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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chromschwarz; Chromzinnober; Chronegk

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Chromschwarz - Chronegk.

und Zeugdruckerei, zum Bleichen von Palmöl, zum Reinigen des Holzessigs, zum Entfuseln des Branntweins, zu Zündmassen, zur Darstellung von Anilin- und Anthracenfarben, zur Chlorentwickelung, in der Photographie und Photolithographie, zum Härten und Konservieren anatomischer Präparate, als adstringierendes und austrocknendes Mittel. Die Produktion beschränkt sich auf wenige Fabriken und beträgt 60,000 Ztr. Neutralisiert man das saure chromsaure Kali mit Pottasche und verdampft die Lösung zur Kristallisation, so erhält man chromsaures Kali (Kaliumchromat) K2CrO4^[K_{2}CrO_{4}] in zitronengelben, wasserfreien, luftbeständigen Säulen, welches kühlend bitter metallisch schmeckt, in Wasser, nicht in Alkohol löslich ist und alkalisch reagiert. Es dient in der Färberei, zur Darstellung von Chromgelb und Chromtinte. Chromsaures Ammoniak (Ammoniumchromat) (NH4)2CrO4^[(NH_{4})_{2}CrO_{4}] kristallisiert aus mit Ammoniak übersättigter Chromsäurelösung in gelben, luftbeständigen, leicht löslichen Kristallen und gibt mit Chromsäure saures chromsaures (dichromsaures) Ammoniak (Ammoniumdichromat) (NH4)2Cr2O7^[(NH_{4})_{2}Cr_{2}O_{7}], welches große, rote. Kristalle bildet, sich dreimal so leicht wie das Kalisalz löst, beim Erhitzen Chromoxyd hinterläßt und zur Darstellung dieses letztern und des Ammoniakchromalauns dient. Chromsaurer Baryt (Baryumchromat) BaCrO4^[BaCrO_{4}], aus chromsaurem Kali durch Chlorbaryum gefällt, ist gelb, in Wasser unlöslich, löslich in Säuren, sehr beständig, wenig giftig, dient zur Darstellung von Reibzündhölzchen und unter dem Namen Barytgelb (Gelbin, Steinbühler Gelb) als Malerfarbe. Chromsaures Bleioxyd PbCrO4^[PbCrO_{4}] findet sich in der Natur als Rotbleierz und Phönicit, mit chromsaurem Kupfer als Vauquelinit und wird aus einer Lösung von Bleizucker durch rotes chromsaures Kali als schön gelbes Pulver gefällt. Es ist fast unlöslich in Wasser, löslich in verdünnter Salpetersäure und Kalilauge, entwickelt beim Erhitzen Sauerstoff und hinterläßt einen Rückstand von basisch chromsaurem Bleioxyd und Chromoxyd. Beim Erhitzen mit organischen Substanzen oxydiert es diese zu Kohlensäure und Wasser und wird dabei in Bleioxyd und Chromoxyd verwandelt. Es wird im großen dargestellt und bildet unter dem Namen Chromgelb die schönste gelbe Mineralfarbe, welche je nach dem Aggregatzustand, in welchem sie auftritt, bei gleicher chemischer Zusammensetzung verschiedene Nüancen besitzt. Bei Überschuß von chromsaurem Kali erhält man es kristallinisch, dunkler, strohfarbig, bei Überschuß von Bleisalz dagegen wollig, leicht und hell. Fällt man Bleisalzlösung mit einer Lösung von chromsaurem Kali, welche so viel Schwefelsäure wie Chromsäure enthält, so resultiert ein ganz helles Chromgelb, wahrscheinlich eine Verbindung von schwefelsaurem mit chromsaurem Bleioxyd. Dies Präparat gibt mit Pariser Blau das reinste Grün (Chromgrün). Das Chromgelb dient als Wasser- und Ölfarbe, es übertrifft an Deckkraft und Schönheit alle andern gelben Farbstoffe und hat deshalb diese auch fast sämtlich verdrängt. Es trocknet leicht in Öl, widersteht dem Licht und der Luft, auch verdünnten Säuren, nicht aber alkalischen Laugen, dem Ätzkalk und Seifen; ebensowenig kann es mit Wasserglas verarbeitet werden, und Schwefelwasserstoff bräunt es langsam. Sehr häufig wird Chromgelb mit Gips, Schwerspat, Blanc fixe gemischt (Neugelb, Pariser Gelb mit oft nur 10 Proz. chromsaurem Bleioxyd). Entzieht man dem Chromgelb durch Einwirkung von Alkalien Chromsäure, so entsteht rotes basisch chromsaures Bleioxyd PbCrO4^[PbCrO_{4}]. PbOH2O^[PbOH_{2}O], und Gemische dieser Verbindung mit dem Chromgelb bilden das Chromorange. Letzteres wird aus einer Lösung von basisch essigsaurem Bleioxyd (Bleiessig) durch neutrales chromsaures Kali gefällt. Das basisch chromsaure Bleioxyd bildet das Chromrot des Handels. Es tritt ebenfalls in verschiedenen Nüancen auf und erreicht im kristallinischen Zustand das Feuer und die Intensität des Zinnobers; beim Zerreiben aber, oder wenn man bei seiner Darstellung durch beständiges Umrühren der Flüssigkeit die Kristallbildung hemmt, nimmt es die Nüance des Chromorange an. Man erhält Chromrot, indem man Chromgelb mit konzentrierter Ätzlauge übergießt, auswäscht und trocknet, die dunkelste Nüance aber durch Eintragen von trocknem Chromgelb in geschmolzenen Salpeter, solange noch Aufschäumen erfolgt, Abgießen des noch flüssigen Kalisalzes und Auswaschen des Präparats unter einem Wasserstrahl. Man benutzt Chromrot als Wasser-, Öl- und Kalkfarbe, es trocknet sehr schnell in Öl, ist sehr beständig, wird aber durch Säuren gelb und durch Schwefelwasserstoff geschwärzt. Es kommt als Chromzinnober (Zinnoberimitation, österreichischer Zinnober) in den Handel und ist bisweilen durch eine rote Teerfarbe nüanciert. Alle Chromgelbarten sind giftig. Ein basisches chromsaures Eisenoxyd (Ferrichromat) scheidet sich bei längerm Erwärmen einer Lösung von neutralem Eisenchlorid mit einer Lösung von rotem chromsauren Kali aus. Es ist feurig gelb, luft- und lichtbeständig, kommt als Sideringelb in den Handel, kann als Wasser- und Ölfarbe benutzt werden, eignet sich aber besonders zur Benutzung in Wasserglas, mit welchem es einen schnell trocknenden, sehr harten Anstrich liefert. Chromsaures Quecksilberoxydul (Merkurochromat) Hg2CrO4^[Hg_{2}CrO_{4}] wird aus salpetersaurem Quecksilberoxydul durch chromsaures Kali ziegelrot gefällt und gibt beim Erhitzen höchst zartes Chromoxyd. Saures chromsaures oder dichromsaures Silberoxyd (Silberdichromat) Ag2Cr2O7^[Ag_{2}Cr_{7}O_{4}] wird aus salpetersaurem Silber durch dichromsaures Kali gefällt, ist purpurrot, in Wasser unlöslich, dient als sehr schöne, aber teure Malerfarbe. Chromsaures Zinkoxyd (Zinkchromat) ZnCrO4^[ZnCrO_{4}] wird aus Zinksalzlösungen durch gelbes chromsaures Kali abgeschieden und bildet ein unlösliches gelbes Pulver, welches bei längerm Stehen in der Flüssigkeit pomeranzengelb wird. Dies Präparat erhält man auch beim Behandeln von frisch gefälltem Zinkhydroxyd mit überschüssiger Lösung von rotem chromsauren Kali. Es wird im großen dargestellt, indem man Zinkweiß mit Ätznatronlauge kocht, dann mit Zinkvitriollösung neutralisiert und überschüssiges rotes chromsaures Kali hinzufügt. Es kommt als Zinkgelb in den Handel. Wird Zinkweiß mit Salzsäure übergossen, bis es sich fast vollständig gelöst hat, dann mit Chlorcalcium und gelbem chromsauren Kali versetzt, so erhält man das gelbe Ultramarin. Dies ist eine Verbindung von chromsaurem Zinkoxyd mit chromsaurem Kalk, das Zinkgelb dagegen eine Verbindung des Zinksalzes mit chromsaurem Kali.

Chromschwarz, ein mit Blauholz und chromsaurem Kali darstellbares Schwarz.

Chromzinnober, s. Chromsäuresalze (chromsaures Bleioxyd).

Chronegk, Ludwig, Schauspieler und Leiter der Meininger Hoftheatergesellschaft, geb. 3. Nov. 1837 zu Brandenburg, erhielt seine Ausbildung auf den Gymnasien zu Berlin und Potsdam und studierte

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