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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Berzeliuslampe; Berzsényi; Bes; Bes.; Besa; Besahn-; Besamung; Besamungsschlag; Besançon

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Berzeliuslampe - Besançon.

ralogie" (Bd. 1-27, Tübing. 1821-48) ins Deutsche übersetzt wurden. Vgl. H. Roses "Gedächtnisrede" in den Verhandlungen der Berliner Akademie 1851.

Berzeliuslampe, s. Lampe.

Berzsényi (spr. berschenji), Daniel, einer der vorzüglichsten ungar. Dichter, geb. 7. Mai 1776 zu Hétye im Eisenburger Komitat, besuchte die Schule zu Ödenburg, zeigte hier aber keine besondere Neigung zum Studium und ward daher zum Landwirt bestimmt. Seit 1802 zu Nikla lebend, erwarb er sich durch Privatstudium ein bedeutendes, namentlich philosophisches, Wissen und pflegte die Dichtkunst mit solchem Eifer und Erfolg, daß ihn 1830 die ungarische Akademie zu ihrem Mitglied ernannte. Er starb 24. Febr. 1836 in Nikla, wo ihm 1869 ein Denkmal errichtet wurde. B. gehört mit zu den Begründern der nationalen Lyrik der Ungarn. Seine ersten dichterischen Produktionen ("Versei", in 3 Büchern) erschienen 1813, von Helmeczy ohne des Dichters Vorwissen herausgegeben (2. vermehrte, von B. selbst besorgte Ausg. 1816), und wurden von der Nation mit enthusiastischem Beifall aufgenommen. Sie berührten zum Teil auch die politischen Verhältnisse des Landes in bedeutsamer Weise; namentlich fand die "Klageode über den Verfall Ungarns" bei der malkontenten und zum nationalen Chauvinismus aufgestachelten Jugend lebhaften Widerhall. Neuere Ausgabe der Dichtungen Berzsényis besorgten Döbrentei (zuletzt Pest 1862) und Toldy (das. 1864, 2 Bde.).

Bes, in der Musik bei den Holländern, welche wie die Engländer unser H mit B bezeichnen, s. v. w. unser B (nicht etwa s. v. w. Heses).

Bes., bei zoolog. Namen Abkürzung für J. M. ^[Johann Melchior] Beseke (geb. 1746, Professor der Rechte in Mitau, gest. 1802; Vögel Kurlands).

Besa, Gott der alten Ägypter, von zwerghafter, verkrüppelter und grotesker Gestalt, mit einem Pantherfell bekleidet und mit hoher Federkrone geschmückt (s. Abbildung). Er ist jedenfalls fremden Ursprungs u. erscheint in Ägypten häufiger seit der 20. Dynastie. B. ist namentlich ein Gott der Kunst, des Gesangs und des Tanzes, überhaupt der Freude; er spielt aber auch als Gott der Entbindung eine Rolle und hatte als solcher in den Tempeln besondere Gemächer, die man Mommisi (Geburtsort) u. wohl weniger korrekt Typhonia genannt hat. Sein häufiges Vorkommen bei den Phönikern u. Cypriern spricht dafür, daß er mit dem pygmäenhaften Vulcanus-Patäk im Zusammenhang steht, wie er denn auch mit Venus in Beziehung gesetzt wird. Frühere Forscher haben B. für den Typhon der Griechen gehalten; er ist aber von ihm verschieden.

^[Abb.: Besa.]

Besahn- (Besan-), Vorsilbe für alle die Takelung betreffenden Dinge dreimastiger Schiffe, z. B. Besahnmast, der hinterste Mast (bei Vollschiffen Kreuzmast).

Besamung, s. Aussaat, natürliche.

Besamungsschlag, s. Samenschlag.

Besançon (spr. besangssong), 248, auf der Citadelle 367 m ü. M., stark befestigte Hauptstadt der ehemaligen Franche-Comté sowie des jetzigen Departements Doubs, liegt malerisch zu beiden Seiten des Doubs am Eingang eines Thals, rings von Waldbergen umgeben, am Rhône-Rheinkanal und an den Eisenbahnen Vesoul-B.-Lyon und Belfort-Dijon und ist eine der bestgebauten Städte Frankreichs. Die Natur hat hier selbst auf die Anlegung einer starken Festung hingewiesen. Der Doubs hat hier nämlich durch eine Serpentine ein hohes, fast kreisförmiges Plateau ausgeschnitten, das überall steil zum Fluß abfällt und nur durch einen schmalen Isthmus, der aber einen noch höhern Felsen (und darum jetzt die die Halbinsel absperrende Citadelle, 125 m über dem Fluß) trägt, mit dem Land verbunden ist. Auf dieser natürlich festen Halbinsel steht die Oberstadt, während sich, als der Raum zu eng wurde, am Scheitel der Schlinge und auf dem rechten Flußufer die Unterstadt entwickelt hat. Wie zahlreiche römische Altertümer und namentlich ein jetzt als Thor (Porte noire) dienender Triumphbogen zeigt, war die Stadt unter dem Namen Vesontio schon unter den Römern wichtig; bereits vor 1870 durch detachierte Forts verstärkt, wurde sie in der jüngsten Zeit zu einem gewaltigen verschanzten Lager ausgebaut. Unter den Gebäuden ragen hervor: das Präfekturgebäude; die gotische Kathedrale St.-Jean (aus dem 11. Jahrh.) mit bedeutenden Gemälden von Fra Bartolommeo u. a.; die Magdalenenkirche mit herrlichem Schiff; der Justizpalast (aus dem 16. Jahrh.); der ehemalige Palast des Kardinals Granvella (von 1534), jetzt Sitz der gelehrten Gesellschaften von B. Die Stadt zählt (1881) 47,332 Einw., hat zahlreiche Fabriken, darunter Eisenwerke, Maschinenfabriken und Brettsägen, und ist namentlich Mittelpunkt der Uhrenindustrie des Departements, welche 13,000 Arbeiter beschäftigt und jährlich 335,000 Uhren (darunter ca. 114,000 goldene) im Wert von mehr als 14 Mill. Fr. (d. h. über drei Viertel der gesamten Uhrenproduktion Frankreichs) liefert. Der nicht unansehnliche Handel erstreckt sich insbesondere auf Wein, Eisen, Holz. B. ist der Sitz des Generalkommandos des 7. Armeekorps, eines Erzbischofs (seit dem 3. Jahrh.), eines Appellationsgerichtshofs und Handelsgerichts; ferner einer Akademie sowie einer Fakultät der Natur- und einer der schönen Wissenschaften, eines Collège, einer Artillerieschule, eines Lyceums, zweier Normalschulen, einer Zeichen- und einer Uhrmacherschule. Auch verschiedene Sammlungen sind vorhanden, darunter eine Bibliothek von 120,000 Bänden und 1800 meist wertvollen Handschriften und das Pâris-Museum (ein Vermächtnis des Baumeisters Pâris) mit reichen Antiquitäten, Gemälden, Zeichnungen etc.; sehr reich sind auch das Naturalienkabinett und das archäologische Museum, das die in der Franche-Comté gefundenen Gegenstände enthält. - B. ist Geburtsort vieler ausgezeichneter Männer, z. B. des Kardinals Granvella, Abel Rémusats, Victor Hugos, Nodiers etc. Es hieß im Altertum Vesontio (Bisontium) und war die Hauptstadt der Sequaner. Von Cäsar 58 v. Chr. erobert, wurde B. zu einem bedeutenden Waffenplatz erhoben und nachmals verschönert, so daß man es als Chrysopolis bezeichnete. Es blieb trotz wiederholter Verheerungen durch die Burgunder im 5. Jahrh., durch Attila 451 und durch die Ungarn im 10. Jahrh.