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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Acheiropita; Acheloiden; Achelōos; Achen; Achenbach

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Acheiropita - Achenbach.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Achatschnecke'

und 8 cm dick, eiförmig bauchig, kreuzweise gestreift, mit braunroten, wolligen Längsflammen und violett-purpurner Spindel, in Südafrika, und die Zebraschnecke (A. Zebra Lam.), weiß, mit welligen, braunen und roten Linien und Längsstreifen und mit weißer Spindel, auf Madagaskar, sind die größten Landschnecken, welche den Gewächsen großen Schaden zufügen. Bei uns finden sich drei kleinere Arten, am häufigsten A. lubrica Brug., 5-6 mm lang, länglich oval, hornfarbig durchsichtig, mit rötlichem Mundsaum, in feuchtem Moos, unter Steinen.

Acheiropita (griech., lat. Achiropicta), nicht von Menschenhänden gemachte oder gemalte, d. h. Christus- und Madonnenbilder, welche nach der Sage auf übernatürliche Weise (durch Wunder, Engelshände u. dgl.) entstanden sind. Vgl. Abgar und Veronikabilder.

Acheloiden, s. Sirenen.

Achelōos, bedeutendster Fluß des nördlichen Griechenland, dem jetzigen Megdova und dem Unterlauf des Aspropotamo entsprechend, entspringt aus dem Pindos (Berg Karasi), durchfließt in südlicher Richtung ein langes, enges Thal, zuletzt, als Grenzfluß der alten Landschaften Ätolien und Akarnanien, eine breite fruchtbare Ebene und mündet unfern des Eingangs zum Busen von Patras, der Insel Cephalonia gegenüber, ins Ionische Meer. Seinen Anschwemmungen verdankt die Ebene an seiner Mündung ihre Entstehung. In der griechischen Mythe ist der Gott dieses Stroms der älteste der 3000 Flußgötter, Sohn des Okeanos und der Tethys. Verliebt in Deïaneira, des Öneus Tochter, sah er sich genötigt, mit seinem Nebenbuhler Herakles zu kämpfen. Er verwandelte sich zuerst in eine Schlange, zuletzt in einen Stier, worauf ihm Herakles eins der Hörner abbrach, welches nun zum Füllhorn wurde. Diese Sage hat offenbar Bezug auf alte Arbeiten zur Eindämmung des wilden Stroms. A. war in ganz Griechenland verehrt, und wurde bald als Mensch mit Horn, bald als Stier mit menschlichem Gesicht und langem feuchtem Bart abgebildet.

Achen, Johann von, deutscher Maler, der seinen Namen von der Stadt Aachen, dem Geburtsort seines Vaters, erhielt, geb. 1552 zu Köln, ging in seinem 23. Jahr nach Italien, wo er sich in Venedig und Rom meist nach den Venezianern bildete. Nach Deutschland zurückgekehrt, trat er 1590 in bayrische Hofdienste und malte zu München und Augsburg (hier für die Fugger) eine Reihe von Altarbildern. Kaiser Rudolf II. zog ihn nach Prag, wo er 1615 starb. A. gehörte der Richtung der deutschen Malerei an, welche die durch Dürer, Holbein u. a. angebahnte nationale Art in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. mit der Nachahmung der Italiener, nicht zum Nutzen der Kunst, vertauschte. Das Wiener Belvedere besitzt eine Reihe seiner Werke aus der Sammlung Kaiser Rudolfs II.; andre sind in Schleißheim und Köln.

Achenbach, 1) Andreas, Landschaftsmaler, geb. 29. Sept. 1815 zu Kassel, war 1827-35 Schüler der Düsseldorfer Akademie, wo er bei Schirmer und Lessing lernte. Neben dem akademischen Unterricht bildeten mehrere nordische Reisen seinen Sinn für die Landschaft. In den Jahren 1832 und 1833 lernte er die Natur der Nord- und Ostseeländer kennen. Vom Herbst 1843 bis 1845 weilte er in Italien, nachdem er in den unmittelbar vorausgegangenen Jahren in Tirol, Süddeutschland, England, Dänemark, Schweden, Norwegen, Holland seine Studien gemacht hatte. Achenbachs Bedeutung beruht in der unendlich wahren, realistischen und doch stimmungsvollen Auffassung der landschaftlichen Bilder. In der Art der ↔ Wiedergabe hat er einige Verwandtschaft mit Ruysdael. Seestürme, Marinen, düstere Wolkenszenerien sind seine Lieblingsmotive; aber sein eminentes Talent für den Ausdruck der naturwahren Stimmung im Landschaftsbild ist ebenso geeignet für die Darstellung von lieblichen und anspruchslosen Landschaften im Zustand idyllischer Ruhe. Trotzdem ist es keineswegs die Idealisierung der Natur, was aus seiner Landschaft uns entgegentritt, sondern eine überaus wahr getroffene Charakteristik, zu der seine allgemeine realistische Kunstanschauung die Basis bildet. Daher stammt auch die gewaltige Kraft der Konzeption, mit welcher er ganz besonders der Eindrücke einer wild bewegten, stürmischen Natur für seine Kunst sich zu bemächtigen versteht, und der wir jene großartigen Marinen, Seestürme und Strandbilder, wie auch jene ernsten Waldszenen der norwegischen Fjordgegenden verdanken, in denen der Meister das Bedeutendste geleistet hat. Sein männlich ernster Sinn hat in der Landschaft des Nordens das naturgemäß ihm zusagende Gebiet für seine Kunst gefunden; weniger glücklich ist er in der Wiedergabe der südlichen Gegenden. Eine Reise nach Sizilien (auf der er Katholik wurde) brachte ihm vielfache Anregungen in dieser Richtung; doch entsprechen die klassische Ruhe, die ebenmäßige Linienbildung in der südlichen Landschaft nicht dem Wesen des Künstlers. Hauptwerke sind: der Hardangerfjord bei Bergen (von 1843), in der Düsseldorfer Galerie; Untergang des Dampfboots Präsident (von 1842), in jener zu Karlsruhe; Herbstmorgen in den Pontinischen Sümpfen (von 1846), in der Münchener Pinakothek; Ansicht von Ostende, Scheveningen und holländischer Hafen, in der Berliner Nationalgalerie; Fischmarkt in Ostende, Vlissingen und Überschwemmung am Niederrhein. Der Künstler hat sich mit Glück auch als Aquarellist, Radierer und Lithograph versucht. Er ist Professor und Mitglied der Akademien von Berlin, Wien und Antwerpen.

2) Oswald, Bruder des vorigen, ebenfalls Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1827 zu Düsseldorf, trat 1839 als Schüler in die dortige Akademie ein und gehörte ihr bis 1841 an. Seine Richtung schließt sich der des Bruders an, bei dem er auch als Schüler lernte; doch waltet ein mehr südliches Element in der Wahl seiner Stoffe und in der Auffassung größere Idealistik vor. A. hat frühzeitig auf Reisen in der Schweiz, in Süddeutschland und 1850-51 im südlichen Italien die Natur dieser Länder kennen und jener des Nordens vorziehen gelernt. Er versteht es, vornehmlich durch die Farbe zu wirken und die Lichtspiele in der Luft des Südens überraschend wahr wiederzugeben. Auch durch die realistisch gehaltene, zu großer Bedeutung erhobene Staffage weiß er seine Bilder zu beleben. Vorzüglich sind seine schlicht gehaltenen Ansichten, oft bei Mondlicht oder im glühenden Ton des Sonnenuntergangs aufgefaßt. So das schöne Parkbild: Villa d'Este bei Tivoli, Torre del Greco am Fuß des Vesuvs, Mondnacht am Strand von Neapel (1864). Andre Hauptbilder sind: Villa Torlonia bei Frascati und Marktplatz von Amalfi (Berliner Nationalgalerie), Palast der Königin Johanna (Museum von Breslau), Santa Lucia, das Kolosseum, die Engelsburg. A. wirkte seit 1863 als Professor und Lehrer der Landschaftsmalerei an der Düsseldorfer Akademie, trat aber 1872 von dieser Stellung zurück. Auch er hat Lithographien geliefert.

3) Heinrich, preuß. Staatsmann, geb. 23. Nov. 1829 zu Saarbrücken, besuchte das Archigymnasium zu Soest, studierte in Bonn und Berlin die Rechtswissenschaft, habilitierte sich 1858 als Privatdozent

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 85.