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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bronziersalz; Bronzino; Bronzist; Bronzit; Brook.; Brooke; Brookit

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Bronziersalz - Brookit.

im Staat Massachusetts haben wohl die erste B. konstruiert, seitdem wurde sie auch in England und Frankreich gebaut, und Österreich (Hauffler u. Schmutterer in Wien) und Deutschland (Krauß in Stuttgart, G. Seitz in Wandsbeck und Heim in Offenbach) haben sie zu einem billigen Preis geliefert.

Bronziersalz, s. v. w. Antimonchlorid, s. Brunieren.

Bronzino, 1) Agnolo di Cosimo, genannt B., ital. Maler, geb. 1502 zu Monticelli bei Florenz, lernte bei Raffaellino del Garbo, J. ^[Jacopo] da Pontormo und stand diesem bei verschiedenen Werken zur Seite. 1530 ging er nach Pesaro, kehrte aber bald wieder nach Florenz zurück, wo ihn die Medici vielfach mit Malereien beschäftigten. Er starb 23. Nov. 1572. B. stand in bedeutendem Maß unter der Einwirkung Michelangelos; Vorliebe für das Nackte, harte, manierierte Formen und kaltes Kolorit sind ihm eigen. Am besten sind seine zahlreich (namentlich in Florenz) vorhandenen Porträte. Sein Hauptwerk ist Christi Fahrt in die Vorhölle (in den Uffizien).

2) Alessandro und

3) Cristofano, s. Allori.

Bronzist, Rotgießer.

Bronzit, Mineral aus der Ordnung der Silikate (Augitreihe), kristallisiert rhombisch, findet sich eingewachsen, auch derb in körnigen Aggregaten, ist braun, grünlich, gelblich, fett- oder glasglänzend, auf der vollkommenen Spaltungsfläche mit metallartigem Perlmutterglanz, etwas schillernd, durchscheinend bis kantendurchscheinend, Härte 4-5, spez. Gew. 3-3,5, besteht aus kieselsaurer Magnesia mit kieselsaurem Eisenoxydul 3-11MgSiO3+FeSiO3 ^[3-11MgSiO_{3}+FeSiO_{3}], enthält aber auch wenig Kalk und Thonerde. Fundorte: Kupferberg bei Baireuth, Ultenthal in Tirol, Kraubat in Steiermark. Bisweilen findet sich B. eingewachsen im Basalt und Serpentin und mit hohem Eisengehalt in Meteorsteinen.

Brook., bei zoolog. Namen Abkürzung für R. Brookes (englischer Zoolog in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts).

Brooke (spr. bruhk), 1) Fulke Greville, Lord, engl. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 1554, bekleidete unter Elisabeth und Jakob mehrere hohe Ämter und wurde 1628 ermordet. Mit Philipp Sidney befreundet, huldigte er gleich diesem den Musen. Er schrieb didaktische Gedichte über Monarchie, Religion, zwei Tragödien, viele Sonette und eine Biographie seines Freundes. Seine Werke wurden von Grosart herausgegeben (Lond. 1871, 4 Bde.).

2) Henry, engl. Dichter und Schriftsteller, geb. 1706 zu Rantavan in der irischen Grafschaft Cavan, war eine Zeitlang Schüler von Thom. Sheridan, studierte dann im Trinity College zu Dublin die Rechte und ging 1723 nach London, um sich im Temple zur praktischen Laufbahn vorzubereiten. Seine Verheiratung stürzte ihn in Sorgen und Entbehrungen, da seine juristische Praxis in Irland, wohin er zurückkehrte, wenig einbrachte. B. ging daher wieder nach London, wo ein früher von ihm veröffentlichtes Jugendgedicht: "Universal beauty" (1735), in der Art Popes, bereits die Aufmerksamkeit des Publikums auf ihn gelenkt, und wo die Oppositionspartei (gegen den Minister Walpole) ihn wahrscheinlich bereits gewonnen hatte. Sein erstes Drama: "Gustavus Vasa", wurde, fast schon auf den Brettern des Drurylane-Theaters, aus politischen Gründen unterdrückt, aber mit desto größerm Jubel im Druck (Lond. 1738) vom Publikum aufgenommen. Durch Not nach Irland zurückgetrieben, schrieb er hier die Tragödie "The Earl of Westmoreland" (1745), welche 1761 auf die Londoner Bühnen kam; während der irischen Rebellion entstanden seine "Farmer's letters" (1745), Briefe an das irische Volk, für welche ihn der Graf von Chesterfield zum Barrackmaster ernannte. 1750 veröffentlichte er eine Sammlung "Fairy tales", 1762 eine geharnischte Verteidigungsschrift für seine Landsleute: "The trial of the Roman catholics". Sein gefeiertstes Werk aber war der Roman "The fool of quality" (zuerst 1760, 5 Bde.; neue Ausg. von Kingsley, Lond. 1859, 2 Bde.). Trotz allen Fleißes (B. hatte außerdem noch 15 dramatische Stücke aller Art, ein religiöses Gedicht: "Redemption", 1772, einen zweiten Roman: "Juliet Grenville", 1774, u. a. verfaßt) ward der äußere Druck in Brookes Verhältnissen am Abend seines Lebens täglich schwerer, und sein Geist erlag endlich dem Kampf. Er starb, dem Wahnsinn nahe, 1783 in seiner Heimat. Brookes Schriften (Lond. 1778, 4 Bde.; neuere Ausg. von Brookes Tochter Charlotte, 1792) atmen eine freie, tüchtige, durchaus patriotische Gesinnung, begleitet von einem guten Talent der Darstellung. Vgl. "Brookiana" (Lond. 1804, 2 Bde.).

3) Frances, engl. Dichterin, geb. 1745 als Tochter eines Geistlichen, Moore, heiratete den Geistlichen B., mit dem sie um 1760 nach Kanada ging, wo er Garnisonprediger wurde, und starb 1789 zu Colney in Norfolk. Ihre Schriften gehörten großenteils zur Lieblingslektüre des Tags und bestehen aus Tragödien, Oden, Hirtengedichten, Übersetzungen aus dem Französischen, Opern und Novellen; unter den Schauspielen wird besonders "Rosina" (1782) gerühmt.

4) Sir James, Radscha von Sarawak, geb. 29. April 1803 zu Bath, trat in die englische Armee in Ostindien, wo er sich im Kriege gegen die Birmanen auszeichnete, und machte dann eine Reise nach China und den Inseln des Sundaarchipels. Er faßte den Plan, dort eine europäische Niederlassung zu gründen, und landete im Juni 1839 von Singapur aus in Sarawak auf Borneo, wo er einen gegen den Radscha Muda-Hassim, den Statthalter des Sultans von Brunei, ausgebrochenen Aufruhr mit seiner europäischen Mannschaft unterdrückte. Dafür erhielt er vom Sultan die Statthalterschaft der Provinz, die er darauf nach europäischen Formen, doch mit kluger Rücksicht auf die einheimischen Gebräuche organisierte. Nach zwei erfolgreichen Zügen gegen Seeräuber wurde B. von dem Sultan von Brunei förmlich mit Sarawak belehnt, nannte sich Radscha und zwang den Sultan, dem das Verhältnis lästig wurde, 1846 zur Abtretung der Insel Labuan an England. Er reiste 1847 selbst nach England, um den mit dem Sultan geschlossenen Vertrag zu überbringen. Am 1. Febr. 1848 als Generalkonsul in Borneo und Gouverneur von Labuan nach Borneo zurückgekehrt, ließ er 21. Juli 1849 eine furchtbare Metzelei unter wirklichen oder vermeintlichen Piraten anrichten. Nachdem er einige Jahre später einen Aufstand der Chinesen unterdrückt hatte, wurde er als Herr von Sarawak von England, Italien und den Vereinigten Staaten anerkannt. Er starb 13. Juni 1868 auf seinem Landsitz zu Barraton in Devonshire. Seine interessanten Tagebücher sind enthalten in Keppels "The expedition to Borneo of Her Majesty's ship Dido" (Lond. 1847, 2 Bde.) und in Mundys "Borneo and Celebes" (das. 1848, 2 Bde.). Vgl. "Memoirs of Sir James B." (Lond. 1853, 3 Bde.); Jacob, Life of Sir J. B. (das. 1876, 2 Bde.); Saint John, Life of Sir J. B. (das. 1879).

Brookit (spr. bru-), Mineral aus der Ordnung der Anhydride, findet sich in rhombischen, einzeln aufgewachsenen oder losen, gelblichbraunen, hyacinthroten