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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Courbette - Couronnement.

und Gouverneur von Neukaledonien. Seit 1880 Konteradmiral, erhielt er 1883 den Oberbefehl in Tongking, erzwang im August die Einfahrt in Huë und diktierte dem Kaiser von Anam den Frieden, eroberte darauf Sontay und Bacninh, ward 1884 unter Beförderung zum Vizeadmiral an die Spitze der Flotte gestellt, welche China zur Nachgiebigkeit zwingen sollte, zerstörte auch die Forts und das Arsenal von Futschou, richtete aber bei Kelong auf Formosa nicht viel aus. Er starb an Bord des Admiralschiffs Bayard bei den Fischerinseln 11. Juni 1885; seine Leiche wurde nach Frankreich übergeführt und 28. Aug. im Dom der Invaliden beigesetzt. Großes Aufsehen erregten seine nach dem Tod veröffentlichten Briefe, in denen er die Politik der republikanischen Minister und Kammermehrheit in schärfster Weise tadelte. Vgl. Gervais, L'amiral A. C. (Par. 1885).

Courbette (franz.), s. Kurbette.

Courbevoie (spr. kurb'wŏa), Stadt im franz. Departement Seine, Arrondissement St.-Denis, an der Seine und an der Eisenbahn nach Versailles, mit schöner, zur Brücke von Neuilly führender und eine Fortsetzung der Pariser Champs-Elysées bildender Avenue, zahlreichen Villen, stattlicher, von Ludwig XV. erbauter Kaserne, Bleichereien, Wagenfabrik und (1881) 15,010 Einw. Auf dem Rond-Point wurde 1863 die Statue Napoleons I. (von E. Seurre) aufgestellt, welche früher die Vendômesäule gekrönt hatte.

Courbière (spr. kurbjähr), Guillaume Rene, Baron de l'Homme de, preuß. Feldmarschall, geb. 25. Febr. 1733 zu Maastricht als Abkömmling eines französischen reformierten Adelsgeschlechts, stand erst in Diensten Hollands und trat 1757 als Ingenieurkapitän in preußische Dienste über. Er zeichnete sich bei verschiedenen Gelegenheiten aus und kommandierte von 1759 an als Major ein Freibataillon, an dessen Spitze er sich besonders 1760 bei der Belagerung von Dresden sowie bei Liegnitz und Torgau hervorthat. Nach dem Hubertsburger Frieden ward er nach Emden, wo Seume Hauslehrer in seiner Familie war, versetzt, 1780 Generalmajor und 1787 Generalleutnant. Im Kriege gegen die französische Republik befehligte er die Garden, an deren Spitze er sich namentlich bei Pirmasens auszeichnete, wurde 1797 General der Infanterie und 1798 Gouverneur von Graudenz, das der 73jährige Greis 1807 heldenmütig verteidigte, während fast alle preußischen Festungen sich ohne Widerstand ergaben. In Anerkennung dieser tapfern Waffenthat wurde er nach dem Frieden von Tilsit zum Feldmarschall und Gouverneur von Westpreußen ernannt. Er starb 23. Juli 1811.

Courcel (spr. kurssell), Alphonse Chodron, Baron de, franz. Diplomat, geb. 30. April 1835 zu Paris, eignete sich seine Schulbildung auf dem Collège Rollin an, wurde dann Licencié en lettres an der Sorbonne und studierte die Rechte an der Pariser Rechtsfakultät. 1853 ging er nach Bonn, um in Deutschland wissenschaftliche und Sprachstudien zu treiben, und hörte daselbst besonders den bekannten Germanisten und Kanonisten Walter. 1854 siedelte er zur Fortsetzung seiner Studien nach Berlin und 1855 nach München über. Nachdem er 1856 nach Bonn zurückgekehrt war, wurde er 1858 daselbst auf Grund einer Dissertation: "De mutatione libertatis germanicae quoad fundandam principum superioritatem in territoriis regni teutonici", zum Doktor beider Rechte promoviert. Er trat nun in den diplomatischen Staatsdienst seines Vaterlandes, war Attaché in Brüssel und Petersburg, erhielt 1866 eine Anstellung am Oberrechnungshof, wurde 1869 zum Subdirektor im auswärtigen Ministerium und 1880 unter Freycinet zum Direktor der Abteilung der politischen Angelegenheiten ernannt, auch ward er Mitglied des Staatsrats. Nach dem Rücktritt Saint-Valliers wurde C. im Dezember 1881 zum Botschafter in Berlin ernannt.

Courcelles (spr. kurssäl), 1) Dorf 15 km südöstlich von Metz, wonach die erste der vor Metz geschlagenen Schlachten (14. Aug. 1870) anfangs benannt wurde. Jetzt wird sie deutscherseits offiziell nach den Dörfern Colombey-Nouilly (s. d.) benannt. - 2) Gemeinde in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Charleroi, an der Eisenbahn Brüssel-Charleroi, hat Kohlenbau und Glashütten und (1884) 11,646 Einw.

Courcelle-Seneuil (spr. kurssäl-ss'nöj), Jean Gustave, franz. Nationalökonom, geb. 22. Dez. 1813 zu Seneuil (Dordogne), widmete sich anfänglich dem praktischen Handelsberuf, ging aber zur volkswirtschaftlichen Schriftstellerei über und ward Mitarbeiter an zahlreichen Zeitschriften, besonders auch an Pagnerres "Dictionnaire politique". 1848 ward ihm eine amtliche Mission nach England übertragen. 1853-63 war er als Professor der Nationalökonomie zu Santiago in Chile thätig. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Traité théorique et pratique des opérations de banque" (Par. 1852, 6. Aufl. 1876); "Traité des entreprises industrielles, commerciales et agricoles" (1854; später als "Manuel des affaires", 4. Aufl. 1883, herausgegeben; deutsch, Stuttg. 1868); "Traité d'économie politique" (2. Aufl. 1867); "Études sur la science sociale" (1862); "Liberté et socialisme" (1868).

Courier de Méré (spr. kūrjē), Paul Louis, franz. Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1772 zu Paris, trat 1792 in die Armee ein, focht mit Auszeichnung in den italienischen Feldzügen (1792-97 und 1805), nahm aber nach der Schlacht bei Wagram 1809 seinen Abschied und ging nach Italien, um seine philologischen Forschungen, die er auch während seiner militärischen Laufbahn nicht aufgegeben, fortzusetzen. Er entdeckte in Florenz ein vollständiges Exemplar des Romans "Daphnis und Chloe" von Longos, das er herausgab (1810). 1812 kehrte er nach Frankreich zurück, zog auf sein Landgut unweit Tours, immer philologisch thätig, zugleich wegen seiner politischen Flugschriften, in welchen er mit kaustischem Witz den Adel und die katholische Geistlichkeit bekämpfte, gefürchtet. Er fiel 10. März 1825 in der Nähe seines Wohnorts durch Meuchelmord eines seiner Diener. Unter den mehrfachen Ausgaben seiner Werke sind besonders die von 1830 (4 Bde., mit Einleitung von Armand Carrel) und von 1837 (4 Bde., neue Ausg. 1865) hervorzuheben.

Courmayeur (spr. kurmăjör, lat. Curia major), Dorf in der ital. Provinz Turin, Kreis Aosta, an der Dora Baltea, unfern der Vereinigung des Val Ferret und der Allee blanche, zwischen herrlichen Wiesen und Baumgruppen, 1218 m ü. M. an der Südseite des Montblanc gelegen, hat Mineralquellen (Eisenquellen, Säuerlinge u. Schwefelquellen) und (1881) 555 Einw. Das Klima ist hier milder als im Chamonixthal.

Couronnement (franz., spr. kuronn'māng, "Krönung"), im Festungskrieg Angriffswerke, welche auf einem vorhandenen Erdwall, in einem Minentrichter etc. erbaut sind. Seine allgemeinste Anwendung fand das C. als "Krönung des Glacis", und es wird daher dieses auch speziell mit C. bezeichnet. Diese war im frühern Festungskrieg stets notwendig zur Aufnahme der Bresch- und Konterbatterien, welche daher auch Couronnementsbatterien hießen. Vgl. Festungskrieg.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]