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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bomhart; Bomilkar; Bomma; Bommel; Bommelsvitte; Bommert; Bomokandi; Bomst; Bon

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Bomhart - Bon.

veranlaßten Aufstand schlug er 1837 mit Sa da Bandeira nieder, in dessen Kabinett er Kriegs- und Marineminister ward. 1841 legte er, von den extremen Parteien angefeindet, sein Portefeuille nieder. Als die durch die Januarrevolution von 1842 zur Herrschaft gelangten Absolutisten nach Beseitigung der Konstitution von 1837 die Charte Dom Pedros von 1826 wiederherstellten, trat B. an die Spitze des bewaffneten Widerstandes der Truppen in den Provinzen, mußte aber 28. April 1844 kapitulieren und nach Spanien flüchten. 1846 zurückgekehrt, nahm er teil an dem Maiaufstand und erhielt unter dem Ministerium Palmella wieder das Kommando über eine Division, ward jedoch vom Ministerium Saldanha 4. Okt. 1846 mit Palmella verhaftet. Entlassen, stellte er sich wieder an die Spitze des aufständischen Landvolks in den Provinzen, schlug im November 1846 ein königliches Heer bei Marcella, ward aber 22. Dez. bei Torres Vedras von Saldanha geschlagen und gefangen. Vor ein Kriegsgericht gestellt, wurde er zur Deportation nach Afrika verurteilt. Im Mai 1847 amnestiert, kehrte er nach Portugal zurück und beteiligte sich an der republikanischen Erhebung gegen Ende 1848, hielt sich aber seitdem von dem politischen Schauplatz fern und starb 15. Juli 1862.

Bomhart (Bommert, Pommer, korrumpiert aus dem franz. bombarde, "Donnerbüchse"), ehedem ein Holzblasinstrument von ziemlich großen Dimensionen, das Baßinstrument der Schalmeien. Der B. wurde aber selbst in verschiedenen Größen gebaut: als gewöhnliches Baßinstrument (schlechthin B. genannt), als Kontrabaßinstrument (großer Baßbomhart, Doppelquintbomhart, Bombardone), als Tenorinstrument (Bassettbomhart oder Nicolo) und als Altinstrument (Bombardo piccolo). Die unförmliche Länge der beiden größten Arten führte zur Erfindung des Fagotts, indem der Kanonikus Afranio zu Ferrara (1539) darauf verfiel, die Röhre umzuknicken. - Als Orgelstimme ist B. eine Zungenstimme mit großen, trichterförmigen Aufsätzen zu 16' oder auch 32'; das französische Bombarde ist die gewöhnliche Benennung für die bei uns Posaune genannte Orgelstimme.

Bomilkar, 1) Feldherr der Karthager gegen Agathokles von Syrakus 310 v. Chr., wurde von diesem geschlagen, machte 308 einen Versuch, sich durch Ermordung der vornehmsten Bürger der Alleinherrschaft in seiner Vaterstadt zu bemächtigen, ward aber besiegt und ans Kreuz geschlagen.

2) Befehlshaber der karthagischen Flotte, führte 217 v. Chr. dem Hannibal in Italien Verstärkungen zu, kam 214 der Stadt Syrakus gegen den Konsul Claudius Marcellus zu Hilfe, holte 212 aus Karthago neue Schiffe und Truppen, wagte aber nicht, auf Sizilien zu landen, sondern fuhr nach Tarent und beschleunigte dadurch die Einnahme der Stadt.

Bomma, s. Boma.

Bommel (Boemel, Zalt-Bommel), Stadt in der niederländ. Provinz Geldern, Bezirk Tiel, links an der Waal (mit Eisenbahnbrücke), im N. der von der Maas und Waal gebildeten Insel Bommelerwaard (vielleicht Cäsars Insula Batavorum), an der Eisenbahn Boxtel-Utrecht, einst eine durch das Wasser, welches die Stadt umgibt, starke Festung, aber jetzt mit verfallenen Werken. Die Stadt hat ein Kantonalgericht, eine höhere Bürgerschule, ein schönes Rathaus, eine schöne reformierte Kirche und (1883) 3835 Einw. Ebbe und Flut der Nordsee machen sich hier noch im Fluß bemerkbar. Bei der Stadt liegt das 1599 von den Spaniern als "Trutz-Boemel" erbaute Fort Andreas (Andries). Kaiser Otto III. schenkte B. 999 der Martinskirche zu Utrecht; später kam es an die Herzöge von Brabant, die es den Grafen von Flandern zu Lehen gaben. Die Stadt, seit 1229 befestigt, wurde 1672 von den Franzosen unter Turenne eingenommen; bei ihrem Abzug 1674 sprengten diese die Werke, welche jedoch der Graf Hoorn wiederherstellen ließ. Als 1794 die Franzosen die Bommelinsel besetzten, verteidigte sich die Stadt ebensowenig wie 1814 gegen die Verbündeten.

Bommel, Cornelius Richard Anton van, Bischof von Lüttich, Vorkämpfer der römisch-katholischen Reaktion in Belgien, geb. 5. April 1790 zu Leiden, wurde 1816 zum Priester geweiht und ward Direktor des Seminars von Haegeveld in Nordholland. Als die Bestrebungen der katholischen Partei die holländische Regierung veranlaßten, alle Unterrichtsanstalten der Aussicht des Staats unterzuordnen, und infolgedessen jene Lehranstalt geschlossen wurde, trat B. in das Privatleben zurück, wurde aber schon 1829 vom König zum Bischof von Lüttich ernannt. Aber noch ehe sein Rundschreiben, worin er die berufswidrige Einmischung der Priesterschaft in die politischen Angelegenheiten mißbilligte, erschien, brach die Septemberrevolution zu Brüssel aus. Kaum hatte sich Belgien für unabhängig erklärt, so trat B. mit seinem Streben, das Supremat des römischen Stuhls geltend zu machen, offener hervor. Auch in der Droste-Vischeringschen Sache soll er insgeheim mitgewirkt haben; ja, es ward ihm sogar noch schuld gegeben, Versuche zur Aufregung der Rheinlande gemacht zu haben. Den Freimaurerorden verfolgte B. mit fast fanatischem Eifer. Bezüglich der Unterrichtsfrage fand seine in Flugschriften niedergelegte Theorie zwar 1842 unter Nothomb bei der Organisierung des Volksschulwesens Eingang; 1850 jedoch trat dieselbe ganz in den Hintergrund, indem dem Klerus die Übernahme des Religionsunterrichts, der ihm nach der Theorie von B. allenthalben gebührte, nur in denjenigen Gymnasien und Gewerbeschulen, die der Staat teilweise oder ganz unterhält, sonst aber keine weitere Einmischung gestattet ward. B. starb 7. April 1852.

Bommelsvitte, Dorf, unmittelbar bei Memel (s. d.), mit (1880) 3420 Einw.

Bommert, Musikinstrument, s. Bomhart.

Bomokandi (Majo-B.), Fluß in Zentralafrika, im Lande der Niam-Niam, parallel mit dem Uëlle laufend, mit dem er zusammenfließt, worauf er in den See Key el Aby münden und dann, sich nordwestwärts wendend, dem Schari, nach andern dem Congo zuströmen soll. Um ihn gruppieren sich die neuern Reisen von Miani, Casati und Junker.

Bomst (poln. Babymost), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, an der Faulen Obra und der Märkisch-Posener Eisenbahn, hat 1 evangelische und 2 kathol. Kirchen, bedeutende Schuhfabrikation, Obst- und Weinbau, Pferdehandel und (1880) 2179 Einw. (997 Evangelische und 1077 Katholiken). Das Landratsamt für den Kreis B. ist in Wollstein.

Bon (franz., spr. bong "gut"), Gutschein, schriftliche Anweisung zur Zahlung; daher B. à vue, aus Sicht zahlbarer Schein, im kaufmännischen Verkehr jedes Schriftstück, durch welches sich jemand verpflichtet, gegen dasselbe einen Gegenstand auszutauschen; auch der allgemeine französische Name für jeden Geldschein. Bons royaux oder Bons du trésor hießen früher die französischen Schatzanweisungen oder Schatzkammerscheine (s. d.), welche mit Einführung der Republik von 1848 den Namen Bons de la République erhielten. Auch die belgischen Schatzanweisungen heißen Bons du trésor. Bons nennt man