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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ceratonia; Ceratophylleen; Cerbera; Cerberus; Cercar la nota

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Ceratonia - Cercar la nota.

auftretenden Knochenfische zu betrachten sind. C. leitet nun von diesen Ganoiden zu den Lurchfischen, die als wahres Übergangsglied zu den Amphibien erscheinen. Das Tier wird 2 m lang, ist mit großen, cykloiden Schuppen bedeckt, benutzt vorwiegend die Lunge zur Respiration, wenn das schlammige Wasser mit nicht atembaren Gasen erfüllt ist, nährt sich von Vegetabilien und vergräbt sich zur Trockenzeit im Schlamm. Sein Fleisch ist sehr geschätzt. Man kennt aus derselben Gattung noch eine lebende Art, C. myolepis Günth., und eine fossile, C. Palmeri Krefft., welche bedeutend größer als C. Forsteri war und im Alluvium von Queensland gefunden wurde.

Ceratonia L. (Johannisbrotbaum), Gattung aus der Familie der Cäsalpiniaceen, mit der einzigen Art C. siliqua L. (Karobenbaum), einem 6-9 m hohen, besonders an den Küsten der (östlichen) Mittelmeerländer wachsenden, immergrünen Baum mit abgebrochen zwei- bis dreipaarig gefiederten Blättern mit eirunden, schwach ausgeschweiften, lederartigen, glänzenden Blättchen, roten Blüten in kurzen, achselständigen, einzelnen oder gebüschelten Trauben und hängenden, kurzgestielten, bis 25 cm langen, zusammengedrückten Hülsen mit rotbraunen, schwach glänzenden Samen. Er stammt aus Palästina und wird seit uralter Zeit kultiviert. Gegenwärtig findet man ihn gegen Norden, soweit Zitronen und Orangen reisen, in vielen Kulturvarietäten, die durch Okulieren fortgepflanzt werden, in den Mittelmeerländern weitverbreitet. Er trägt erst vom 20. Jahr an, ist dann aber sehr fruchtbar und dauert jahrhundertelang. Das Holz ist hart, schön geädert und zu Schreinerarbeiten brauchbar. Rinde und Blätter dienen zum Gerben. Die fleischigen Hülsen sind das bekannte Johannisbrot (so genannt, weil sich Johannes der Täufer in der Wüste davon ernährt haben soll, Soodbrot, Kandiol, Karob, Karoben, Karuben, Siliqua dulcis). Die frischen Früchte sind herb und ungenießbar; man erntet sie unreif und legt sie an die Sonne, wo sie dann einen eigentümlichen Prozeß durchmachen. Das süßlich riechende und schmeckende Fruchtfleisch der Handelsware enthält über 60 Proz. Zucker und Gummi, 4 Proz. stickstoffhaltige Substanzen, 0,3 Proz. Fett, gegen 25 Proz. Zellstoff und Pektin, 3 Proz. Asche und 7 Proz. Wasser. In seiner Heimat dient das Johannisbrot der ärmern Bevölkerung zur Nahrung, auch bereitet man daraus einen Sirup und einen Branntwein, welch beiden aber ein eigentümlicher Geruch anhaftet. Von besonderer Wichtigkeit ist die namentlich in England übliche Benutzung des Johannisbrots zu Mastfutter. Es enthält auch Buttersäure und liefert deren bei passender Gärung bedeutende Mengen, so daß es vorteilhaft zur Gewinnung der Säure und des Butteräthers benutzt wird. Auch dient Johannisbrot zur Bereitung von Tabaksaucen und in der Medizin als Bestandteil des Brustthees, der geröstete Same als Kaffeesurrogat. Im Handel ist das levantische Johannisbrot am meisten geschätzt, dann das cyprische, italienische, dalmatische und spanische. Im alten Griechenland wuchs der Baum nicht, aber die Früchte kamen, fälschlich "ägyptische Feigen" genannt, aus dem Orient auf den Markt. In Palästina bildeten die "Keratia" schon im Altertum eine gemeine Speise und ein Viehfutter, wie die Parabel vom verlornen Sohn lehrt, wo unter den "Trebern" der Lutherschen Übersetzung unser Johannisbrot (Keration) zu verstehen ist. Auch der Name des kleinen Gold- und Diamantengewichts, des Karats, wird von dem Samen des Johannisbrots abgeleitet und ist aus der arabischen in die Sprachen aller Länder übergegangen. Schwerlich ist der Baum schon zur Zeit der Römer nach Europa gekommen, vielmehr scheinen die Araber die verloren gegangene Kultur desselben wieder aufgenommen oder doch der vorhandenen ihre jetzige Ausbreitung gegeben zu haben.

Ceratophylleen (Hörnerblätter), dikotyle Pflanzenfamilie von zweifelhafter systematischer Stellung, Wasserpflanzen mit quirlständigen, fein zerteilten Blättern und einhäusigen, in den Achseln der Blätter sitzenden Blüten, die ein sechs- bis zwölfgliederiges, reduziertes Perigon besitzen. Die männlichen Blüten haben 10-20 Staubgefäße, die weiblichen ein einziges Karpell mit pfriemlichem Griffel und einem einzigen hängenden Ovulum. Bei der Reife entwickeln sich an der Frucht hornartige Fortsätze. Vgl. Baillon, Histoire des plantes, Bd. 3. Die wenigen Arten dieser nur aus der Gattung Ceratophyllum L. bestehenden Familie leben in stehenden und langsam fließenden Gewässern Europas und Nordamerikas.

Cerbera L. (Schellenbaum), Gattung aus der Familie der Apocynaceen, milchende Bäume und Sträucher des tropischen Amerika, in Asien, auf Madagaskar und in Polynesien, mit großen Blüten in Afterdolden und ein- bis zweisamiger Steinfrucht. Mehrere derselben sind ganz oder zum Teil giftig, bei andern ist jedoch auch der Milchsaft, der oft scharf ist, milder und sogar genießbar. C. Ahovai L. (Thevetia Ahovai Dec., Ahovaibaum) ist ein schöner, immergrüner Baum Brasiliens mit eirund-elliptischen, spitzigen, fast lederartigen Blättern und großen, gelben Blüten in endständigen Afterdolden, der in allen seinen Teilen narkotisch-scharfgiftig ist. Das Holz riecht unerträglich unangenehm und betäubt, wenn es ins Wasser geworfen wird, die Fische so, daß sie sich mit den Händen fangen lassen. Die länglich-walzigen, in harter Schale eingeschlossenen Samen gehören zu den am schnellsten wirkenden Giften. Da sie so hart sind, daß sie in den Schalen klappern, so gebrauchen die Indianer die ganzen Früchte als Schellen, reihen sie an Schnüre und verzieren Arme und Beine beim Tanz damit. Von C. lactaria Hamilt. (C. Manghas Gärtn., Manghasbaum, Milchholz), einem auf den Molukken am Fluß- und Meeresufer wachsenden, oft mannsdicken Baume mit hängenden Ästen, dienen Rinde und Blätter als Purgiermittel, und aus den brechenerregend, giftigen Samen preßt man Brennöl. Das Holz ist sehr weich. C. Odollam Hamilt. (Herzbaum), ein 5-8 m hoher Baum auf Malabar, in Sümpfen und an Flußufern, hat eine unschädliche Frucht, aber betäubend giftige Samen; die Rinde und die Blätter wirken purgierend; wenn Hunde die unreife Frucht kauen, so sollen ihnen die Zähne ausfallen. C. Tanghin Sims. (C. venenifera Steud., Giftbaum, Tanghin-Schellenbaum), ein mäßiger Baum auf Madagaskar, trägt Früchte von der Größe einer Pfirsich, deren mandelartige Kerne sehr giftig sind und daher in Madagaskar bei Verbrechern zu einer Art Gottesurteil benutzt werden. C. Thevetia L. (Thevetia nereifolia Juss.), ein schöner Baum von 6 m Höhe, in Westindien und Südamerika, mit ätzendem, höchst giftigem Milchsaft. Die Samen werden gegen Schlangenbiß angewendet. Die harten Steinfrüchte dienen, wie die des Ahovaibaums, den Indianern zu Klappern.

Cerberus, s. Kerberos.

Cercar la nota (ital., spr. tschekar, "die Note suchen") heißt beim Gesang den auf die folgende Silbe fallenden Ton schon leicht voraus anschlagen, wie dies beim sogen. Portament zu geschehen pflegt.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]