Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cylindrieren; Cylindrom; Cyllene; Cylon; Cyma; Cymbal; Cymbalum; Cymbidíum; Cyme; Cymobotryen; Cymophan; Cymös; Cymry; Cynanchum; Cynara

383

Cylindrieren - Cynara.

Cylindrieren, einen Stoff bei der Appretur auf der Cylinder- oder der Kalandermaschine bearbeiten.

Cylindrom (Siphonom, Schleimkankroid), vornehmlich in den Gesichtsteilen und der Augenhöhle vorkommende Geschwulst mit krebsartiger Zellenwucherung in den Lymphgefäßnetzen der befallenen Teile, wobei hyaline Körper produziert werden, die als kugelige, cylindrische oder keulenförmige Gestaltungen erscheinen, und auf welchen kurzgestielte Kolben oder Kugeln sitzen.

Cyllene, Gebirge, s. Kyllene.

Cylon, Athener, s. Kylon.

Cyma (lat.), Trugdolde, s. Blütenstand, S. 81.

Cymbal (lat.), s. v. w. Hackbrett (s. d.), der Vorfahr des Klaviers, welch letzteres nichts als ein C. ist, das mittels einer Klaviatur geschlagen wird (Klavicymbal). Der Name C. ging in seiner italienischen Form Cembalo auf das Klavier über. In Ungarn heißt das Hackbrett noch heute Czimbál. In der Orgel ist C. eine gemischte Stimme von sehr kleinen Dimensionen, identisch mit Scharf (Acuta).

Cymbalum, bei den Römern eine Art Becken (Schlaginstrument); im Mittelalter eine Art kleiner Pauken, deren die Mönche im 10.-12. Jahrh. eine Reihe verschieden abgestimmter (eine Skala von 8-9 Tönen) anfertigten und wie ein Glockenspiel bearbeiteten (vgl. Zimbelstern).

Cymbidíum Sw. (Kahnlippe), Gattung aus der Familie der Orchideen, auf Bäumen wachsende Pflanzen mit steifen, hellen Blättern, hängenden, vielblumigen Blütentrauben und kahnförmiger Honiglippe, zahlreiche Arten in Westindien, Südamerika, Süd- und Ostasien, auf den Südseeinseln, Madagaskar und am Kap. Mehrere Arten werden als Zierpflanzen kultiviert. C. aloëfolium Sw., in Malabar, C. eburneum Lindl. und C. Mastersi Griff., beide in Ostindien, sind die verbreitetsten Arten.

Cyme, Stadt, s. Kyme.

Cymobotryen (griech.), s. v. w. Trugdoldentrauben, eine Form des zusammengesetzten Blütenstandes; vgl. Blütenstand.

Cymophan, s. Chrysoberyll.

Cymös (griech.), trugdoldig, Bezeichnung eines Blütenstandes, der an einer Hauptachse eine bestimmte Anzahl von Nebenachsen, gewöhnlich zwei oder eine, trägt; meist wird dabei die Hauptachse durch eine Blüte am Gipfel abgeschlossen. Formen der cymösen Blütenstände sind: Pleiochasium, Dichasium, Monochasium nebst Schraubel, Wickel, Fächel und Sichel (s. Blütenstand). Den Gegensatz zu den cymösen Blütenständen bilden die botrytischen (s. Botrytisch).

Cymry, Volk, s. Kymren.

Cynanchum R. Brown (Hundswürger, Schwalbenwurz), Gattung aus der Familie der Asklepiadeen, Milchsaft führende Sträucher oder Kräuter, meist mit windendem Stengel, gegenständigen, gestielten, meist herzförmigen Blättern und weißen oder roten Blüten in blattwinkel- oder gipfelständigen Doldentrauben und Samen mit Haarkrone in glatten, gedoppelten Balgkapseln. Meist in den Tropen und in der warmen gemäßigten Zone beider Hemisphären vertreten. C. Arghel Del. (Arghelstrauch), in Nordostafrika einheimisch, ist strauchartig, 1 m hoch, mit sehr schwachflaumigen Ästen und etwas fleischigen, elliptisch lanzettlichen, im Alter fast kahlen Blättern, welche den alexandrinischen Sennesblättern sehr gewöhnlich beigemischt sind; sie bewirken, wie diese, Purgieren, sind aber bitter und etwas herb. C. monspeliacum L., in Südfrankreich, Spanien, Italien, Griechenland, ausdauernd, mit weißen und rötlichen Blüten auf schwach zottigen Stielchen, hat einen scharfen Milchsaft, der, eingedickt und mit andern drastischen Stoffen und Harzen vermengt, eine schlechte Sorte Skammonium, französisches oder Skammonium von Montpellier, gibt. C. Vincetoxicum Pers. (Vincetoxicum album Aschers., gemeine Schwalbenwurz, St. Lorenzkraut, Giftwurzel, Hundstod) wächst auf Hügeln und Bergen, vorzüglich an freien Waldplätzen, ausdauernd, durch fast ganz Europa, hat einen 30-60 cm hohen Stengel, kurzgestielte, herz- oder herzeiförmige, zugespitzte Blätter und blattwinkelständige, weiße Blütendolden. Die Wurzel, im frischen Zustand stark und widrig, getrocknet schwächer riechend und süßlich, hinterher ekelhaft und etwas scharf schmeckend, ward früher als giftwidriges Mittel und gegen Nervenfieber etc., jetzt nur noch bisweilen in der Tierarzneikunde gebraucht. Die Stengel lassen sich ihres zähen Bastes wegen wie Hanf benutzen.

Cynara Vaill. (Artischocke), Gattung aus der Familie der Kompositen, distelartige, dornige Kräuter mit meist großen, ein- bis dreifach fiederspaltigen oder -teiligen Blättern, einzeln endständigen, sehr großen, distelartigen Blütenköpfen, deren Hüllkelchblätter an der Basis dick und fleischig, an der Spitze stachelspitzig sind und dachziegelförmig liegen. Die violetten Blüten sind sämtlich röhrenförmig und stehen auf einem fleischigen, mit Spreublättchen besetzten Boden. Die Samen sind vierkantig zusammengedrückt und tragen federförmige Pappushaare. Sechs Arten in den Mittelmeerländern und auf den Kanaren. C. Cardunculus L., ein ausdauerndes, bis 2 m hohes, sperriges, spinnwebig behaartes Distelgewächs mit fiederspaltigen oder -teiligen Blättern, fiederspaltigen Abschnitten und lanzettlichen, stachelspitzigen Zipfeln, stammt aus Afrika und ist seit sehr langer Zeit in Kultur. Man suchte durch die Kultur Zucker, Schleim und Stärkemehl besonders auf den Blütenboden und den untern Teil der Schuppenblätter zu leiten und erhielt so die Artischocke unsrer Gärten (C. Scolymus L.), oder man lenkte jene Stoffe auf die Blattstiele und die Mittelrippe der Blätter und erhielt dadurch die Karde (Kardone, Cardy, C. Cardunculus L.). Die Artischocke, die auch als besondere Art betrachtet wird, wird 1 m hoch, ist flaumhaarig, wenig verästelt, mit fiederspaltigen oder ungeteilten, mehr oder weniger dornigen, unterseits weißfilzigen, großen Blättern, von denen die grundständigen eine Rosette bilden, und eiförmigen, bis 13 cm dicken Blütenköpfchen. Man kultiviert mehrere Varietäten, zieht die Pflanze aus Samen oder Schößlingen, überwintert die einjährige Pflanze gut bedeckt im Land oder im Keller und erntet den fleischigen, sehr aromatischen Blütenboden, welcher nebst dem untern verdickten Teil der Hüllkelchschuppen genießbar ist, im zweiten Jahr, wenn die obersten Hüllkelchblätter gelb werden. Die Artischocke fordert ein mildes Klima und wird besonders in Südeuropa, Nordafrika, aber auch am Rhein und in Österreich kultiviert; sie gibt, als Gemüse oder Salat zubereitet, eine wohlschmeckende und gesunde Speise. Die Kardone oder spanische Artischocke ist der vorigen sehr ähnlich, doch höher im Stengel, mit an der Seite herablaufenden Blättern, deren Mittelrippe sehr stark ist, und kleinern Blütenköpfen. Man kultiviert sie ähnlich wie die echte Artischocke; sobald sie aber mannshoch geworden ist, werden die welken Blätter abgenommen, die grünen abgestutzt, und die ganze Pflanze erhält eine lose Umwickelung mit Stroh und eine möglichst hohe Behäufelung mit Erde, um sie zu bleichen; nur die Spitze der

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]