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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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nicht von seiner ersten Stunde an an richtige Ordnung gewöhnt! Schlaf und Regsamkeit wechselten nicht regelmäßig mit einander ab. Die Nahrung wurde ihm nicht in regelmäßigen Zwischenräumen gereicht. Vom ersten Tage ab schon ist er gewöhnt worden, die Magenfrage als höchste zu betrachten. Für ihn gilt der Spruch Saüust's: Wie das Tier zur Erde gebückt und dem Bauche Untertan sein!
Er sah auch nicht beim Erwachen des regen Geistes Hantierungen der Mutter, die, Ordnung schaffend, eifrig hin und her geht, mit der Zeit ebenso sparsam wie mit dem Gelde, das durch ihre Hände geht!
Denn, wie Zeit Geld ist, so heißt es auch: Spare, nütze deine Zeit! Und wie versündigen sich viele Frauen in der Beziehung, sei es durch Plauderstündchen, in denen die Kinder sich selbst überlassen sind, alle möglichen Unarten frei entwickeln, die Kleider zerreißen, so daß neue angeschafft werden müssen, sei es durch Kurzsichtigkeit in der Erkennung der richtigen Arbeit zur richtigen Stunde I Die sparsame Hausfrau weiß drei, vier Werke mit einander zu verbinden: denken wir nur an die Wirtin zum goldenen Löwen in Göthes "Hermann und Dorothea", wie sie durch den Garten geht!
Die Mutter ist den Kindern ein leuchtendes Vorbild der Reinlichkeit. Sie zeigt ihnen, wie Reinhaltung der Gegenstände gleichbedeutend ist mit ihrer langen Erhaltung. Sie lehrt sie aber auch den baren Wert des Geldes schätzen. Sie leicht ihnen keine Münzen zum Spiele; sie gibt ihnen aber auch kein Geld für den Zuckerbäcker. Sie wird es vermeiden, Kinder ohne Geld in die Läden zu schicken und sie so an das leidige und beinahe nicht mehr abzugewöhnende Pumpen und "auf den Knebel holen" zu gewöhnen. Ueberhaupt sind in meinen Augen die Büchlein, die alle 14 Tage ins Reine gebracht werden, keine Förderer der Sparsamkeit. Man kann auch gar zu gut holen und holen, wenn man das Geld nicht im Sacke mitbringen muh, während man auf die andere Art den roten Rappen noch zweimal dreht, bevor man ihn ausgibt.
Schon die Mutter gewöhne ihre Sprößlinge, über Einnahmen und Ausgaben genau Buch zu führen, sobald sie in den Besitz eigener Mittel gelangen (Sackgeld!). Strenges Aufschreiben der Ausgaben und Einnahmen nötigt zum Vergleichen der beiden, und wenn wir mit Schrek-len wahrnehmen müssen, daß sie sich vielleicht nicht einmal decken, so wird das Sparen nach dem Sprichwort: Durch Schaden wird man klug, schon beachtet werden. Selbstverständlich ist, daß das ganze Hauswesen auch dieser Kontrolle unterliegt. (Haushaltungsbuch!)
(Schluß folgt.)
Mlttmen im Schlafzimmer.
Von Karl Horst.
Sind Blumen im Schlafzimmer der Gesundheit förderlich oder schädlich? Ueber die Beantwortung dieser Frage herrscht in den meisten Kreisen völlige Unklarheit. Immerhin ist eine Abnahme der Unsitte, Blumen ins Schlafzimmer zu stellen, zu beobachten.
Wenn wir es eine Unsitte nennen, Blumen ms Schlafzimmer zu stellen, so meinen wir offenbar, daß sie dort als gesundheitsschädlich angesehen werden müssen. Und wir wollen diese unsere Ansicht als richtig nachzuweisen suchen.
Man hört vielfach, Pflanzen verbessern die Luft. Und das ist innerhalb gewisser Grenzen auch zutreffend.
Wir Menschen  und ebenso die Tiere  tragen nämlich durch unsere Atmung dauernd zur Verschlechterung der Luft bei. Wir brauchen zum Leben einen Bestandteil der Luft, den Sauerstoff. Und indem wir diesen der Luft dauernd entziehen, wird, wenn keine Ersetzung der Luft stattfindet, diese zum Aufenthalt des Menschen immer untauglicher. In einem geschlossenen Raume können Menschen nur eine bestimmte Zeit lang leben, dann ist der Sauerstoff verbraucht und jeder Mensch, der sich in einem solchen Raume aufhalten würde, würde durch Erstickung elend zugrunde gehen müssen.
Der eingeatmete Sauerstoff wird nun im Körper hauptsächlich zu zwei Substanzen verarbeitet, zu Kohlensäure und Wasser. Das Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff. In dampfförmigem Zustande wird es ausgeatmet; nur bei kalter oder sehr feuchter Luft ist es als "Hauch" sichtbar. Die Kohlensäure ist eine Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff.
Durch den Atmungsprozeß der Menschen und Tiere müßte nun, wenn nicht irgend ein Ausgleich vorhanden wäre, die Atmosphäre dauernd ärmer an Sauerstoff und reicher an Kohlensäure und Wasser werden. Was nun zunächst das Wasser anlangt, so bildet dieses bekanntlich, wenn es sich in der Luft in großen Mengen gesammelt hat, Wollen, aus denen schließlich die Wassertropfen als "Regen" zur Erde herabfallen. Der Ausgleich zwischen Kohlensäure und Sauerstoff aber wird durch  die Pflanzen geschaffen, und das ist eben deren luftverbessernde Tätigkeit. ______ (Hausdoktor).
Annötige Arbeit.
"Ach, man hat soviel unbedingt nötige Arbeit, da hat man wirklich keine Zeit und Lust zu unnötigen Arbeiten," so seufzen viele Frauen, die sich in ihrem Haushalt tüchtig tummeln müssen, damit alles zur rechten Zeit fertig wird.
Und doch, ob nicht manch fleißiges Hausmütterchen sich unbewußt recht viel unnötige Arbeit macht?