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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Dreierlei.
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Gegensatz stetig und die Dualität zum Dualismus werden, oder zur starren Einheit zusammenfallen, und der Monotheismus zum Deismus, zur leeren, wesenlosen Abstraction werden müssen. Erst die Dreiheit ist die wahre, lebensvolle, concrete, harmonisch zusammenschließende Einheit, sie ist Dreieinheit oder Dreieinigkeit, innerhalb welcher der nothwendige Verlauf des göttlichen Lebens sich vollendet.
Diese Selbstbewcgnng GOttes, durch welche der einige GOtt als Dreieiniger sich darstellt, zur con-creten Anschauung zu bringen, mögen folgende Andentungen versuchen. Die Thätigkeit des Geistes in seiner reinen Erscheinung äußert sich im Denken, Wollen und Fühlen. Das einzigwürdige, vollkommene, adäquate Object des göttlichen Denkens ist nnr GOtt. GOtt denkt sich von Ewigkeit, jeder Gedanke GOttes ist Realität, was Er denkt, ist auch; durch sein Denken entfaltet sich sein Wesen in GOtt, welcher denkt, und in GOtt, welcher gedacht wird. Ebeuso veräußert sich GOtt in seinem Wollen. Der reine umfassende Ausdruck des Wollens ist die Liebe. GOtt ist die Liebe. Er liebt von Ewigkeit her. Jede Liebe erfordert ein Object, denn Liebe ist Mit-theilung, volle Liebe ist volle Mittheilung; der Geliebte hat und ist, was der Liebende hat und ist. GOtt liebt, das Object seiner Liebe kann Er nnr in fich finden. Er liebt fich; dies andere Ich, in welchem Liebe volle Gnüge findet, kann aber kein Ab-stractes. Wesenloses sein. Er trägt die ganze Fülle seines Wesens auf dasselbe über, ohue jedoch es für sich zu verlieren, wie dies die Art der Liebe ist; das Geliebte wird zur concrctcn Person, durch die Liebe entfaltet sich GOtt in ein Ich, das liebt, und in ein Ich sDu^. das geliebt wird. Ebeuso gestaltet sich das göttliche Fühlen zur concretcn Persönlichkeit. GOtt fühlt- sein Gefühl ist Seligkeit; wo aber ein Gefühl ist, da ist auch ein Anderes, an welchem es sich realisirt. - Wie der Geist nnu aber nur Eiuer ist, so ist auch seine reine Thätigkeit nur Eiue: das Deuken, Wollen und Fühlen ist in GOtt nie vereinzelt, soudern stets in lebensvoller Einheit wirksam. So entfaltet sich GOtt in Subject und Object, oder der Vater zeugt den Sohn, denn Zeuguug ist Mittheilung des Wesens, das Setzen eincs andern wesensgleichen Ichs außer sich. - Aber auch der Sohn, GOtt von GOtt, ist ein Lebendiger, darum nicht bloß Object, sondern anch Subject; Er ist nicht bloß ein Gedachter, Geliebter und Gefühlter, sondern auch ein Deukender, Liebender und Fühlender. Soll nun der Gegensatz zwischen Object und Snb-ject nicht ein stets unvermittelter sein, soll die Dualität im Wesen GOttes nicht zum Dualismus ausarten, wodurch das Wesen GOttes als des schlechthin vollkommenen Seins aufgehoben würde: so mnß das Denken, Wollen und Fühlen des Sohnes zum Vater zurückkehren. Soll aber diese Rückkehr die nothwendige Entfaltung nicht rückgängig inachen und die Dualität zur starren Einheit verkehren: so kann der Sohn den Vater nicht denken, wollen und fühlen, wie dieser ihn, denn dann würde Er auf-hören, Sohn zu sciu, würde Vater werden, und so die Einheit des Wesens zur Einheit der Person znsammenfallen. Vielmehr muß nothwendig ein Drittes da sein, in welchem Vater und Sohn sich begegnen, in welchem der Gegensatz vermittelt, aber nicht Vernichtet ist, in welchem die Rückkehr zur Einheit dargestellt ist, ohne die Entfaltuug rückgängig zu machen, in welchem die Personen geschieden und das Wesen geeint ist, in welchem die Dualität zur
Nrimtat wird. Dies Dritte, das den Unterschied sowohl, als die Einheit zwischen Vater und Sohn vermittelt und firirt, und darum als selbstbewußt (Persönlichkeit), und mit beiden wesensgleich gedacht werden muß, dies Dritte ist der heilige Geist, der Geist des Vaters und des Sohnes, der vom Vater und vom Sohne ausgehend genannt wird, weil in ihm Vater und Sohn in ihrer Thätigkeit znsammentreffen. In ihm vollendet sich der Proceß der Selbstentfaltung GOttes zur Dreifaltigkeit, über welche hinaus keine andere Entfaltung denkbar ist, in welcher die Gottheit sich zn uuendlicher, selbstgenugsamer Fülle abschließt. - Neben dieser nothwendigen und ewigen, sein Dasein und Leben bedingenden Thätigkeit GOttes, welche die Dogmatik passend als oxyra aä intrg. bezeichnet, weil in ihr das Wesen GOttes selbst sich erplicirt, giebt es nnn aber noch eine andere göttliche Thätigkeit, von welcher sein Dasein schlechthin unabhängig ist, welcher darum auch weder das Prädicat der Nothwendigkeit noch das der Ewigkeit zukommt, die nicht eine Pro-dnction seines Wesens, sondern nur eine Aeußerung seines Willens, seiner freien herablassenden Gnade (seiner Demuth, wie Hamaun treffend sagt), ist, nämlich das Sein der Creatur^ welches, obwohl ein zeitliches, dennoch keineswegs ein bloß momen-tanes ist, indem die Schöpfuug der Crcatur sich in der Erhaltung und Erziehung derselben fortsetzt und vollendet." Sehr interessante und beherzigenswerthe Bemerkungen und Mittheilnngen über die Erfahrung, wie sich wcit mchr lebendiges Christenthnm bei den kirchlich gläubigen Christen als bei dcn Umtaricrn findet, macht mitVeziehunq auf Nordamerika Nu^Ki, im 8?3ts!n ok Mbolo^ II. 143 ff. 360 ff.
§.5. Die Absicht, warum GOtt uns diese Lehre in seinem Worte geoffenbart hat, ist nicht Befriedigung einer unfruchtbaren Spccnlation, soudern Beförderung ,her wahren Frömmigkeit. Dazu muß demnach </ce,c Lehre gebraucht und in ihrer biblischen Einfalt vorgetragen werden. Die praktische Wichtigkeit der Lehre im Einzelnen s. unter den Artikeln Christus S. 224. und heiliger Geist. Hier über das Ganze soviel: GOtt bloß als Vater gedacht und verehrt führt zum Naturalismus; GOtt nur aus seinen Werken in der Natnr kennen, heißt ihn nur auswendig, äußerlich kennen; ohne Christum ist er nnr Schöpfer, nicht Vater in der höchsten Potenz; erst in jener evangelischen Lehre lernen wir GOtt inwendig, innerlich kennen, was er in sich ist, sein Wesen, sein Herz: - die ausschließliche "/-chruug des Sohnes ohne Vater und Geist gäbe ein grundloses und lebenloscs Christenthum, weil der Sohn Alles durch den Vater ist, und zum Vater führt: - die ausschließliche Verehrung des Geistes ohne Sohn, ohne das Wort und die äußere Offenbarung führte zur Schwärmerei. Nur die Verehrung des Vaters durch die Verehrung des Sohns im heiligen Geiste drückt das Ganze des christlichen Glaubens'rein und vollständig aus. So liegt in diesem Dogma die Summe des gauzen Christenthums, und der wesentliche charakteristische Unterschied dieser Religion von allen andern Religionen. Darum wird auch keine wahre christliche Kirche je von diesem Glauben abweicheu, sondern ihn bekennen, bis sie einst einstimmen kann in das himmlische ^ei^ion!
Dreierlei
Dreierlei (Unglück) brachte Gad zu David. 2 Sam. 24. 13. 1 Chr. 22, 10.