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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Abriss der allgemeinen Chemie.

Bringt man Nitrokörper in ein Gemisch von Eisen und Essigsäure, in welchem sich also Wasserstoff entwickelt, so werden sie reduzirt, d. h. der Sauerstoff der Nitrogruppe wird durch Wasserstoff ersetzt. Der auf diese Weise entstandene Körper ist ein Amidokörper, denn die Gruppe NO2 hat sich in NH2, einen Ammoniakrest, verwandelt. So wird z. B. aus Nitrobenzol das Amidobenzol C6H5.NH2^[C_{6}H_{5} · NH_{2}]. Denkt man sich dasselbe entstanden durch Substitution von Wasserstoff in Ammoniak, so bekommt dies den Namen Phenylamin: ^[img]. Solche Amidoverbindungen haben basischen Charakter und geben wie das Ammoniak mit Säuren Salze, z. B. C6H5.NH2^[C_{6}H_{5} · NH_{2}] + HCl = C6H5.NH2HCl^[C_{6}H_{5} · NH_{2}HCl].

Anilin Salzsaures Anilin.

Sie finden vielfach Verwendung als Ausgangsmaterial zur Fabrikation von Farbstoffen.

Amidobenzol, Phenylamin C6H5.NH2^[C_{6}H_{5} · NH_{2}] (s. Anilin). Wird ein Wasserstoffatom der Amidogruppe in Anilin durch den Essigsäurerest CH3.CO^[CH_{3} · CO] ersetzt, so entsteht

Acetanilid C6H5.NH(CH3.CO)^[C_{6}H_{5} · NH(CH_{3} · CO] (s. Antifebrin). Aehnliche Zusammensetzung hat das

Acetparaphenetidin C6H4(OC2H5).NH(CH3.CO)^[C_{6}H_{4} · (OC_{2}H_{5}) · NH(CH_{3} · CO] (s. Phenacetin.)

Amidotoluole C6H4.CH3.NH2^[C_{6}H_{4} · CH_{3} · NH_{2}], Toluidine.

Solche Verbindungen, welche durch Ersetzen von Wasserstoff im Benzol mit Hydroxylgruppen entstanden sind, heissen Phenole, z. B. C6H5.OH^[C_{6}H_{5} · OH]. Dieselben besitzen saure Eigenschaften und das H-Atom ihrer Hydroxylgruppe kann durch Metalle substituirt werden, z. B. C6H5OK^[C_{6}H_{5}OK], Phenolkalium. Daher stammen noch die alten Namen "Karbolsäure" für Phenol, Pyrogallussäure für Pyrogallol etc. Diese Verbindungen können aber nicht als echte organische Säuren angesehen werden, weil ihnen die charakteristische Carboxylgruppe -COOH fehlt. Sie haben mehr den Charakter von Alkoholen.

Phenol C6H5OH^[C_{6}H_{5}OH] (s. Acid. carbolicum).

Phenolschwefelsäure C6H4OH.SO3H^[C_{6}H_{4}OH · SO_{3}H] (s. Acid. sulfocarbolicum crudum).

Orthophenolsulfonsäure C6H4OH.SO3H^[C_{6}H_{4}OH · SO_{3}H] (s. Aseptol).

Dijodparaphenolsulfonsäure C6H2J2(OH).SO3H^[C_{6}H_{2}(OH) · SO_{3}H] (s. Sozojodolum).

Trinitrophenol C6H2(NO2)3.OH^[C_{6}H_{2}(NO_{2})_{3} · OH] (s. Acid. picrinicum).

Methylphenol C6H4.CH3.OH^[C_{6}H_{4}CH_{3} · OH], Kresol, ist neben Guajacol C6H4(OCH3)OH^[C_{6}H_{2}(OCH_{3})OH] (s. dieses) enthalten im sog. Buchenholztheer-Kreosot (s. Kreosot).

Methylpropylphenol ^[img] (s. Thymol).

Resorcin ^[img] (s. Resorcinum).