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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Faste - Fasten.
Wer fasset den Himmel mit der Spanne? Esa. 4tt, 12.
Ich habe dich bei deiner Hand gefasset (gestärkt. Esa. 42, 6.
Fasse die Hände voll glühender Kohlen, Ezech. 10, 2.
Das Schwert ist gefaßt (dem Feind Übergeben), Ezcch. 32, 20.
z. 2. II) Hinein gießen;* III) in sich fassen, wenn etwas Platz in einer Sache hat, 2 Chr. 4, 5. (S. Bath §. 2.) IV) einfassen mit Gold, 2 Mos. 28, 11. c. 39, 6. 13. Sir. 45, 13.
* Man fasset auch^ nicht Most in alte Schläuche, Matth. 9, 17. Marc. 2, 22.
§. 3. V) Einer Sache gewachsen sein, znr Ans-übung einer Forderung Kraft haben. * VI) Etwas zu Ohren, zn Herzen fassen, was man hört, mit Beifall und Gehorsam annehmen. (S. binden §. 3. annehmen §. 3.) 2 Mos. 15, 26. Hiob 22, 22. **
* Das Wort fasset nicht Jedermann, sondern denen es gegeben ist, Matth. 19, 11. 12.
** Fasset ihr zu Ohren diese Rede, Luc. 9, 44. (Ähr werdet es znr Stiirknny eures Glaubens schon bedürfen.)
z. 4. VII) Bewahren, retten;* VIII) einen mit wahrer Liebe anfnehmen. ** " Fasset eure Seele mit Geduld, Luc. 21, 13. uergl. 2 Chr.
15, 7.
** Fasset uns, 2 Cor. 7, 2.
z. 5. Wenn David GOttes erbarmungsvolle Liede erbitten will, daß er sich soll sein Elend gleichsam zn Herzen gehen lassen, so spricht er: Fasse meine Thränen in einen Sack (Schlauch), Pf. 56, 9. (was andeutet, daß GOtt kein noch so geheimes Leiden der Frommen verborgen bleibt, und er es wohl vergelten wird.)
Faste (die), Fasten (das)
§. 1. Die Enthaltung von Speise, Trank und andern Sachen, welche einem angenehm sind, ist 1) leiblich und zwar a) ernstlich, wenn diejenigen, welche rechtschaffene-Buße thun wollen, bei der Enthaltung Bnhübungen anstellen, damit sie sich vor dem erzürnten GÖtt desto mehr demüthigen, und desto inbrünstiger zn ihm schreien können^ Ier. 36, 9.* Das leibliche Fasten ist eine Nahrung der Seele. Das Falten dienet zur Anzündung des Gei-stes und der Andacht. Ein dürres Holz brennet viel eher, als ein feuchtes. Ein trakner Zunder empfangt das Fünkleiu, uicht ein nasser. Müller. Fasten sind die Flügel, damit sich eine bußfertige Seele zu GOtt schwingt, und mit Vergebung der Sünden znrück kommt. (Fasten und Almosen sind die beiden Flitgel, auf welchen unser Gebet zu GOtt stiegt. Augustin zu Psalm 42.) b) heuchlerisch, ein Schcinfasten, wenn man im Bösen verharrt, keine Herzensänderung vornimmt;** 2) geistlich, wenn mau sich von Sünden enthält, die Lüste des Fleisches dämpft, und mit zerbrochenem Herzen Liebe, Gednld, Barmherzigkeit übt. Esaias beschreibt beides, c. 58, 5. 6. 7. 'wie es soll beschaffen sein, wie das geistliche GOtt gefällig, und welchen herrlichen Nntzen es nach sich zieht, v. 8-12.
« Iosaphat ließ eine Fasten ausrnfen, 3 Chr. »0, 3. Esr.
8, 21. «" Iesebel befahl ein Fasten, 1 Kon. 21, 9. 12.
Fasten heißt 3 Mos. 23. 32. das Niederhalten der sinnlichen Begierde, was sich als Enthaltsamkeit und als Demüthigung oder Entsagung kund thnt. Bahr II. 674.
z. 2. A.G. 27, 9. meinet Lucas den großen Fasttag, nämlich der Inden so genannten langen oder Versöhnnngs-Tag, der gegen das Ende unsers Septembers, ja bisweilen gar in den October fällt, da war es freilich nicht mehr gut, zn schiffen. Das strenge Fasten, welches die alle christliche Kirche
beobachtet hat, bleibt jedenfalls em Zeichen ihres sittlichen und religiösen Ernstes, welches eine schlaffere Nachwelt beschämt und mahnt. Dennoch aber ist das eigentliche Fasten den Christen nirgends geboten, sondern von Christo frei gelassen, Matth. 6, 17. c. 9, 15. und von der besondern Eigenthümlichkeit eines Jeden, wie er ein solches seinen geistigen Bedürfnissen zuträglich oder nachtheilig findet, mnß es abhängen, ob er sich demselben unterziehen soll oder uicht. Das beste Fasten ist die stete strenge Mäßigkeit, die den Geist immer frei, mnnter und vom Korper möglichst unabhängig erhält. Vgl. Reinhard's Moral II. 508. (558. 4. Ä.) IV. 587.
Fasten, s. Faste
§. 1. I) In einem uüchternen Leibe habeu ihrem GOtt mit den Flügeln des Glanbeus eine nüchterne Seele gebracht 1) gemeinschaftlich, * 2) insbesondere: ** * Ganz Israel, als es zum andern Mal von den Veniamitcrn
geschlagen worden, Richt. 20, 26. zu Mizpa, zur Zeit Samuels, 1 Sam. ?, 6.
David und seine Männer über Sllul und Ionathan, 2 Sam. 1,12. Esra mit den Seinigen, Esr. 6, 23. Die Juden zur Zeit der Esther, Esth. 4, 3. 16. Die Niniviten, Ion. 3, 5. 7. Die zu Bethulia, Jud. 4, 7. 11. c. 6, 19. *" David wegen seines todtkranken Kindes, 2 Sam. 12, 16.
22. 23. zu andrer Zeit, Ps. 35, 13. Ahab, 1 Kon. Li, 27. Neh. 1, 4. c. 9, 1. Daniel, wenn er beten wollte, Dcm. 9, 2. Judith, c. 8, 6. Tobias, c. 12, 9. Die Jünger Johannes, Matth. 9, 14. 15. Hanna dienete GOtt mit Fasten und Veten, Luc. 3, 37. Cornelius, A.G. 10, 30. Paulus, 2 Cor. 11, 27. nebst Andern, A.G. 13, 2. 3. R.G.
14, 23. Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit
Weinen, mit Klagen, Joel 2, 12. Bar. 1, 5. Wenn du aber saftest, so salbe dein Haupt, und wasche dein
Angesicht, Matth. 6, 17. Diese Art fähret nicht aus, denn durch gläubiges Beten und
Fasten, Matth. 17, 21. Entziehe sich nicht Eins dem Andern, es sei denn aus beider
Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Veten
Muße habt, 1 Cor. 7, 5. In allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener GOttes -
in Fasten, 2 Cor. 6, 4. 5.
8- 2. Christi Fasten, Matth. 4, 2. durch Moses, 2 Mos. 24, 18. und Elias Fasten, 1 Kon. 19, 8, vorgebildet, kann als ein Theil seines versöhnenden Leidens betrachtet werden, um den ersten verbotenen Gennß, 1 Mos. 3, 6. und die uuler den Menschen täglich im Schwange gehende Schwelgerei zn büßen. Und ich weine und safte bitterlich; man spottet meiner dazu,
Ps. 69, 11. Meine Kniee sind schwach von Fasten, Ps. 109, 24.
8. 3. Von einem henchlerischcn Fasten, S. Esa. 58, 3. 4. Zach. 7, 5. Sir. 34, 31. Besonders thaten das die scheinheiligen Pharisäer, Lnc. 18, 12. Matth. 9, 14. und sind hierin eitle Vorgänger der Papisten gewesen, welche 40 Tage kein Fleisch essen, aber doch die niedlichsten gebacknen Speisen, Fische und gnten Wein, auch öfters im Ucberftnß, zu sich nehmeu. Ist dieses Christi Fasten, der gar uichts genoß? Ist es Joels Fasten? c. 2, 12. nein: ein selbst erwähltes, 1 Tim. 4, 3. Sie haben ihren Lohn dahin! Matth. 6, 16.
Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen, wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten, Matth. 6, 16.
z. 4. II) Trauern. Weil das Fasten ein Zeichen der Betrübniß ist. Es wird aber die Zeit kommen, daß der Bräutigam von ihnen
genommen wird, dann werden sie fasten, Matth. 9, 15.
Luc. 5, 24.