und Prinzenbau, vom Fürsten Karl (gest.
1853) aufgeführt, neues Schulhaus, fürstl. Marstall,
Gebäude der fürstl. Verwaltung, eine Ackerbau-
schule, zwei höhere Mädchen-, eine Frauenarbeits-
schule, ein Landcshospital, Irrenhaus, Waisen-
haus und fürstl. Hoftheater. Auf einem steilen
Felsen das ansehnliche Schloß mit reicben Samm-
lungen von Gemälden, Skulpturen, Waffen und
deutfchen Altertümern und einer großen Bibliothek.
(Vgl. Lindenfchmit, Die vaterländischen Altertümer
der fürstlich hohenzoll. Sammlungen in S., Mainz
1860.) In dem dicht bei der Stadt gelegenen ehe-
maligen Nonnenkloster Hedingen das 1818 vom
Fürsten Anton Aloys gegründete Gymnasium, in
der dazugehörigen Kirche die Fürstengruft. S. ist
die Centralstelle des Vereins zur Beförderung der
Landwirtschaft und Gewerbe in Hohenzollern. In
der Nähe der Stadt ein großes Denkmal für die
1866 und 1870/71 gefallenen hohenzoll. Krieger und
das Jagdschloß Iosephslust in einem großen, an
Edelwild reichen Tiergarten. Das 5 km im SO. an
der Mündung der Lauchert in die Donau, gelegene
Pfarrdorf Sigmaringendorf hat (1890) 900 E.
und eine Holzstofffabrik, das Thal der Lauchert
Eisenhütten, Blechwalzwerke sowie andere Fabriken.
- Vgl. Wörl, Führer durch S. (Würzb. 1886).
Sign, s. Sinj. Mt.), es werde bezeichnet.
LiSn., auf Rezepten Abkürzung von äiZnöwi-
Signach (spr. big-). 1) Kreis im südöstl. Teil
des rusf. Gouvernements Tiflis, im Gebiet der Iora
und des Alasan, hat 5257,8 ykm, 91583 E., meist
Georgier und Tataren; Ackerbau, Viehzucht, zum
Teil auch Scidenzucht, und Weinbau. - 2) Kreis-
stadt im Kreis S., 800 m hoch in einem Vergkessel
an der frühern Poststraße von Tiflis nach Baku, hat
(1890) 10069 E., meist Armenier, 4russ., 3 arme-
nisch-gregorianische Kirchen, in der Nähe das Bobki-
Kloster mit dem Grabe der heil. Nina (gest. 331).
Signal (lat.), ein verabredetes oder durch Verord-
nung bestimmtes Zeichen, das entweder auf das Ohr
(akustisches S.) oder auf das Auge (optisches
S.) des Empfängers berechnet ist. (S. Telcgraphie.)
Das mit Trompete, Horn oder Trommel gegebene
mi li t ärifch e S.,dessen Bedeutung durch das Regle-
ment genau bestimmt ist, ist gewissermaßen eine Er-
gänzung der Kommandostimme. Man unterscheidet
im allgemeinen Benennungs- und Ausfüh-
rungssignal; erstere (z. B. "Das Ganze!",
"1. Bataillon", "2. Bataillon") geben die Adresse
an, an die letztere sich richten. Manche S. vereint
gen beides in sich, z. B. "Commandeurruf", der bei
Übungen sämtliche Commandeure zum Höchstkom-
mandierenden beruft. Bei aller Zweckmäßigkeit der
S. liegt doch die Gefahr eines Mißverständnisses
nahe, weshalb im deutschen Heer die Anwen-
dung derselben jetzt sehr eingeschränkt ist. Im Ge-
fecht selbst sind überhaupt nur drei S. erlaubt:
"Rasch vorwärts!", "Seitengewehr pflanzt auf"
und "Achtung!" Letzteres benachrichtigt die fechten-