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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Crozetinseln - Crusenstolpe.

Crozetinseln (spr. krosä-), eine Gruppe kleiner, vulkanischer, unbewohnter Inseln im Indischen Ozean zwischen 46°-47° nördl. Br. u. 68-69° östl. L. v. Gr., mit Höhen bis zu 1300 m; Hauptinsel Possession Island.

Crozophŏra Necker (Lackmuskraut, Krebskraut), Gattung aus der Familie der Euphorbiaceen, Sträucher oder ein- oder mehrjährige Kräuter in Südeuropa, Ägypten und Ostindien, mit abwechselnden, einfachen Blättern, einzeln oder in Knäueln stehenden Blüten und dreiköpfigen, mehrsamigen Kapseln. C. tinctoria Adans. (Tournesolpflanze, Färberkroton), ein Sommergewächs an den sandigen Küsten des Mittelländischen Meers, besonders in Südeuropa und Nordafrika, mit eiförmig rhombischen, buchtig gezahnten, langgestielten Blättern, wird hier und da, namentlich bei Montpellier, kultiviert, diente bei den Alten gegen Würmer und zum Wegätzen der Warzen, jetzt zur Darstellung der Bezetten oder Tournesolläppchen, Schminkläppchen.

Crucianella L. (Kreuzblatt), Gattung aus der Familie der Rubiaceen, Kräuter oder Halbsträucher in den Mittelmeerländern und Westasien, mit quirlförmig zu vier gestellten Blättern und meist unscheinbaren Blüten in Ähren oder Köpfchen. C. stylosa Trin., eine ausdauernde, buschige Pflanze in Gilan (Persien), mit rosenroten, in zahlreichen Endköpfchen geordneten Blumen mit lang hervorstehender, keulenförmiger Narbe, wird bei uns als Gartenpflanze kultiviert.

Cruciferae, s. Kruciferen.

Crucĭger (Creuziger), Kaspar, einer der vorzüglichsten Gehilfen Luthers, geb. 1504 zu Leipzig, studierte in Wittenberg und wurde auf Luthers Empfehlung 1524 Rektor zu Magdeburg, 1528 Professor der Theologie und Schloßprediger in Wittenberg; er ward Luthers Mitarbeiter an der Bibelübersetzung, nahm an dem Religionsgespräch zu Marburg (1529), an der Wittenberger Konkordia (1536), am Tag von Schmalkalden (1537), an den Religionsgesprächen zu Hagenau und Worms (1540), zu Regensburg (1541) teil, führte 1539 die Reformation in Leipzig ein, beteiligte sich 1545 an der Abfassung der Wittenberger Reformation und neigte sich in spätern Jahren der reformierten Lehre zu. 1546 wurde er Rektor der Universität Wittenberg. Er starb 16. Nov. 1548, nachdem er noch an den Kämpfen in Sachsen wegen des Interim regen Anteil genommen. Seine Biographie schrieb Pressel (Elberf. 1863). - Sein Sohn Kaspar, der jüngere, geb. 1525 zu Wittenberg, ward Professor der Theologie daselbst, später als Kryptocalvinist aus Sachsen verwiesen und nach Kassel berufen; starb 16. April 1597 als Konsistorialpräsident daselbst.

Crucis (lat., "des Kreuzes"), der dritte Quatember, der Mittwoch nach dem Tag der Kreuzeserhöhung (Exaltatio sanctae C.), 14. September.

Crüger, Johann, Komponist evangelischer Kirchenlieder, geb. 9. April 1598 zu Großbreesen bei Guben, studierte von 1620 an in Wittenberg Theologie, wurde 1622 Kantor an der Nikolaikirche in Berlin; starb daselbst als Musikdirektor 22. Febr. 1662. Auch als Musikschriftsteller hat er sich vorteilhaft bekannt gemacht durch seine "Praecepta musicae practicae figuralis" (Berl. 1625, später u. d. T.: "Rechter Weg zur Singkunst"); "Synopsis musica etc." (das. 1624 u. öfter), das erste in Deutschland publizierte Werk, das den Generalbaß mit Methode und Klarheit behandelt und vortreffliche musikalische Beispiele bietet; "Quaestiones musicae practicae" (für Schulen, das. 1650) etc. Seine Kompositionen, die in fast alle Gesangbücher seiner Zeit übergingen und zum Teil (z. B. "Jesus meine Zuversicht", "Nun danket alle Gott") noch heute gesungen werden, erschienen in verschiedenen Sammlungen unter den Titeln: "Praxis pietatis, oder geistliche Melodien über Dr. Luthers und andrer Gesänge etc." (Leipz. 1649, sehr oft aufgelegt); "Paradisus musicus, musikalisches Lustgärtlein, auf lieblicher dreistimmiger Harmonia zugerichtet" (Frankf. a. O. 1622); "Recreationes musicae, d. h. Neue poetische Amorösen etc." (Leipz. 1651) u. a.

Cruikshank (spr. krúckschenk), George, engl. Karikaturenzeichner und Kupferstecher, geb. 1792 zu London, zeichnete schon seit seinem achten Jahr Skizzen aus dem Londoner Volksleben und erwarb sich später durch eine Satire auf die Banknotenfälschung und eine Reihe von politischen Karikaturen einen geachteten Namen. Seine Karikaturen sind originell und humoristisch. Es erschienen von ihm zwei Sammlungen Kupferstiche als Erklärung launiger Einfälle und Szenen, die "Squihs, or satirical sketches" (Lond. 1832, 3 Hefte) und "Twelve sketches illustrative of Sir W. Scott's Demonology and Witchcraft" (das. 1832). Auch lieferte er die Zeichnungen zu den "Points of humour" sowie zu Petigreros "History of Egyptian mummies" (Lond. 1834). In neuerer Zeit zeichnete er auch Illustrationen zu beliebten Romanen, namentlich zu Dickens' Werken, und malte auch verschiedene Genrebilder. Mit seinem ältern Bruder, Robert (1790-1856), einem guten Miniaturmaler, gab er ausgezeichnete Skizzen über das Sprichwort "The life in London is death" ("Das Leben in London ist Tod") heraus. Die Zahl seiner Radierungen und Holzschnitte beläuft sich auf etwa 3400. Er starb 1. Febr. 1878 in London. Vgl. Reid, Complete catalogue of the engraved works of G. C. (Lond. 1873); Bates, G. C. the artist (das. 1878).

Crumpsall, Stadt in Lancashire (England), nördlich von Manchester, mit (1881) 8151 Einw.

Cruor (lat.), das geronnene Blut.

Crurālis arteria, vena, nervus (lat.), Oberschenkelschlagader, -Blutader, -Nerv.

Crus (lat.), Bein, Schenkel, namentlich Unterschenkel.

Crusca, Accademia della, s. Akademie, S. 247; vgl. Florenz.

Crusenstolpe, Magnus Jakob, schwed. Publizist und Romanschriftsteller, geb. 11. März 1795 zu Jönköping, widmete sich der juridischen Laufbahn, ward 1825 Assessor im Hofgericht zu Stockholm, nahm 1834 seinen Abschied und lebte seitdem in Stockholm, mit litterarischen Arbeiten beschäftigt. Er trat zuerst mit einigen Novellen auf, welche ein hübsches Talent für historisch-romantische Erzählung bekundeten; seine Hauptthätigkeit als Schriftsteller war jedoch eine politisch-historische. In seinen "Politiska åsigter" (1828) pries er die sogen. Freiheitszeit von 1719 bis 1772 mit hinreißender Gewalt der Sprache. Mit Hjerta gab er 1828-30 eine "Reichstagszeitung" und zwar im Geiste der Opposition heraus, sodann allein 1830-33 das "Fäderneslandet", das aber, im Interesse der Regierung geschrieben, keine Teilnahme fand und von der Regierung fallen gelassen wurde. Erbittert darüber, begann C. nun eine schriftstellerische Thätigkeit, in der er mit Aufbietung all seiner stilistischen Begabung als der bitterste Gegner der Regierung auftrat. So geißelte er in seinen "Skildringar ur det inre af dagens historia" (Stockh. 1834, 2 Bde.) die Männer der Regierung mit scharfem Spotte. Die von ihm angekaufte Tessinsche Bibliothek lieferte ihm Materialien zu dem Buch "1720,

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