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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Chemikalien unorganischen Ursprungs.

durch Titriren mit einer verdünnten Schwefelsäure von bestimmtem Gehalt. Man bezeichnet den Prozentgehalt an reinem Natriumcarbonat gewöhnlich als Grade. Der Gehalt an schwefelsaurem Natron ist oft sehr bedeutend; es ist schon Soda vorgekommen, welche 40 % ihres Gewichtes davon enthielt.

Für den technischen Bedarf wird die Soda seltener in krystallisirtem Zustande, sondern meist kalzinirt, d. h. durch Glühen vom Krystallwasser befreit, in den Handel gebracht. Es wäre im Ganzen genommen praktischer, wenn die Soda nur in diesem Zustande gehandelt würde, um den Transport, wegen der mangelnden 63 % Krystallwasser, billiger zu machen: doch ist beim Publikum, also für den ganzen Kleinhandel, die krystallisirte Soda beliebter, weil sie anscheinend sich billiger stellt. Die kalzinirte Soda, aus der die krystallisirte, wie wir später sehen werden, erst hergestellt wird, enthält natürlich die oben angeführten Verunreinigungen gleichfalls; ausserdem vielfach noch freies Aetznatron, eine Beimengung, die für viele technische Zwecke nicht von Nachtheil ist, sondern sogar gern gesehen wird. Der Prozentgehalt an Aetznatron wird bei der Werthbestimmung deshalb einfach als Soda mitgerechnet. Kommt es darauf an, den Prozentgehalt an Aetznatron genau festzustellen, so wird zuerst der Alkaligehalt des Präparats durch Titriren mit Schwefelsäure bestimmt und darauf der Gehalt an Kohlensäure. Aus diesem letzteren berechnet man die Menge des Natriumcarbonats und zieht diese vom gefundenen Alkali resp. von dem daraus berechneten Carbonat ab. Die Differenz zeigt den Gehalt an Aetznatron an.

Natrium carbonicum purum, reines Natriumcarbonat, wird durch ein- oder mehrmaliges Umkrystallisiren aus der käuflichen Soda hergestellt. Kommt es auf ein absolut chemisch reines Präparat an, so thut man besser, das Salz aus krystallisirtem Bicarbonat herzustellen, indem man das zweite Molekül Kohlensäure durch Kochen der Lösung entfernt.

Identitätsnachweis. Mit Säuren braust es auf und färbt, am Platindraht erhitzt, die Flamme gelb.

Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. Die wässerige Lösung (1:50) darf weder durch Schwefelammonium, noch nach Uebersättigung mit Essigsäure durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Baryumnitrat verändert und nach Zusatz von Salpetersäure durch Silbernitrat nach 10 Minuten nicht mehr als opalisirend getrübt werden.

2 g des Salzes, mit 10 ccm verdünnter Schwefelsäure gelöst, dürfen, mit Jodlösung und Zink versetzt, unter den bei Acidum hydrochloricum erwähnten Bedingungen das mit der konzentrirten Silbernitratlösung (1:2) benetzte Papier nicht verändern.

Natrium carbonicum siccum, entwässertes Natriumcarbonat, bildet ein feines, weisses, sehr alkalisch schmeckendes Pulver, welches nach der Pharmakopöe in der Weise hergestellt wird, dass man reines Natriumcarbonat pulvert, auf Hürden ausbreitet und bei einer 25° nicht über-^[folgende Seite]