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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Binsen - Biographie.

abhängigen Faktoren der einzelnen Glieder. Für einen ganzen positiven Exponenten n lautet der binomische Satz:

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Ist n eine negative oder gebrochene Zahl, so bricht die binomische Reihe nicht ab, sondern wird unendlich; es ist dann

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Zur Gültigkeit ist aber dann erforderlich, daß x ein positiver oder negativer echter Bruch ist.

Binsen, Name mehrerer Pflanzengattungen, s. Juncus, Scirpus und Luzula.

Binsengewächse, s. Junkaceen.

Binsenpfriemen, s. Spartium.

Bintang, Inselgruppe, s. Riau.

Binterim, Anton Joseph, gelehrter kathol. Theolog, geb. 19. Sept. 1779 zu Düsseldorf, trat 1796 in den Franziskanerorden und studierte erst zu Düren Philosophie und Physik, nachher zu Aachen Theologie. 1805 ward ihm die Pfarrei in der Vorstadt Bilk zu Düsseldorf übertragen, die er bis zu seinem Tod, 17. Mai 1855, verwaltete. In weitern Kreisen machte er sich durch seine heftige Polemik in den kirchlichen Zeitfragen der gemischten Ehen, des heiligen Rockes etc. bekannt, die ihm einmal eine sechsmonatliche Festungsstrafe zuzog. Bleibenden Wert haben von seinen Schriften: "Die alte und neue Erzdiözese Köln" (Mainz 1828-31, 4 Bde.; mit Mooren zusammen bearbeitet); "Denkwürdigkeiten der christkatholischen Kirche" (das. 1825-32, 7 Bde.); "Pragmatische Geschichte der deutschen National-, Provinzial- und Diözesansynoden" (das. 1835-48, 7 Bde.).

Binuë (Benuë, "Mutter der Gewässer", Tschadda), Nebenfluß des Niger, dessen Quelle Flegel im September 1882 nördlich von Ngaundere im südlichen Adamáua unter 7° 30' nördl. Br. und etwas östlich von 13° östl. L. v. Gr. entdeckte. Von dort zieht der Fluß in großem, nach W. offenem Bogen nordwärts, empfängt bei Gewe den von O. kommenden Mao-Kebbi, wendet sich nun westwärts und vereinigt sich 206 m ü. M. mit dem aus S. kommenden reißenden und wasserreichen Faro (der Hauptfluß ist hier 1000, der Nebenfluß 700 m breit); am rechten Ufer nimmt er den Gongola, Kadera und Ssungo auf. In der Regenzeit steigt das bei gewöhnlichem Stand 3-4 m tiefe Wasser um 10-15 m und verursacht gewaltige Überschwemmungen. Von Adamáua ab bildet der B. die Grenze zwischen dem Fulbereich Sokoto und den südlich gelegenen kleinen heidnischen Negerstaaten. Der Strom durchzieht hier majestätisch ein breites Thal mit ansehnlichen Thalrändern; das Innere des Landes ist im S. meist mit Walddickichten erfüllt, von Schluchten zerrissen und unzugänglich, im N. besser kultiviert. Unter 7° 46' nördl. Br. fließt der B. gegenüber von Lokodja in den Niger. Der B. wurde von Barth 1851 und wieder von Vogel 1854 entdeckt; Baikie war der erste, der ihn 1854 und 1857-58 mit einem Dampfschiff bis nahe an die Grenzen von Adamáua befuhr. Seither ist sein Unterlauf sehr häufig befahren worden, so von Rohlfs, Burdo, Flegel. Durch weite fruchtbare und reiche Länder fließend, wird dieser Strom einst eine der wichtigsten Eingangspforten Innerafrikas werden. Der bedeutendste Ort an seinen Ufern ist Jola in Adamáua, der eigentliche Hafen für Elfenbein (60-80 Ton. jährlich); weiter westlich, etwas südlich vom B., liegt das gleichfalls bedeutende Wukari.

Binzer, August Daniel von, Schriftsteller, geb. 30. Mai 1793 zu Kiel, studierte seit 1815 die Rechte teils in seiner Vaterstadt, teils in Jena, wo er zu den hervorragendsten Mitgliedern der Burschenschaft gehörte, bei deren Auflösung (1819) er das bekannte Lied "Wir hatten gebauet ein stattliches Haus" dichtete. Von Jena nach Altenburg übergesiedelt, besorgte er die Redaktion des ersten Bandes von Pierers "Encyklopädischem Wörterbuch", lebte sodann in Glücksburg, Flensburg und seit 1831 in Neumühlen bei Altona. Im J. 1834 redigierte er in Leipzig die "Zeitung für die elegante Welt" und übernahm ein Jahr später die Redaktion des "Allgemeinen Organs für Handel und Gewerbe" zu Köln. Zu Anfang der 40er Jahre lebte er längere Zeit in Augsburg, dann in Linz und Aussee in Steiermark. Er starb auf der Reise 20. März 1868 in Neiße. B. schrieb: "Beiträge zur Beantwortung der Frage: Was kann zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes in Deutschland geschehen etc." (Jena 1820), "Die Dämmerungsstunden der Familie Äbert" (Altona 1833), "Venedig im Jahr 1844" (Pest 1845), übersetzte "Benj. Franklins Leben und Schriften" (Kiel 1829), Youngs "Nachtgedanken" u. a. und gab mit seiner Gattin unter dem Pseudonym † A. T. Beer "Erzählungen und Novellen" (Leipz. 1836, 3 Bde.) und "Erzählungen" (Stuttg. 1836, 3 Bde.) heraus.

Bīo... (v. griech. bios, "Leben"), Lebens... (in zusammengesetzten Wörtern vorkommend).

Bīoarithmetik (griech.), Berechnung der durchschnittlichen Lebensdauer der Menschen.

Biobio, der Hauptfluß der Republik Chile, entspringt unter 38° südl. Br. aus dem 6 km langen und 12 km breiten Andessee Huchueltui und mündet unterhalb Concepcion in den Stillen Ozean. Seine Länge beträgt an 300 km. Ungeachtet seines Wasserreichtums ist der B. von der See aus nur für Schiffe mittlerer Größe zugänglich bis nach Santa Juana (10 Leguas von der Mündung). Oberhalb Santa Juana breitet sich der Fluß in der Ebene bis auf 2700 m aus, wodurch seine Tiefe so verringert wird, daß er selbst für kleine Fahrzeuge kaum mehr schiffbar ist. Trotzdem wird derselbe jetzt ziemlich viel durch flache, bedeckte Boote (Lanchas) für den Weizentransport zwischen Concepcion und Nacimiento und auch durch Dampfschiffe befahren. - Von dem Fluß hat die 1875 gebildete Provinz B. der Republik Chile, zwischen dem Rio Laja bis zur Vereinigung mit dem Rio B. im N., der Cordillera de Nahuelbota im W. und dem Renaico im S., ihren Namen erhalten. Sie umfaßt bei einem Areal von 10,769 km (215,4 QM.) drei Departements: Laja, Nacimiento und Mulchen, mit (1882) 81,128 Einw. Die Hauptstadt ist Los Angeles (Anjeles), mit (1883) 8000 Einw.

Biochemīe (griech.), Chemie der lebenden Wesen.

Biodynāmik (griech.), Lehre von der allgemeinen Lebensthätigkeit.

Biogenētisches Grundgesetz, s. Entwickelungsgeschichte.

Biographie (griech.), s. Lebensbeschreibung.