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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Adonai; Adonis

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Adonai - Adonis.

5) Erzbischof von Mainz, geb. 1353, Urenkel des Königs Adolf von Nassau, wurde 1371 zum Bischof von Speier, 1373 von einem Teil des Kapitels zum Erzbischof von Mainz erwählt und wußte durch Waffengewalt seinen Nebenbuhler, den Landgrafen Ludwig von Thüringen, zu verdrängen und sich in den Alleinbesitz des Bistums zu setzen; 1381 hielt er, vom König und beiden Päpsten anerkannt, in Mainz seinen Einzug. Er stand fortan an der Spitze der Fürstenpartei, welche ihre Macht gegen König und Städte zu verstärken suchte. Zur Vergrößerung seines Stifts führte er mehrere Fehden gegen Hessen. Nachdem er 24. Jan. 1390 die Universität Erfurt gestiftet, starb er 6. Febr. 1390.

6) Wilhelm Karl August Friedrich A., Herzog von Nassau, geb. 24. Juli 1817 zu Weilburg, ältester Sohn des Herzogs Wilhelm I. aus dessen erster Ehe mit Luise, der Tochter des Herzogs Friedrich von Sachsen-Hildburghausen, trat in österreichischen Militärdienst und machte in Wien akademische Studien. Er kam 20. Aug. 1839 zur Regierung. Dem Fortschritt im Sinn des Liberalismus wenig geneigt, ließ er sich in seiner politischen Haltung meist durch den Einfluß Österreichs bestimmen. Im Januar 1844 vermählte er sich mit Elisabeth, Tochter des russischen Großfürsten Michael, und, nachdem diese schon Anfang 1845 gestorben, im April 1851 zum zweitenmal mit der Prinzessin Adelheid von Anhalt, welche ihm zwei Kinder, den Erbprinzen Wilhelm (geb. 22. April 1852) und die Prinzessin Hilda (geb. 5. Nov. 1864), gebar. Im Kriege gegen Dänemark 1849 befehligte er eine Brigade deutscher Truppen. Nach dem Unterliegen der deutschen Bewegung schlug er eine entschieden reaktionäre Politik ein. Nach der Annexion seines Landes durch Preußen 1866 begannen längere Verhandlungen über die nassauischen Domänen, die der Herzog insgesamt als sein Eigentum beanspruchte, während die preußische Regierung Bedenken trug, ihm einen größern Teil derselben zu überlassen, da dann die Gefahr nahelag, daß er als größter Grundbesitzer des Landes der Umgestaltung der Verwaltung desselben im preußischen Sinn hindernd entgegentreten könne. In dem Vertrag vom 22. Sept. 1867 einigte man sich über eine Abfindungssumme von 8½ Mill. Thlr. Außerdem blieben der Wildpark und einige Lustschlösser Eigentum des Herzogs, der seitdem meist in Wien, während des Sommers in Königstein im Taunus lebt.

7) A. Georg, Fürst zu Schaumburg-Lippe, geb. 1. Aug. 1817, folgte seinem Vater, dem Fürsten Georg, 21. Nov. 1860 in der Regierung, schloß sich 1866 Preußen an und trat dem Norddeutschen Bund, 1870 dem Deutschen Reich bei. Er ist seit 1844 mit der Prinzessin Hermine von Waldeck vermählt.

8) A. Friedrich, König von Schweden, Herzog von Holstein-Gottorp, geb. 14. Mai 1710, Sohn Christian Augusts von Holstein-Gottorp, ward 1727 Fürstbischof von Lübeck und 1739 Administrator zu Gottorp. Rußlands Einfluß bewirkte, daß er nach dem Tode der Königin Ulrike Eleonore (1741) in Schweden 23. Mai 1743 zum Nachfolger des Königs Friedrich I. gewählt ward, indem nur unter dieser Bedingung der Friede von Abo gewährt wurde. Am 6. April 1751 bestieg A. den Thron, nachdem er das Reichsgrundgesetz von 1720 beschworen. Mittelmäßig begabt und von schwachem Charakter, war er seiner schwierigen Stellung nicht gewachsen und mußte sich der Anmaßung der Aristokratie, welche die königliche Gewalt zur Ohnmacht herabdrückte, fügen. Unter der Mitwirkung seiner Gemahlin Luise Ulrike, der Schwester Friedrichs II. von Preußen, wurden Versuche gemacht, den Übermut des Adels zu brechen, deren Teilnehmer aber 1756 auf dem Schafott büßen mußten. Als der Reichsrat 1768 selbst die Berufung des Reichstags verweigerte, drohte der König mit Abdankung, worauf die Berufung des Reichstags erfolgte und die anmaßende Regierung der "Mützen" gestürzt wurde. Auch bezahlten die Stände die Schulden des Königspaars. A. starb 12. Febr. 1771 und hatte seinen Sohn Gustav III. zum Nachfolger.

9) A. Frederick, englischer Prinz, Herzog von Cambridge, s. Cambridge 1).

Adonai (hebr.), Name für das höchste Wesen, Pluralform, mit dem persönlichen Fürwort der ersten Person verbunden, von Adon, d. h. Herr. Die Juden sprechen diesen Namen überall aus, wo in der Bibel der heilige, unaussprechliche, vierbuchstabige Gottesname JHVH (vermutlich Jahve zu lesen) steht, dessen Konsonanten meist mit den Vokalen von A. oder Elohim (s. d.) punktiert sind.

Adonis L. (Adonisröschen), Gattung aus der Familie der Ranunkulaceen, ein- oder mehrjährige Kräuter mit beblättertem Stengel, zwei- bis dreifach fiederteiligen Blättern mit linealischen Zipfeln, einzeln gipfelständigen Blüten und gespitzten Schließfrüchten. A. autumnalis L., mit kahlem, von der halbkugelig zusammenschließenden, blutroten, am Grund mit einem schwarzen Fleck gezeichneten Blumenkrone abstehendem Kelch und ungezahnten Früchtchen, A. aestivalis L., mit weniger kahlem, an die abstehenden, mennigroten, an der Basis violettschwärzlich gefleckten oder auch fleckenlosen Blumenblätter angedrücktem Kelch und spitzig gezahnten Früchtchen, und A. vernalis. L., mit zitronengelber Blumenkrone und flaumhaarigen Früchtchen mit hakenförmigem Schnabel, finden sich besonders auf Kalkboden, werden als Zierpflanzen kultiviert. Kraut und Wurzeln enthalten einen scharfen Stoff, und die Wurzel von A. vernalis dient in Rußland als drastisches Purgiermittel.

Adonis, im griech. Mythus ein Jüngling von sprichwörtlich gewordener Schönheit, Sohn des Kinyras (des Erbauers von Paphos auf dem einst phönikischen Cypern, dem Lieblingssitz der Aphrodite) und dessen eigner Tochter Myrrha. Als der Vater die von Aphrodite über ihn verhängte unnatürliche Verbindung mit der Tochter entdeckt hatte und letztere mit gezücktem Schwert verfolgte, wurde sie in einen Myrrhenbaum verwandelt, aus dessen berstender Rinde A. entsprang. Um die Gunst des lieblichen Knaben buhlte Aphrodite. A. liebte die Freuden der Jagd in Wald und Gebirge; umsonst warnte ihn die Göttin. Ein Eber, von Artemis gesendet, verwundete ihn tödlich. Aphrodite konnte den Geliebten nicht vom Tod erretten, doch erlangte sie von Zeus, daß er jährlich nur sechs Monate im Schattenreich bei Persephone, die ihn nicht minder liebte, die andre Hälfte des Jahrs dagegen bei ihr auf der Oberwelt verweile. Dem A. war ein feierlicher und zeremonienreicher Kultus gewidmet, dessen Ursprung im Orient zu suchen ist, und der, wie der Osirisdienst in Ägypten und die Julfeste unsers germanischen Nordens, den Jubel über die wieder steigende Sonne und wieder erwachende Schöpfung sowie die Klage über beide, wenn sie gleichsam begraben sind, zum Mittelpunkt hat. Am glänzendsten wurden diese Adonisfeste (Adonien) im Orient zu Byblos und besonders zu Alexandria gefeiert, wo nach einem Freudentag das Bild des Gottes in einem prächtigen Katafalk, begleitet von Weibern mit aufgelösten Haaren und in gürtellosen Gewändern, umhergetragen und unter