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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Basilius; Basilius Valentinus

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Basilius - Basilius Valentinus.

getötet werden und gewöhnlich als Wächter über Schätze, an die sich Schauergeschichten knüpfen, gesetzt sein soll. Man stutzte junge Rochen durch Verzerrung des Körpers nach der eingebildeten Gestalt zu, setzte ihnen Glasaugen in die Nasenlöcher und ließ sie für Geld sehen. Dergleichen künstliche Basilisken werden noch hier und da in alten Naturaliensammlungen gefunden. Luther brauchte das Wort B. bei Übersetzung zweier Stellen des Jesaias und Jeremias, wo von zwei besonders giftigen Schlangen die Rede ist, und stützte sich dabei auf alte Traditionen. Mit der Kroneidechse hat dieser fabelhafte B. durchaus nichts zu thun.

Basilius, 1) der Große oder Heilige, geb. 329 n. Chr. zu Cäsarea in Kappadokien, von seiner Mutter Emmelia christlich erzogen, studierte Rhetorik, Grammatik und Philosophie zu Cäsarea, Konstantinopel und Athen, wo er einen innigen Freundschaftsbund mit Gregor von Nazianz schloß. 357 nach Kleinasien zurückgekehrt, begab er sich zur genauern Kenntnisnahme vom Mönchsleben auf eine Reise durch Syrien, Palästina und Ägypten und lebte seitdem als Mönch in der Nähe des Klosters seiner Schwester in Pontus, bis er 364 vom Bischof Eusebius von Cäsarea zum Presbyter ernannt ward. B. war von jetzt an die Seele der bischöflichen Thätigkeit und ward, als Eusebius 370 starb, zu dessen Nachfolger erwählt. Sofort ging er an die Wiederherstellung der in den arianischen Streitigkeiten verfallenen Kirchenordnung und Kirchenzucht. Der große Gedanke seines Lebens aber war die Wiederherstellung des Kirchenfriedens und der Verbindung mit der abendländischen Kirche zur Bekämpfung des Arianismus. Als die Hauptstütze der nicäischen Dreieinigkeitslehre wurde B. das Hauptziel aller gegnerischen Angriffe. Unerschütterlich widerstand er allen Drohungen und Verheißungen, welche der Kaiser Valens an ihn richtete, um Kappadokien für den Arianismus zu gewinnen. Nur die plötzliche Erkrankung des kaiserlichen Sohns bewahrte ihn vor einer schon angeordneten gewaltsamen Wegführung; bald nachher starb er 379 (römischer Gedenktag: 14. Juni). Seine reichen Einkünfte hatte er, selbst in Dürftigkeit lebend, meist an das von ihm in Cäsarea gestiftete große Hospital gewandt. Am wichtigsten wurde B. für die Kirche durch seine Beförderung des Klosterlebens. Mit Recht heißt er der Vater und Meister nicht bloß der Basilianer (s. d.), sondern aller Mönchsorden des Orients und Occidents. B.' Schriften gehören hinsichtlich des Stils und der Klassizität zu den besten Erzeugnissen der christlichen Litteratur. Außer dogmatischen Schriften (wider Eunomius, über die Taufe, den Heiligen Geist) sind besonders die liturgischen von Wichtigkeit, die er nach von dem Apostel Jakobus bis dahin mündlich fortgepflanzten Liturgien aufgezeichnet haben soll. Gesamtausgaben seiner echten und unechten Werke erschienen unter andern von Garnier und Maranus (Par. 1721-30, 3 Bde.) und von Migne (das. 1866). Vgl. Böhringer, Kirchengeschichte in Biographien, Bd. 7 (2. Ausg., Stuttg. 1875); Scholl, Die Lehre des heil. B. von der Gnade (Freiburg 1881).

2) B. I., der Makedonier, byzantin. Kaiser 867 bis 886, Sohn eines Bauern bei Adrianopel; von den Bulgaren fortgeschleppt und durch eigne That befreit, ging er nach Konstantinopel, wo er wegen seiner Stärke und Schönheit eine Stelle in den kaiserlichen Stallungen erhielt, die Aufmerksamkeit des Kaisers Michael III. erregte und bald zum Oberstallmeister und Großkämmerer des Palastes befördert wurde. Nachdem er den bisher allmächtigen Oheim des Kaisers, Bardas, beseitigt hatte, wurde B. 866 an dessen Stelle zum Cäsar, bald darauf zum Mitkaiser erhoben und bestieg nach Michaels Ermordung 867 selbst den Thron. Als Regent wirkte er durch Thatkraft und Umsicht äußerst wohlthätig, stellte das Ansehen des Reichs nach außen her, dehnte durch glückliche Kämpfe gegen die Araber die Grenzen des Reichs im Osten aus und begann die Wiedereroberung des südlichen Italien. Er schaffte im Innern Ordnung durch gute Justiz und Verwaltung und machte den unter seinem Vorgänger ausgebrochenen kirchlichen Wirren zuerst durch Absetzung des Photius und Wiedereinsetzung des Ignatius, nach dessen Tod (877) durch die Wiedereinsetzung des Photius zum Patriarchen ein Ende. Er hinterließ die Herrschaft seiner Dynastie, der sogen. makedonischen, unter welcher das Reich ca. 200 Jahre lang eine verhältnismäßig gute Zeit hatte. B. selbst starb infolge eines Unfalls auf der Jagd 886.

3) B. II., byzantin. Kaiser, Sohn des Kaisers Romanos II. und der Theophano, gelangte 976 mit seinem Bruder Konstantin VIII. zur Regierung, welche er aber erst nach zwölf Jahren selbständig übernahm. Nachdem er einen Aufstand in Kleinasien unterdrückt und einen Krieg gegen die Russen glücklich beendet, wandte er sich gegen die Bulgaren, deren Reich er nach längern, furchtbaren Kämpfen (990-1018) vollständig vernichtete und so die Grenzen des Reichs wieder bis zur Donau ausdehnte. Durch seine Grausamkeit (massenhafte Augenausstechungen) erwarb er sich den Beinamen "Bulgarentöter". Nach einer ausschweifenden Jugend führte er einen streng asketischen Lebenswandel und starb kinderlos 1025.

Basilius Valentinus, alchimistischer Schriftsteller um die Mitte oder gegen das Ende des 15. Jahrh., wahrscheinlich Pseudonymus mit Bezug auf die geheimnisvolle Verwandlung der Metalle (Basilius, königlich, und Valentinus von Valere, kräftig sein), vom Oberrhein gebürtig, machte Reisen nach England und Holland und lebte seit 1413 als Benediktinermönch im Peterskloster zu Erfurt. Seine Studien betrafen vorzüglich die Chemie, die er mit dem unverdrossensten Eifer betrieb, um die Verwandlung unedler Metalle in edle zu finden. Es wurde erzählt, daß er das Geheimnis entdeckt und den Stein der Weisen an zwei verschiedenen Orten des Klosters verborgen habe. Wichtiger als diese fabelhaften Notizen ist aber, daß B. viele chemische Verbindungen entdeckte und Präparate darstellte, die in der Medizin bis in die neueste Zeit Anwendung fanden und zum Teil noch offizinell sind. Namentlich beschäftigte er sich mit dem Antimon, welches er so genau erforschte, daß jahrhundertelang seinen Resultaten nichts Wesentliches hinzugefügt werden konnte. Er entdeckte die Salzsäure, das Ammoniak, Knallgold, Bleizucker und bildete die ersten Methoden der qualitativen Analyse aus. Seine Schriften wurden erst ein paar Jahrhunderte nach seinem Tode durch den Druck veröffentlicht. Lange vorher aber hatte sie schon Theophrastus Paracelsus benutzt und mehrere seiner Entdeckungen sich zugeeignet. Die wichtigsten unter allen enthält sein "Triumphwagen des Antimon" (Leipz. 1624). Gesammelt erschienen die Schriften Hamburg 1677 und in 2 Bdn. daselbst 1700; am vollständigsten von Peträus, das. 1717 und 1740, 3 Bde. Das Original hat früher die Bibliothek des Petersklosters zu Erfurt besessen, und zwar sollen die sämtlichen Manuskripte in einer Schachtel mit einem goldgelben Pulver in einem eignen Behälter unter dem Refektorium des Klosters aufbewahrt worden, aber im