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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Telephonanlagen

magnet E seiner Klappe durch Herstellung einer Kurzschließung aus der Leitungsverbindung aus.

Übersteigt die Zahl der Leitungen 50, so müssen mehrere Schränke aufgestellt werden und dann wird die Verbindung nicht nur umständlicher und aufhältlicher, sondern sie macht, da sie nicht mehr unmittelbar bloß in demselben Schranke und zwischen den zwei Leitungen, sondern in beiden Schränken zugleich und zwar unter Mitbenutzung der zu diesem Zwecke zwischen den Schränken anzuordnenden Verbindungsdrähte hergestellt werden muß, den mündlichen Verkehr der Beamten, ein Anfragen über das Freisein der gewünschten Leitung, den Auftrag zur Verbindung in dem Schranke dieser Leitung u. s. w. nötig. Deshalb hat man für große Ämter sog. Vielfachumschalter (s. d.) oder Multiplexumschalter für 1000 und mehr Leitungen gebaut, in denen jede Leitung mit jeder andern unmittelbar verbunden werden kann.

Den Umschalter für ein kleines amerik. Vermittelungsamt zeigt Fig. 6 der Tafel. An einem Wandbrettchen ist oben rechts eine elektrische Klingel für Wechselströme nebst dem zugehörigen Magnetinduktor untergebracht, welche hier zum Rufen gebraucht werden. Links oben befindet sich das Mikrophon (s. d.), aus dessen Kästchen eine Gabel bervorsteht, die beim Aus- und Einhängen des Telephons selbstthätig die Umschaltungen besorgt; zuunterst sieht man unter einem Schreibpulte das Mikrophonelement. Über dem Pulte befinden sich zunächst eine Anzahl Stöpsellöcher; mittels zweier durch eine Leitungsschnur verbundener Metallstöpsel, welche in zwei Löcher eingesteckt werden, lassen sich die zu diesen Löchern gehörigen Teilnehmerleitungen verbinden. Über den Löchern sind eine gleiche Anzahl von Elektromagneten mit Fallscheiben (vgl. K in Fig. 5) angebracht, deren jeder zu einer Teilnehmerleituug gehört und als Rufzeichen für den Beamten seine Klappe herabfallen läßt, wenn der Teilnehmer durch Entsenden elektrischer, zugleich auf die Klingel wirkender Ströme das Vermittelungsamt ruft; bei Beendigung des Gesprächs mnß der eine Teilnehmer wieder Ströme senden, damit die Klingel wieder ertönt und zugleich die vorher wieder gebobene Klappe als sichtbares Schlußzeichen abermals herabfällt.

Die Anordnung der Sprechstelle eines Teilnehmers in einem Netze mit Batterierufbetrieb und ohne Benutzung von Mikrophonen ist in nachstebender Fig. 1 skizziert. Die sämtlichen Apparate sind in

^[Abb.: Fig. 1.]

einem Kästchen oder Gehäuse mit zwei verschließbaren Seitenthüren untergebracht. In die Vorderwand des Kastens ist ein Fernsprecher F1 eingesetzt, so daß sein Mundstück frei vorsteht und bequem gegen dasselbe gesprochen werden kann. Ein zweiter Fernsprecher F2 hängt an dem aus dem Kästchen vorstehenden hakenförmigen Ende q des Umschalthebels h und ist

^[Spaltenwechsel]

mittels einer Leitungsschnur in den Stromkreis eingeschaltet. Endlich steht aus dem Kästchen noch der Knopf k einer Läutetaste f vor. Der eine Pol der Rufbatterie B ist mit der Erdleitung E, der andere durch den Draht d mit dem Amboß n der Taste f verbunden, von deren Kontakt i ein Draht nach der Achse x des Hebels K geführt ist. Eine Fortsetzung der Rückwand des Kästchens endlich trägt die Klingel W. Aus der Schaltungsskizze ist ersichtlich, daß ein Druck auf k jederzeit einen Strom der Batterie B über n, f, y in die Leitung L nach dem Vermittelungsamt befördert. So lange F2 an q hängt und deshalb h an der Schraube e liegt, nimmt ein ankommender Rufstrom seinen Weg aus L durch einen Spindelblitzableiter bei S über y, f, i, x, e, z und durch W zur Erde E; W ertönt also und giebt das Rufzeichen. Der so gerufene Teilnehmer nimmt F2 von q ab und an das eine Ohr und legt beim Hören das andere Ohr nach Befinden zugleich an das Mundstück von F1; die Spiralfeder an h zieht h auf s herab, und dadurch wird W ausgeschaltet, F1 und F2 zum Sprechen und Hören eingeschaltet; der Stromweg ist jetzt: L, S, y, f, i, x, s, v, F1, t, F2, r, E.

Die Schaltungsskizze für eine Sprechstelle bei Batterierufbetrieb und unter Benutzung von Mikrophonen in der jetzt in Deutschland üblichen Anordnung ist in nachstehender Fig. 3 gegeben. Hier sind in einem Kästchen der selbstthätige Umschalter U, die Ruftaste f mit Knopf K und die Rufklingel W, der Induktor J und das Mikrophon M untergebracht, letzteres an der Rückwand der Thür des Kästchens. F1 und F2 sind Löffeltelephone; F1 hängt an einem festen Haken rechts am Kästchen; F2 an dem links aus letzterm vortretenden Haken q des Umschalterhebels h. Unten am Kästchen steht aus dessen Thür der Knopf k der Ruftaste f vor, in der Mitte der

^[Abb.: Fig. 2]

Thür das Mundstück des rückwärts an der Thür befestigten Mikrophons mit Dämpfung. Wird F2 von q abgenommen, so drückt h hier zugleich die Kontaktfeder u auf den Kontakt c und schließt so die Mikrophonbatterie d durch M und die primäre Rolle des Induktors J. Bei angehängtem Telephon F2 finden ankommende Rufströme einen Weg aus L durch den Blitzableiter S über y, f, i, d, x, h, e, z nach dem Wecker W und zur Erde E; ein Druck auf den Knopf k legt f an n und entsendet den Rufstrom von B in L. Ist F2 abgenommen, so wird für die Telephonströme aus L der Weg über y, f, i, d, x, h, s, die sekundäre Rolle von J, v, F1, t, F2, r zur Erde E geschlossen; zwischen r und E ist dabei ein Element der Rufbatterie B eingeschaltet, weil dieses als Kontrollelement dienen soll. Wird bei abgenommenem Telephon F2, gegen die Platte des Mikrophons M gesprochen, so wechselt in der primären Rolle von J den Tonschwingungen entsprechend die Stromstärke, wodurch in dessen sekundärer Rolle Induktionsströme erregt werden und das Gesprochene in allen in L eingeschalteten Telephonen hörbar machen.