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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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und Zimmerpflanze. Sie erträgt weder Regen noch Sonnenhitze. Im Zimmer oder auf gedecktem Balkon gedeiht sie gut.

2. Kirschen können in weithalsige Champagnerflaschen gefüllt, dann zugepfropft und in kaltes Wasser gestellt werden, das man auf langsamem Feuer sieden läßt. Die Flaschen werden nach dem Erkalten kühl gelegt. Dr. H.

An H. St. Gichtbehandlung. Die Behandlung der Gicht im Institut Salus in Zürich ist in den meisten Fällen erfolgreich und auch Gelenkrheumatismuskranke rühmen die Heilwirkung. Prospekte und Zeugnisse werden Ihnen auf Wunsch von der Direktion eingeschickt.

An Fr. H. N. Das Durchliegen. Kranke, welche längere Zeit bettlägerig sind, leiden oft unbeschreiblich, wenn sie sich durchliegen; die Fersen, die Oberschenkel, das Gesäß, das Kreuz und die Schultern werden vom langen Liegen rot und schließlich wund. Diese Stellen vergrößern sich ungemein rasch, vertiefen sich und bereiten dem Kranken schreckliche Schmerzen. Oft wird das Durchliegen gar lebensgefährlich. Man umgeht das Durchliegen durch peinliche Rein- und Trockenhaltung der Wäsche und durch stete Beachtung, daß die Unterlage glatt und faltenlos ist. Man soll die geröteten Stellen sofort bei ihrem Erscheinen mit Zitronensaft, Kampherwein oder Franzbranntwein abwaschen. Zweckmäßig gebraucht man bei langanhaltenden Krankheitsfällen Luftkissen oder Wasserbeutel, da durch solche Unterlagen das Durchliegen verhütet wird.

An Leidende in M. Hypnotische Heilmethode. Es liegen günstige Ergebnisse vor, besonders bei Nervenüberreizung und Schlaflosigkeit. Ein Versuch mit dieser Methode (Dr. Ringier in Zürich, Zeltweg) wird sich gewiß auch für Sie empfehlen.

An Fr. M. in Z. Mein Bruchband, (denn ich besitze nur ein solches, das ich schon 7-8 Jahre trage) hat mir Herr Angst, Bandagist, Blumenrain, in Basel angefertigt, und wie schon bemerkt, verursacht mir dasselbe keinerlei Beschwerden. Sollten Sie sich ebenfalls dorthin wenden, wünsche ich Ihnen von Herzen gleich guten Erfolg. C. G.

An E. T. Kalbsvoressen. Man nimmt hierzu Bruststück, schneidet es in hübsche Vorlegstücke, salzt sie und setzt sie mit etwas Zwiebel, Wurzelwerk und gutem Fett aufs Feuer, läßt sie auf allen Seiten braun anbraten, stäubt Mehl darüber; hat auch dieses Farbe angenommen, gießt man etwas Wasser zu, würzt mit Zitronenschale und dämpft das Fleisch zugedeckt weich, zirka eine Stunde. Vor dem Anrichten gießt man etwas Weißwein zu, was die Sauce pikant macht. Je nach dem Geschmack kann ab und zu Wasser oder Bouillon zugegossen werden. Die Sauce muß sämig und schön gelb-braun sein. A. in Z.

An M. Ch. in T. Milchnahrung. Wir geben unsern Buben, die prächtig gedeihen, etwa vom 7. oder 8. Monat an, am Abend nach dem Bade zwei Kaffeelöffel voll in kochender Milch geweichten geriebenen Zwieback. Dieser Brei wird immer mit großer Freude gegessen und gut vertragen. Darnach gibts noch eine Portion Milch und dann schlafen die kleinen Kerlchen bis am Morgen. E. St. in L.

An H. K. F. Häckelmuster ^[richtig: Häkelmuster] werden auf blauen, leichten Carton mit je zwei Haften befestigt (welche leicht löslich sind); farbige Muster kommen auf weißem Carton sehr zur Geltung, und bildet alsdann das Ganze eine hübsche Musterkarte.

An Verschiedene. Gewobene Teppiche von Stoffresten. Herr Lüdi, Weber in Grenchen (Solothurn) macht solche Teppiche. Die Streifen müssen zirka 1-1½ cm. breit sein. Tr. B. in G.

An M. Ch. in T. Keuchhusten. Habe vor 12 Jahren in der Kochschule folgendes Rezept gelesen gegen Keuchhusten, das ich mit bestem Erfolg angewandt habe: Drei starke Handvoll Lindenblüten werden mit zwei Liter kochendem Wasser übergossen und zugedeckt eine Stunde stehen gelassen. Dann wird dieser Thee durchgeseiht und mit ½ kg. schwarzem Kandiszucker zu Syrup eingekocht und löffelweise davon gegeben. Kirschenstiele von schwarzen Kirschen statt Lindenblüten sollen ebenfalls gut sein. Eine langjährige Abonnentin, R. U.

Kleine Rundschau

Der fünfte Jahresbericht (1. Januar bis 31. Dezember 1903) über die "Zürcherische Heilstätte für Lungenkranke in Wald" entrollt ein anschauliches Bild von deren segensreicher Wirkung. Raumeshalber müssen wir bezüglich der Details auf den in der Buchdruckerei H. Heß in Wald erschienenen Bericht selbst verweisen und bringen hier nur einiges aus der von Herrn Dr. med. Staub, Direktor der Anstalt, verfaßten ärztlichen Berichterstattung.

"Wer die Bewegung gegen die Tuberkulose während der letzten 10 Jahre aufmerksam verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein, daß auf den früheren Enthusiasmus eine Periode der Ernüchterung gefolgt ist. Nirgends sind die Wogen der Begeisterung höher gegangen als in Deutschland, wo man, stolz darauf, auch in dieser Bewegung die führende Rolle übernommen zu haben, Hoffnungen weckte, welche nicht voll erfüllt worden sind und nicht voll erfüllt werden konnten. Gewaltige Kapitalien sind dort mobil gemacht worden; zu Dutzenden sind die Heilstätten aus dem Boden herausgewachsen und man erwartete von ihnen, daß sie im Kampfe gegen die Schwindsucht mächtig genug sein würden, um die Versicherungsanstalten von den zahlreichen lungenkranken Invaliden zu entlasten