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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bodega; Bodel; Bödeli; Bodelschwingh-Velmede; Boden

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Bodega - Boden.

pischen Sterne enthält; "Uranographia, sive astrorum descriptio" (das. 1802, 2. Aufl. 1819), worin 17,240 Sterne, d. h. 12,000 mehr, als früher bekannt waren, verzeichnet sind; "Entwurf der astronomischen Wissenschaften" (das. 1794, 2. Aufl. 1825); "Allgemeine Betrachtungen über das Weltgebäude" (das. 1808, 3. Aufl. 1834).

3) Leopold, Historienmaler, geb. 11. März 1831 zu Offenbach, wurde anfangs durch seinen Vater, später im Städelschen Institut zu Frankfurt unter der Leitung von Jakob Becker und von 1850 an besonders durch Steinle ausgebildet. An den letztern schlossen sich seine Erstlingsarbeiten, ein Bild aus dem Buch Ruth (1856), eine Heimsuchung Mariä für eine Dorfkirche in Baden und einige Bilder nach Brentanos Erzählungen, an. Dann bereiste er Bayern und Tirol, war mehrere Jahre bei Steinles Fresken im Kölner Museum thätig, führte zwölf Zeichnungen zu Schillers "Glocke" aus und bereiste zu wiederholten Malen die Schweiz, um Illustrationen zu Scheffels "Ekkehard" zu zeichnen. Unter seinen Bildern aus den letzten Jahren, die den Einfluß Schwinds zeigen, nennen wir: die Alpenbraut (beim Grafen von Schack in München), die Aquarelle: Alpenrose und Edelweiß, den Grafen von Habsburg, das für die Schacksche Galerie gemalte Triptychon aus der Sage von der Geburt Karls d. Gr. in der Karlsmühle und den Aquarellencyklus zu Fouqués "Undine".

4) Wilhelm, Kunstschriftsteller, geb. 10. Dez. 1845 zu Kalvörde im Herzogtum Braunschweig, studierte seit 1864 die Rechte und arbeitete zwei Jahre lang als Auditor im braunschweigischen Staatsdienst, gab aber die juristische Laufbahn auf, um 1869-71 in Berlin und Wien Archäologie und Kunstgeschichte zu studieren und daneben seine Kenntnisse auf Reisen zu erweitern. Die erste Frucht seiner Galeriestudien war 1870 seine Doktordissertation "Frans Hals und seine Schule". 1872 wurde er als Assistent an den königlichen Museen in Berlin, als Stellvertreter des Direktors der Gemäldegalerie und als Leiter der Abteilung für christliche Plastik angestellt. Es gelang ihm, die letztere durch eine Reihe glücklicher Ankäufe in Italien zu einer Sammlung ersten Ranges zu erheben. 1880 wurde er in dieser Stellung zum Direktor ernannt. Er hat sich um die Erforschung der Geschichte der italienischen Plastik des Mittelalters und der Renaissance sowie der niederländischen Malerei durch seine schneidige Kritik, sein feines Stilgefühl und durch sichere Beherrschung des Materials große Verdienste erworben. Die Resultate seiner Forschungen auf letzterm Gebiet faßte er zusammen in den "Studien zur Geschichte der holländischen Malerei" (Braunschw. 1883). Er bearbeitete die 4. und 5. Auflage von Burckhardts "Cicerone" und gab ferner heraus: "Donatello in Padua" (Par. 1883); "Italienische Porträtskulpturen des 15. Jahrhunderts im Berliner Museum" (Berl. 1883); "Die Ausstellung von Gemälden älterer Meister im Berliner Privatbesitz" (das. 1883, mit Dohme) und "Adriaen Brouwer" (Wien 1884).

Bodega (span.), Keller, Weinkeller, Weinschenke; in Seehafen ein Warenmagazin; auf Schiffen der Teil unter dem Verdeck.

Bodel (spr. -dell), Jean, franz. Trouvère des 13. Jahrh., aus Arras gebürtig, begleitete den heil. Ludwig auf seinem Kreuzzug nach Ägypten. Nach seiner Heimkehr vom Aussatz befallen, zog er sich von den Seinigen zurück und starb in der Abgeschiedenheit. Man hat von ihm ein Abschiedsgedicht an die Stadt Arras ("Li congies", zuletzt hrsg. von Reynaud, Par. 1880), ein sehr lebendiges Mirakelspiel: "La Jeus de St.-Nicolas" (hrsg. von Michel u. Monmerqué im "Théâtre français du moyen-âge", das. 1839), und mehrere Pastorellen (hrsg. von Bartsch, Leipz. 1879). Von einigen wird ihm auch das epische Gedicht "Guiteclin de Sassaigne" (hrsg. von Michel, Par. 1839) zugeschrieben, das den Kampf Karls d. Gr. gegen den Sachsenkönig Wittekind behandelt.

Bödeli, s. Interlaken.

Bodelschwingh-Velmede, 1) Ernst von, preuß. Staatsmann, geb. 26. Nov. 1794 zu Velmede bei Hamm in der Grafschaft Mark, studierte zu Berlin und Göttingen die Rechte und Kameralwissenschaften, machte die Freiheitskriege mit, erwarb sich bei Leipzig das Eiserne Kreuz erster Klasse und ward bei Freiburg an der Unstrut 21. Okt. 1813 schwer verwundet. Nachdem er zu Berlin seine Studien vollendet, trat er 1817 in den Staatsdienst, ward 1822 Landrat des Kreises Tecklenburg in Westfalen, 1831 Präsident der Regierung zu Trier, im November 1834 Oberpräsident der Rheinprovinz, in welcher Stellung er unter den schwierigsten Verhältnissen, namentlich auch während der kirchlichen Wirren, sich als Mann des Volkes und als Vertreter der Regierung gleich tüchtig zeigte. 1842 übernahm er das Finanzministerium und 1845 das Ministerium des Innern. 1847 hatte er den Vereinigten Landtag als Regierungskommissar zu leiten, verlor aber hierbei, wenn auch ohne seine Schuld, sehr an Popularität. B. war ein ausgezeichneter Verwaltungsbeamter, aber durchaus kein Staatsmann. Mit der Revolution von 1848 hatte er keine Sympathien, nahm 19. März seine Entlassung und wurde in die preußische Zweite Kammer, zuerst im Januar 1849 und wiederum nach dem oktroyierten Wahlgesetz von 1849, später auch ins Erfurter Volkshaus gewählt. Er unterstützte hier die Unionspolitik des preußischen Ministeriums; auch wurde er im September 1849 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Union ernannt. In der Kammersitzung von 1850 bis 1851 war er Führer der Zentrumspartei, welche die Politik der Regierung zwar mißbilligte, ihr aber doch die Mittel zur Fortsetzung derselben gewährte. 1852 zum Regierungspräsidenten in Arnsberg ernannt, starb er 18. Mai 1854 auf einer Dienstreise in Medebach.

2) Karl von, preuß. Minister, Bruder des vorigen, geb. 10. Dez. 1800 zu Velmede bei Hamm, studierte die Rechte, war 1837-45 Landrat in Hamm, dann Oberregierungsrat in Minden, Regierungsvizepräsident in Münster, Regierungspräsident in Arnsberg, seit 1849 streng konservatives Mitglied des Abgeordnetenhauses sowie 1851-58 unter Manteuffel und 1862-66 unter Bismarck Finanzminister. Da er 1866 die Verantwortung für die Beschaffung der Geldmittel für den Krieg nicht übernehmen wollte, erhielt er seine Entlassung. Er starb 12. Mai 1873.

Boden (Solum), das jüngste Glied der festen Erdrinde, die äußerste Schicht derselben, ein erdiger Überzug über dem festen Gestein (Grund und Boden). Oft nur wenige Zentimeter tief auf dem unterliegenden Fels haftend, oft Hunderte von Metern hoch als Niederschlag aus Wasserfluten der Vorzeit und Gegenwart abgelagert (Deltabildungen), besteht er immer aus dem Trümmerschutt der Gebirge, vermengt mit den Resten untergegangener tierischer und pflanzlicher Gebilde. Kein Gestein vermag auf die Dauer der Verwitterung zu widerstehen; mecha-^[folgende Seite]