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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Aufzüge

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Aufzüge.

daß der dadurch gespannte Riemen die Scheibe b umdreht und die Last aufwindet. Läßt man nun das Seil f ganz los, so fällt Scheibe b herab und klemmt sich zwischen den beiden Bremsbacken g fest, so daß der Stuhl e in seiner Höhenlage verbleibt. Zieht man aber Seil f nur mäßig an, so wird weder ein Festklemmen der Scheibe noch ein Anspannen des Riemens eintreten, so daß sich c unter der Einwirkung der Last rückwärts drehen kann und der Stuhl sinkt. Von andern Ausführungen der Transmissionsaufzüge sind besonders die amerikanischen (von A. Masan in Providence, Otis Brothers in New York u. a.) hervorzuheben. Zu den Transmissionsaufzügen gehören auch die Elevatoren oder Becherwerke, bestehend aus einer Eimer- oder Kastenkunst (s. Paternosterwerke), zum Heben von körnigen, lockern Massen (Kohlenklein, Erze, Korn, Kartoffeln, Mehl etc.). Über den Injektor-Elevator zu gleichem Zweck, den man zu den pneumatischen Aufzügen rechnen könnte, s. Strahlapparate. Ähnlich den Elevatoren sind manche Arten von Gichtaufzügen eingerichtet, welche sowohl als Transmissions- wie als Dampfaufzüge ausgeführt werden. Zwischen zwei parallelen Ketten ohne Ende werden die zu fördernden Wagen mit Erzen oder Kohlen entweder direkt mittels Haken, Bolzen etc. in die Glieder der Kette eingehakt, oder auf besondere, an den Ketten befestigte Platten gestellt. Die Dampfaufzüge haben zu ihrem Betrieb besondere Dampfmaschinen. Durch diese kann entweder mittels einer Vorgelegewinde oder eines Flaschenzugs die Bewegung des Fördergerüstes hervorgebracht werden. Die Dampfaufzüge mit Dampfwinde (Dampfhaspel) werden mit einem Seil (Kette) und einer Windetrommel (eintrumig), häufig aber auch mit zwei Seilen und zwei Trommeln (zweitrumig) ausgeführt. Im erstern Fall verrichtet die Dampfmaschine nur beim Aufwinden Arbeit, um die Last mit dem Fördergestell aufwärts zu fördern; das Hinabsenken des leeren Gestelles geschieht ohne Arbeit der Dampfmaschine durch Bremsung, wobei die Arbeit, welche das herabgleitende Gestell leistet, in Reibung verwandelt wird und so für Hebungszwecke verloren geht. Vorteilhafter sind die (zweitrumigen) Dampfaufzüge, deren beide Trommeln an einer gemeinschaftlichen Welle sitzen, während die Seile in umgekehrter Richtung herumgeschlungen sind, so daß sich bei jeder Drehungsrichtung eins derselben auf-, das andre abwickelt. Hier wird jedesmal das am herabgehenden Seil hängende leere Gestell die Maschine beim Aufziehen des andern belasteten Gestelles unterstützen. Die Dampfmaschine muß so eingerichtet sein, daß man sie beliebig nach beiden Richtungen hin rotieren lassen kann, was man durch eine sogen. Umsteuerung (s. Steuerung) erreicht. Diese Arten von Aufzügen finden in Fabriken und Magazinen, bei Hochöfen als Gichtaufzüge, vor allem aber bei Bergwerken als Schachtförderungen Verwendung. Fig. 2 zeigt die Anordnung einer solchen Fördermaschine. a Dampfcylinder, b Schwungradwelle, c Rädervorgelege zum Betrieb der Welle mit den Trommeln d, e, von welchen die Seile f, g über die Leitrollen h, i nach den Fördergestellen hingehen, von denen nur k sichtbar ist; l, i sind die Leitbäume. Drehen sich die Trommeln in der Richtung des Pfeils, so wickelt sich g von e ab, f auf d auf und umgekehrt. Statt zweier Trommeln mit zwei Seilen verwendet man auch wohl eine Scheibe mit keilförmiger Nute und einem dareingelegten Seil, dessen beide Enden abwärts hängend die beiden Förderschalen tragen. Die Scheibe wird abwechselnd nach beiden Seiten hin gedreht und nimmt dabei das Seil durch Reibung in der Keilnute mit (Gichtaufzüge und Köpesche Förderung). Die mittels Flaschenzüge wirkenden Dampfaufzüge bestehen aus einem Dampfcylinder, an dessen Kolbenstange ein umgekehrter Flaschenzug angeschlossen ist. Das freie Seilende desselben trägt, über eine Leitrolle herabhängend, die Förderschale. Die Einrichtung ist derjenigen der hydraulischen A. mit Flaschenzug (Abbildung und Beschreibung weiter unten) sehr ähnlich. Die hydraulischen A. umfassen die durch Wasserräder und Wassersäulenmaschinen betriebenen A. Die Wasserradaufzüge sind bei Bergwerken als Fördermaschinen im Gebrauch, die Wasserräder selbst als sogen. Kehrräder konstruiert, d. h. als zwei nebeneinander auf einer Welle sitzende oberschlächtige Räder von umgekehrter Schaufelstellung. Je nachdem man nun das Wasser durch Aufziehen von Schützen auf das eine oder andre dieser Räder aufschlagen läßt, dreht sich die Welle rechts oder links herum und wickelt dabei zwei Seile mit Fördergefäßen auf

^[Abb.: Fig. 2. Fördermaschine.]

^[Abb.: Fig. 3. Direkt wirkender hydraulischer Aufzug.]