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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Olea äthérea, ätherische Oele.

Arbeiten ermöglicht und dabei den Vortheil einer sehr einfachen Konstruktion hat.

In einem Wasserbade, welches durch eingeleitete Dämpfe stets auf der gewünschten Temperatur erhalten wird, befindet sich ein Kasten, meist mit Zinkblech ausgeschlagen, mit einem luftdichten Deckel versehen, welcher innen durch Scheidewände in 6 gleiche Abschnitte getheilt ist. In jede dieser Abtheilungen passt ein Drahtkorb hinein, in welchen die betreffenden Blüthen gefüllt werden. Ist die Füllung der Drahtkörbe besorgt, so werden dieselben in die betreffenden Abtheilungen eingehängt und der Deckel geschlossen. Durch einen seitlichen Hahn tritt nun das gelinde erwärmte Fett in die erste Abtheilung; ist diese gefüllt, so fliesst das Fett durch einen oberen Ausflusshahn in Abtheilung 2, von dieser durch eine untere Oeffnung in Abtheilung 3, von dieser dann wieder oben in Abth. 4 und so fort, bis es schliesslich aus der letzten Abth. oben abfliesst. Sind die Blüthen in der ersten Abth. erschöpft (der Fabrikant kennt die dazu erforderliche Zeit aus Erfahrung), so wird der Zufluss des Oeles gehemmt, der Drahtkorb mit den Blüthen herausgehoben und die übrigen Körbe je um eine Abth. zurückgehängt, so dass der Korb aus No. 6 in No. 5 zu hängen kommt. In die 6. Abth. aber wird ein Korb mit frischen Blüthen eingehängt. Nun beginnt das Einströmen des Fettes von Neuem, und diese Operation wird fortgesetzt, bis alle vorhandenen Blüthen erschöpft sind. Das einmal durchgeflossene Oel kann natürlich immer von Neuem wieder durchgepresst und so ein Fabrikat von beliebiger Stärke erreicht werden.

Viele Blüthen vertragen aber noch nicht einmal diese geringe Erwärmung; für diese ist ein anderes Verfahren im Gebrauch, welches die Franzosen mit dem Worte "Enfleurage" bezeichnen. Zu diesem Zweck wird auf Glastafeln, welche in viereckige Rahmen einpassen, das betreffende Fett dünn aufgestrichen und auf diese die Blüthen, mit dem Kelch nach oben, gelegt. Die Rahmen sind oben mit Löchern und unten mit Zapfen versehen so dass sie sich mit Leichtigkeit fest auf einander schichten lassen. Gewöhnlich werden 30-40 zu einer Art von

^[Abb:Fig. 174. Enfleurage-Apparat nach Piver.]