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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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die symmetrische Füllung der Schale eine reizende Wirkung, sofern genug Blumen vorhanden sind. Man bevorzugt hier abstechende Farben: rot und weiß, weiß und blau u.s.w. Als Mittelpunkt wählt man eine schöne Teerose, oder zur Herbstzeit eine schöne Dahlie oder eine Chrysanthemblüte. Dem reich mit Grün belegten Rande liegt ein Kranz weißer Blüten auf. Den übrigen Raum füllen rote Verbenen oder Nelken. Ebenso reizend und noch zarter wirkt eine Blumenschale, die am Rande mit Vergißmeinnicht und innen mit hellroten Rosen gefüllt wurde. Wunderbar fein sehen in Jardinièren und Schalen auch Wiesenblumen aus: Maßliebchen und Vergißmeinnicht, Veilchen und Schlüsselblumen, Wucherblume (Johannisblume) und die roten Blütenköpfchen des Wiesenklees. Vom Wegrand und Rain grüßen uns diese lieblichen Blumen und wir können jenem weisen Manne nur recht geben, wenn er sagt, "daß wilde Blumen gar schön sind für den, der sie aufmerksam betrachtet." Glücklich das Haus, in welchem man bei der Besorgung des Hauswesens noch Zeit und ein Plätzchen für einige Blumen findet.

Welch großen Einfluß die Blumen auf das Gemütsleben, besonders auf die kleine Welt ausüben können, schildert Rückert in seinen "Blumenengeln":

"Wenn du's aber noch nicht weißt,

Wo die Engelein wohnen zumeist,

Wenn sie vom Himmel zur Erde kommen,

So will ich dir's sagen, das sind die Blumen.

Jegliche Blum' ist ein Gezelt,

Das sich ein Engelein hat bestellt,

Wo's von seiner Wandrung hält Ruh,

Bis 's wieder fleugt dem Himmelszelt zu.

Stell eine Blum vor das Fenster dein,

So läßt sie dir keinen bösen Gedanken herein:

Stecke vor deine Brust einen Blumenstrauß,

So gehst du allweg mit einem Engelein aus.

Begrüße früh morgens ein Lilienreis.

So bleibst du den ganzen Tag lilienweiß;

Stell nachts an dein Bett eine Rose zur Hut,

So wiegt dich ein Engel auf Rosen gut."

Etwas über moderne Gesichtspflege.

(Nachdruck verboten).

Selbst im besten Gesundheitszustand sind die Gesichtshaut und der Teint vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt, welche dessen Reinheit trüben. Doch können bei richtiger Behandlung diese schädlichen Folgen leicht beseitigt werden. Nachdem das Gesicht längere Zeit der Sonne oder dem Wind ausgesetzt war, sollte man, nach Hause zurückgekehrt, sich hüten, es mit kaltem Wasser und mit Seife zu waschen. Es ist dies ein Fehler, welcher eine Rauheit der Haut verursacht und ihr diese häßliche graue Färbung gibt. Statt dessen sollte man sich kochenden Wassers bedienen, unter das man den Saft einer Zitrone und ungefähr einen Löffel Kaiserborax gemischt hat. Nachdem man das Gesicht gut abgewaschen hat, nimmt man Goldcream, oder besser noch frischen Rahm und massiert sich leicht und nur mit den Fingerspitzen, immer in der Richtung von unten nach oben das Gesicht. Diese Massage vollzieht sich folgendermaßen: man geht von der Mitte der Stirne nach den Schläfen; auf den Wangen fängt man an der Nase an, um bei den Ohren zu enden, für den Hals operiert man von vorne nach hinten, Kreise beschreibend. Hier kann man indessen die Handfläche benutzen. Die Creme muß eine gute halbe Stunde bleiben, dann spült man das Gesicht mit ganz kaltem Wasser und gibt etwas Puder darauf, worauf es sein frisches Aussehen wieder erlangt haben wird.

Diese gleiche Operation sollte jeden Abend von denen vorgenommen werden, welchen ihr Teint am Herzen liegt, doch sollte womöglich die Creme nur ganz leicht abgewischt und die Nacht über beibehalten werden. Am nächsten Morgen wäscht man sich mit kaltem Wasser, gibt etwas Creme auf das Gesicht und fährt mit der Puderquaste darüber. Für Frauen, welche das 25. Jahr überschritten haben, ist es sehr notwendig, sich morgens und abends das Gesicht und den Hals leicht zu massieren. Die Operation verlangt nicht mehr als einige Minuten jedesmal und man kann sich auf diese Weide bis ins Alter frisch und anziehend erhalten. Einmal im Monat ist, was man auch dagegen behaupten mag, ein Dampfbad, wenigstens für das Gesicht, unerläßlich. Sicherlich würde, wenn man es öfters benutzte, eine Erschlaffung der Gesichtsmuskeln eintreten; einmal im Monat aber, oder nach einer langen Reide, regt man dadurch die Talgdrüsen an, die Poren öffnen sich und das Gesicht, sowie der Blick werden dadurch belebt. Dieses Dampfbad kann folgendermaßen genommen werden: Eine gewöhnliche Spiritusmaschine versieht den Dienst, indem man darauf eine kleine Pfanne voll Wasser zum Kochen bringt, das man mit einigen Tropfen Benzoetinktur, einigen Tropfen Orangeblütenwasser, Myrrhen und einer Prise Alaunpulver vermischt hat. Man stülpt sich eine aus Papier zusammengeheftete Kapeline über den Kopf und bedeckt Kopf und Lampe mit einem großen Handtuch, um den ganzen Dampf ins Gesicht zu bekommen, das man vorher leicht massiert und mit etwas Goldcream eingerieben hat. Von Zeit zu Zeit hebt man das Handtuch ein wenig auf, um Luft zu schöpfen. Wenn die Haut tüchtig geschwitzt hat, macht man eine kalte Waschung, dem Wasser kann etwas kölnisches Wasser beigemischt werden. Das Ergebnis, selbst nach einem einzigen Male, ist überraschend. Von Monat zu Monat, wenn das Gesicht müde und abgespannt sein